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"Total unerwartete Situation"

Die Nuklearkatastrophe in Fukushima hat inzwischen zu hektischem Umdenken in vielen Staaten geführt. Nun offenbar auch in Japan. 

Von Amy Li (2011-03-17)

Nachdem Japans Premier Naoto Kan vorgestern der Geduldsfaden hinsichtlich TEPCOs Informationspolitik und Krisenmanagement gerissen war, gelobten die sich jüngst noch stoisch und bräsig auf einer Pressekonferenz präsentierten Konzernlenker Besserung. Während jedoch laut der in Tokyo erscheinenden Zeitung Asahi Shinbun japanische Energiekonzerne, die in Konkurrenz zu TEPCO stehen, ihre Pläne zu bereits geplanten Neubauten von Atomkraftwerken überdenken wollen, hüllt sich der Pannenkonzern in Schweigen.

Der in Hiroshima ansässige Energieriese Chugoku Electric Power Co. (CEPCO), der wesentlich in Japans Westen mit der Risikotechnologie hantiert, habe laut Asahi Shinbun die Bauarbeiten am geplanten Kaminoseki-Atomkraftwerk (AKW) am Seto-Inlandsee in der Präfektur Yamaguchi "vorübergehend gestoppt". Der Seto-Inlandsee ist ein knapp 22.000 qkm umfassendes Binnenmeer, das zwischen den japanischen Großinseln Honshu, Kyushu und Shikoku liegt. 

CEPCOs vorläufige Maßnahme fuße auf den Bedenken des Bürgermeisters der Stadt Kaminoseki, Shigemi Kashiwabara, und den des Governeurs der Präfektur, Sekinari Nil, die diese bereits am vergangenen Sonntag zum Ausdruck gebracht hatten, so Asahi Shinbun.

Offenbar sind alle schneller als der Betreiber der Fukushima-Anlage, denn laut Asahi Shinbun, die sich auf Aussagen eines namentlich nicht genannten Leitenden Angestellten beruft, wolle auch der in Nagoya beheimatete Konzern Chubu Electric Power Co. sein Bauvorhaben für den sechsten Reaktor des bereits in Omaezaki, Präfektur Shizuoka, bestehenden AKW-Komplexes Hamaoka einer Neubewertung unterziehen.

Auch die Kansai Electric Power Corporation (KEPCO), die in Osaka sitzt, befindet sich laut Asahi Shinbun in einer Überdenkensphase. Zwar verblüffte KEPCO-Sprecher Makoto Yagi mit der Aussage zum Sendai-Beben, dem Tsunami und dem Sicherheitsversagen des Fukushima-AKWs die Fachwelt, indem er äußerte: "Es war eine völlig unerwartete Situation"; immerhin gestand er am vergangenen Dienstag ein, dass sämtliche Vorkehrungen und Überlegungen vor der Katastrophe "unzureichend" gewesen seien.

In Tokyos Massenmedien ist derweil eine Informationsoffensive ausgebrochen, die sich nicht auf das nationale Desaster beschränkt. Zwar hielten es Asahi Shinbun, The Japan Times oder Japan Today (bis Redaktionsschluss dieses Beitrags) nicht für nötig, etwa über das Merkel-Moratorium zum - bislang - befristeten Herunterfahren alter deutscher AKWs zu berichten, doch Japans Medienlandschaft - eine der umfangreichsten weltweit - hat dies abseits dieser Blätter partiell aufgegriffen.

So berichtet etwa die Zeitung The Mainichi Daily News (Online-Ausgabe) über das Merkel-Moratorium, über die in Frankreich aufgekommene Infragestellung zur Energieversorgung durch Atomkraft und über die hochamtlich auch in China aufgetretene Debatte über den Neubau von AKWs und die geographisch-geologische Situation bestehender Meiler.

Wie China Daily heute vermeldete, habe die Regierung am gestrigen Mittwoch die Genehmigungen für sämtliche AKW-Neubauten erst mal außer Kraft gesetzt. Man müsse zunächst "alle erdenklichen Katastrophenszenarien ins Kalkül ziehen" und jene Kraftwerksneubauten, die nicht den höchsten Sicherheitsstandards standhielten, "sofort einstellen", so das Blatt. Das ist erstaunlich, schickt sich China angesichts seines Energiebedarfs neuerlich doch an, schwerpunktmäßig auf Atomkraft zu setzen.

Man wolle von der Katastrophe in Japan "lernen", heißt es. Das ist gut so. Offensichtlich wollen auf einmal alle Länder, die Teile ihres Energiebedarfs mit der Risikotechnologie bestreiten, von Nippon lernen. An Japans Regierung aber geht diese Ich-will-lernen-Diskussion trotz der enormen Naturkatstrophe vom 11. März 2011 noch weitestgehend vorbei. Ansätze des Umdenkens sind zum Glück erkennbar.

© Amy Li

© GeoWis (2011-03-17) 

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