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Stockholm: Wikileaks-Betreiber Julian Assange steht im Verdacht, in Stockholm zwei Frauen vergewaltigt zu haben. Die Frage ist: Was kosten Stockholmer Nutten - auch unprofessionelle -, um sich so eine Aussage abkaufen zu lassen?
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Alte Methoden

Wikileaks-Gründer Julian Assange steht unter Verdacht, in Stockholm zwei Frauen gegen deren Willen flachgelegt zu haben. Nach allem, was er dem US-Pentagon an Kummer bereitet hat, ist diesem Vorwurf mit Skepsis zu begegnen.

Von Henning Appelt (2010-08-21) +++UPDATE siehe unten+++

Wenn man Julian Assange eines vorwerfen kann, dann ist es seine neuerdings zur Schau getragene Publizitätssucht. Er lässt sich seit Monaten herumreichen und gibt Interviews, obwohl niemand seiner Feinde, zu denen das Pentagon der US-Administration gehört, wissen darf, wo er sich aufhält. Der Mann ist im Begriff, sein Werk zu konterkarieren.

Wikileaks, ein weltweit beachtetes Enthüllungsportal, war beim US-Verteidigungsministerium in Ungnade gefallen, nachdem es ihm zugespielte Dokumente über geheime Militäroperationen und anderen Schweinereien des US-Militärs veröffentlicht hatte. Dadurch gerieten das Portal und dessen Protagonist in den Fokus des militärischen Komplexes der USA, der Sicherheitsbehörden und des FBI. Letzteres ist für Kriminalfälle zuständig.

Assange, der bisher als intelligenter Kopf galt, soll nun versucht haben, mit seinem erklärten Gegner einen Deal zu machen, indem er dem Pentagon Einblick in 15.000 bisher noch unveröffentliche Geheim-Dokumente zum Afghanistankrieg anbot, wie das zum Establishment gehörende Magazin Newsweek berichtet. Wenn das stimmte, wäre Wikileaks kaputt.

Dass Militär- und Sicherheitsbehörden ihre zivilen Gegner mit allerlei Tricks zu desavouieren versuchen, ist eine alte Methode, die schon Hitler und Robbespierre beherrschten, wobei auch diese Leute von Vorläufern gelernt hatten, etwa den Päpsten. Nach nichts anderem sieht gegenwärtig das Spiel gegen Assange aus.

Er soll zwei Frauen in Stockholm vergewaltigt haben. Au weia! Ausgerechnet Stockholm, eine Stadt, in der sich erstens die Damen und solche weiblichen Geschöpfe, die sich für Damen halten, beinahe schneller flachlegen lassen als irgendwo sonst in Europa. Für 3.000 Kronen (ca. 350 Euro) kann man eine mieten und eine oder zwei Stunden Spaß haben. Für das Zehn-, Zwanzig- oder Fünfzigfache kann man einige von ihn anheuern, Dinge zu sagen, die niemals stattgefunden haben.

Es ist ein altes und bewährtes Spiel von Militärs, Geheimdiensten und anderen im Verborgenen operierenden Akteuren, missliebige Gegner unmöglich zu machen, zu kriminalisieren und sie schlimmstenfalls zu eliminieren. Die Stockholmer Kriminalpolizei, die sich so kläglich bei der - bisher misslungenen - Aufklärung des Mordes am früheren schwedischen Ministerpräsidenten Olof Palme in die internationale Öffentlichkeit bugsiert und nachhaltig blamiert hatte, geht offenbar erneut normannisch-germanisch rustikal vor.

Doch viel wichtiger ist die Frage, ob Assange dem Pentagon eine Zusammenarbeit angeboten hat, und wenn ja, warum? Was wollte er damit bezwecken? Könnte es sein, dass dem Wikileaks-Gründer der Arsch auf Grundeis geht, er gar um sein Leben fürchtet. Alles Mindere wäre für sein Enthüllungsportal und für ihn das publizistische Ende. Indes, es sieht nach einem Manöver aus.

© Henning Appelt

© GeoWis (2010-08-21) 

Upadate: Am Samstagnachmittag hat die Stockholmer Staatsanwaltschaft den Haftbefehl gegen Assange aufgehoben. An den Vorwürfen sei nichts dran, wie die Sprecherin der Staatsanwaltschaft sagte. 

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