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Frauen-Fußball-WM 2011: Japan und Mexiko liefern Anschauungsunterricht fürs deutsche Team; Kommentatoren, Berichterstatter und manche Expertin instinktlose chauvinistische Phrasen, Schwachmatensprech und erschreckende Flachheit
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Die Andersseher

Das deutsche Frauen-Fußball-Nationalteam startete holprig ins Turnier, aber immer noch besser als manche Kommentatoren und Berichterstatter. Überzeugen konnten hingegen Japan und Mexiko.

Von Roman Siertes (2011-06-28) +++Update siehe unten+++

Über das Spiel gegen Kanada wurden seitens der Mannschaft nicht allzu viele Worte verloren. Der 2:1-Sieg war knapp und letztlich glücklich, das weiß sie, denn die Kanadierinnen spielten konditionsstark und taktisch klug, während im deutschen Team offensichtlich der von jedem Fußballästheten verabscheute hohe Ball gepflegt wurde, der dann auch noch häufig bei einer Kanadierin landete.

Flaches Passspiel und gelungene Kombinationen waren eher die Ausnahme bei den kickenden First Ladies des Deutschen Fußballbundes (DFB). Auch an der Chancenverwertung mangelte es ihnen. Dass Kerstin Garefrekes es dem beim BVB kickenden 'Kuba' gleichmachte, indem sie aus kurzer Distanz voll übers leere Tor bolzte, ist nur das krönende Beispiel dazu - und zu einer lediglich durchschnittlichen Leistung. 

Ähnlich schießen manche Autoren und Kommentatoren übers Ziel hinaus, vor allem bei der Beurteilung anderer Teams. Andersseher Michael Antwerpes etwa, ARD-Plaudertasche beim Spiel England gegen Mexiko, das 1:1 ausging, meinte im Beisein von Ex-Nationalspielerin und Andersseherin Nia Künzer, es seien die "Caramba-Fehlpass-Wochen bei Mexiko" ausgebrochen. Künzer nickte. Für Künzer war die ungewonte Aufmerksamkeit der millionenfachn Öffentlichkeit offenbar nässend neu.

 Der mit verstecktem Chauvinismus kommentierende Antwerpes - ein erfahrener Haudegen des niveaulosen Moderierens und Kommentierens -, offenbar die Engländerinnen mit deren männlichem Pendant heimlich vergleichend, stellte dann fest, dass das Damen-Team "so beweglich wie Big Ben" sei. Und lag damit ausnahmsweise mal richtig.

Doch - hört, hört! - schon kurze Zeit später, England führte 1:0, ließ die fußballmoderatorische Kolossalfehlbesetzung Antwerpes sich zu der entlarvenden Bemerkung und sachlichen Fehleinschätzung hinreißen, es "wäre eine Überraschung, wenn England nicht klar gewänne." Künzer, irgendwie übermannt von Antwerpes' dünnbrettbohriger Chuzpe und damit ihres fußballerischen Sachverstands fortan beraubt, nickte und bekundete ihrerseits Sympathie für die schwer malochenden Britinnen, die gegen die Mexikanerinnen ziemlich alt aussahen. Und dann - Überraschung! 1:1 für Mexiko. Ja, wo gibt's denn sowas?

Während die Engländerinnen bolzten, das völlig aus der Mode gekommene Kick & Rush praktizierten und wie in der Sonne dahinschmelzende Stileisgrazien gegen die Sommerhitze anliefen, servierte das sommerliche Temperaturen gewöhnte mexikanische Team hervorragendes Kurzpassspiel, hielt den Ball flach und sich diszipliniert an die von ihrem Trainer vorgegebene Taktik. Lob von Antwerpes oder Expertin Künzer Fehlanzeige. Statt mit Sachverstand zu überzeugen - von glänzen gar nicht erst zu reden -, quälten der ARD-Mann und die unbeholfene Expertin das Publikum wie zuvor schon Marcel Schmelzer, Tom Bartels, Claus Lufen ("Der Ball ist eckig") und die Schwimmexpertin zur Fußball-WM, Franziska van Almsick, beim Spiel des deutschen Teams. 

Auch der deutsche Meister chauvinistischer Verbalakrobatik in Sachen Fußball, Welt- und Stuttgarter Zeitung-Kolumnist Oskar Beck, versteht es, unsachlich abzuledern und dabei die Klischees früherer Tage etwa in seine bei der Welt erscheinende Kolumne Auszeit einzubauen. Von "Penisneid" könne keine Rede sein, wenn er über Trainerin Silvia Neid referiert, die einst im Zusammenhang mit Lothar Matthäus gesagt haben soll, ihr fehlten "fünf Gramm". Becks Analyse zu irgendeinem der bisher gelaufenen WM-2011-Spiele: null. Stattdessen Platitüden und Schwachmatensprech.

