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Göhre, Frank: Der Auserwählte. Rezensiert von Klaus Berthold
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Schatten der Vergangenheit

Kriminalromane in Taschenbuchausgaben erleben derzeit einen Boom. Viele davon werden nach einfachen Strickmustern verfasst. Um so beachtenswerter ist der neue Roman von Frank Göhre, der aus einem konventionellen Krimi-Plot ausgezeichnete Psychogramme destilliert.

Von Klaus Berthold (2010-08-30)

Am Anfang dieses Romans nimmt der Held einer Frau, mit der er kurz zuvor geschlafen hat, deren Reisetasche ab und entnimmt ihr daraus einen Teil des Geldes, um das sie seinen Freund, den Farbigen David, zuvor bei einem Drogen-Deal betrogen hat.

 So weit, so vertraut, mag man denken und ist nicht sonderlich überrascht, wenn der Held wenig später niedergeschlagen und entführt wird. Nach amerikanischen Modellen entwickelte Formatschreibe klingt das, und die kennt man nun wirklich. Doch weit gefehlt, wer dächte, es ginge so einfach oder einfach so weiter.

Dieser Held, der Auserwählte, mit dem ziemlich unüblichen Vornamen Eloi, ist Sohn einer wohlhabenden Firmenerbin, die für die Freilassung ihres Sprösslings fünf Millionen Euro zahlen soll. Um die Polizei einzuschalten, ist die Mutter zu klug. Sie weiß, welche Folgen das hierzulande oft hat. Und wie gesagt, kein überraschender Plot. Höchst ungewöhnlich und weit über die Topoi dieses Genres hinausragend ist dagegen, was Frank Göhre daraus macht.

Die wohlhabende Unternehmenserbin lebte während ihrer Jugend eine Zeit lang in der Kommune eines selbsternannten Kinderschänders - der Wilhelm Reich nicht ganz richtig verstanden hatte - auf der kanarischen Insel Gomera. Ähnlichkeiten mit dem österreichischen 'Reichianer' Otto Muehl sind durchaus nicht zufällig. Schon damals erlebte sie Schreckliches, bekam sie ein Kind, das verstarb.

Die Lösegeldforderung bringt sie zunächst in erhebliche Schwierigkeiten, denn so leicht, wie es sich die meisten Entführer wohl vorstellen, sind fünf Millionen auch von wohlhabenden Leuten meistens nicht schnell und in bar zu beschaffen. Unter dem Druck der Entführung werden die Risse offenkundig, die in der Ehe zwischen der Erbin und ihrem Gatten zuvor übertüncht waren.

Mit zahlreichen unerwarteten Wendungen entwickelt der Autor die Entführungsgeschichte filigran, ausgesprochen glaubwürdig und spannend. Dabei führt er uns immer wieder in die Vergangenheit seiner Romanfiguren und gewährt uns so Zugang zu den Hintergründen und Motiven dieses Verbrechens. Hierzu verwendet er meisterhaft jene Montagetechniken, die bei weniger stilsicheren Autoren meist zu erheblicher Verwirrung des Lesers führen würden. Nicht so bei Frank Göhre. Er beherrscht sein Metier perfekt.

 Jeder Schauplatzwechsel, jeder Wechsel der Erzähl- oder Zeitebene gelingt ihm. Wie auch die Dialoge, die ständig beweisen, wie gut der Autor den Jargon der Hamburger Milieu-Idiomatik und die unserer Gesellschaft kennt.

Letzteres überrascht Göhre-Leser und Kenner nicht. Der Autor schrieb neben seinen Kriminalromanen Drehbücher für mehrere Kinofilme, darunter "Abwärts" (Regie: Carl Schenkel) sowie "St. Pauli Nacht" (Regie: Sönke Wortmann).

Seine "Kiez-Trilogie", die im Rowohlt Verlag veröffentlicht wurde und trotz ausgezeichneter Kritiken für die Bilanzen des Verlages offenbar nicht allzu attraktiv war, erscheint 2011 im Pendragon Verlag neu, womit sich ein schon lange anhaltender Trend bestätigt: Die Pflege des Werkes auch wichtiger Autoren ist offensichtlich Sache von kleinen Verlagen geworden. Auch dem gebührt Anerkennung.

© Klaus Berthold

© GeoWis (2010-08-30)

Frank Göhre: Der Auserwählte. Originalausgabe, Tb, Paperback, 256 S., ISBN 978-3-86532-202-9. Pendragon Verlag, Bielefeld, Juli 2010.

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