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Sargant, William: Der Kampf um die Seele. Rezensiert von Hubertus Molln
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Zwischen Hirn und Hölle

William Sargants Buch erschien im Original - Battle For The Mind - 1957, achtzehn Jahre nach dem Tod von Sigmund Freud, der im 20. Jahrhundert als Ikone der Psychoanalyse verehrt wurde. Das Bewusstsein des Menschen zu beeinflussen, war eines der frühesten Anliegen aller Sekten- und Religionsvertreter und hat sich bis heute nicht geändert. Indes, die Vertreter der Psychiatrie kamen hinzu und wendeten andere Methoden an. 

Von Hubertus Molln (2010-10-30)

Sargant (1907-88) gehörte zu jenen Psychiatern, die für Kontroversen inner- und außerhalb der Branche sorgten. Seine Werke werden kaum zitiert. Kritik zog der evangelistische Eiferer vor allem wegen seiner forschungsbezogenen, teils radikalen Methoden innerhalb seines Faches. Anwendungsbezogen experimentierte er an Patienten etwa mit Tiefschlaf-Behandlungen mittels Einsatz von Psychopharmaka, setzte auf Elektroschock-Therapie, machte sie innerhalb der Psychiatrie bekannt, und behandelte seine Versuchsobjekte auch mit Insulin-Schocks. 

 Sein Experimentier- und Behandlungsrepertoire beinhaltete auch die von dem Portugiesen António Egas Moniz (1874-1955) inventierte und von den Amerikanern Walter Jackson Freemann (1895-1972) und James Winston Watts (1904-94) weiterentwickelte Psycho-Chirurgie, das heißt Bohren durch die Schädeldecke - bekannt als Lobotomie -, um am offenen Hirn zu arbeiten. Etliche seiner Patienten starben während oder nach den unterschiedlichen Behandlungsexperimenten.

Vielfach hatte er seine Behandlungsmethoden schon im Zweiten Weltkrieg einsetzen können, und ab 1948 bis zu seiner Pensionierung im Jahr 1972 auch als Chef des St. Thomas Hospitals in London. 

Spätestens seit Mitte der 1950er Jahre hatten militärische und Geheimdienstorganisationen das Thema Bewusstseinveränderung entdeckt und dazu Millionen Dollar und Rubel in die Forschung gesteckt und unzählige Menschen als Versuchskaninchen für allerlei Experimente benutzt und getötet. Als bekanntestes Psycho-Projekt gilt heute das von der CIA initiierte Projekt MK ULTRA.

Der Kampf um die Seele ist ein lesefreundliches, gut verständliches Buch, in dem es um die verschiedenen Bereiche und unterschiedliche Akteure zur Bewusstseinsmanipulation geht. Sargant beschreibt Experimente an Tieren, vergleicht "tierisches und menschliches Verhalten" und referiert im Bereich der klinischen Psycho-Chirurgie zuweilen etwas gestelzt über das Eindringen in die weiße Hirnsubstanz (Leukotomie), wobei er zu Erkenntnissen kommt, die heute zum Teil Allgemeingültigkeit haben. Manches offenbart die Grausamkeit dieser klinischen Versuche und kann beim Leser Abscheu verursachen. 

Fern des Klinischen unternimmt Sargant den Versuch, massenpsychologische Phänome im Hinblick auf Bewusstseinbeeinflussung zu erklären. So zum Beispiel die Hysterie bei Auftritten von Elvis Presley während jener Zeit. Teils allgemein, teils explizit nimmt Sargant zu regional unterschiedlichen Tanzriten Stellung, beschreibt das Ekstatische des Tanzens, das das Bewusstsein beeinflussen kann, wenn man sich dem Tanz vollends hingibt - bis hin zur "terminalen Erschöpfung". Voodoo-Kult, Kriegstanz, Tänze von (weißen) Sektenmitgliedern mit Schlangen, religiöse Tänze - all dies sind Sargant zufolge Elemente der Bewusstseinsmanipulation.  

 Daneben nimmt er sich auch der - seinerzeitigen - Verhörtechniken und -methoden an, sowie der "Gehirnwäsche in Religion und Politik", und liefert einen historischen Abriss zur Bewusstseinsbeeinflussung.

 Durchgehend ist die Rede von "normalen" und "abnormalen" Menschen die Rede, was damals gängige Sprachregelung in dieser Branche war. Sargant liefert aber auch Hinweise, wie man sich gegen Bewusstseinsbeeinflussung wappnen kann.

Sargants Buch ist in deutscher Sprache unverständlicherweise nie wieder aufgelegt worden, obwohl das Buch zur Standardausrüstung von Psychologiestudierenden zählen sollte. Auch, um die angehenden Psychologen, Psychiater und Psychoanalysten mit der Geschichte ihrres Fachs abseits Ikonen wie Freud bekannt zu machen.

Des Autors Erkenntnisse aus den vielfach - nach damaliger Auffassung - zweifelhaften Experimente sind heute in die Standardliteratur der Branche eingeflossen und haben Generationen von Neurologen und Neurochirurgen geholfen, zu Ruhm und Ehre zu kommen. Am Hirn, so viel ist klar, lässt sich gut Gott spielen. Selbst wenn der Teufel mit im Spiel ist.

© Hubertus Molln

© GeoWis (2010-10-30) 

William Sargant: Der Kampf um die Seele. Eine Physiologie der Konversionen. Mit zahlreichen Abbildungen in Schwarzweiß. Hardcover, 290 S., R. Piper & Co. Verlag, München, 1958. Nur in Antiquariaten und Auktionen erhältlich. 

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