Offenbar haben nicht nur die verantwortlichen Sportredaktionsleiter der öffentlich-rechtlichen Rundfunk- und Fernsehanstalten das Sommermärchen-Motto für die DFB-Damen etwas missverstanden, sondern auch die mit nichts als ihrer Meinung Geld verdienenden Kolumnisten aus der Mainstream-Presse. Unterstützung fürs deutsche Damen-Team ist toll, Propaganda gepaart mit fehlendem Sachverstand aber hinderlich.

Wie sollen sich die mit neuerlichem Medien-Hype und dem Druck, den dritten WM-Titel (in Folge) holen zu sollen, konfrontierten Krahns, Garefrekes', Kuligs usw. denn verorten, wenn öffentlich-rechtlich und medial unterirdisch kenntnisarm über ihre Leistung und die potenzieller Gegnerinnen kommentiert wird, zumal, wenn ein Ex-Schwimmstar wie van Almsick und eine rhetorisch ungeschulte Expertin wie Nia Künzer sowie eine Riege daherschwätzender Lufens, Bartels und Schmelzers öffentlich-rechtlich abgesandt werden?

Gegner im Viertelfinale, sollte das deutsche Team die Vorrunde meistern, könnten Mexiko oder Japan werden, sollten diese Teams ihrerseits weiterkommen. Beide wären problematischere Gegner als die Kick & Rusher aus England und Neuseeland oder die engagierten Französinnen. Denn Mexiko und Japan spielen taktisch klüger und disziplinierter als die Britannier und weiblichen Germanen - und als alle bisher aufgetretenen Konkurrenz-Teams.

 Das konnte man insbesondere beim Spiel Japan gegen Neuseeland beobachten, das die Japanerinnen verdient mit 2:1 für sich entschieden und - hätten sie nicht ähnlich wie das deutsche Team so viele Chancen ungenutzt gelassen - durchaus höher hätten gewinnen können. Nicht nur, dass sie die Neuseeländerinnen taktisch dominierten und spielerisch wie konditionell überlegen waren; auch ihr Kurzpassspiel funktionierte überwiegend.

Dazu waren sie jederzeit überall bei der Gegenspielerin präsent, so dass der Eindruck entstand, es wären mehr als elf Japanerinnen auf dem Platz gewesen. Die Damen aus Nippon, Nummer vier der Weltrangliste und vom deutschen Team durchaus mit Respekt beäugt, lieferten das bislang beste Spiel dieser WM ab. Schade nur, dass die öffentlich-rechtlich abgesandten Plauderer die Tsunami- und Umweltkatastrophe immer wieder betonten, anstatt das Spiel vernünftig zu analysieren und das Auftreten der Mannschaften fachlich-sachlich zu würdigen.

So ziemlich jeder der öffentlich-rechtlich abgesandten Kommentatoren durfte - musste? - seine Betroffenheit breittreten und lieferte eine der betrüblichsten Moderationen und Kommentierungen der jüngeren deutschen Fußballberichterstattung ab und vergaßen dabei den neutralen Blick aufs Wesentliche. Au weia! Hello Bartels! Nice to meet you, Antwerpes! What's at stake, Schmelzer? Hey, Claus, are you fine? How ya doing, Nia? Ev'rything okay? Glad to meet ya, Franzi. So schön vertraut kann eine Fußball-WM sein; so miserabel deren berichterstattendes Personal.

Sollen denn die Frauenfußball-AnhängerInnen denken, dass die Japanerinnen nur deshalb so aufdrehten, weil sie naturkatastrophenmäßig gebeutelt wurden? Das wäre eine despektierliche Sichtweise, eine allerdings, die fröhlich-dumm von den öffentlich-rechtlich abgesandten Chauvis befördert wird. Ist ja alles so traurig da in Fukushima. Mamma! Das ist es. Fürwahr. Indes, es geht um Fußball-Berichterstattung und Spielanalyse. Nicht um Beileidsbekundungen auf niedrigstem Niveau.

Mit der Berichterstattung in deutschen Medien können weder der DFB noch das Trainerteam zufrieden sein. Ebenso wenig mit der Leistung der deutschen Damen-Nationalelf, insbesondere dahingehend, was das Spiel mit dem flachen Ball angeht. Da besteht bei den deutschen Bolzerinnen noch erheblicher Übungsbedarf.

Es gilt, nicht nur auf Brasilien als möglichem Finalgegner zu blicken. Zu allererst gilt die alte Fußballweisheit, wonach das nächste Spiel das schwerste sei. Es kann daher nicht schaden, die Spielweisen etwa Mexikos oder Japans genauer unter die Lupe zu nehmen und aus diesen etwas hinzuzulernen. Genauso wenig kann es schaden, wenn sich das deutsche Fußballkommentatoren-Establishment mal daraufhin überprüft, ob es nicht auch besser, vor allem sachlicher ginge.

© Roman Siertes

© GeoWis (2011-06-28)

Update (2011-07-05): Obwohl sie technisch stark spielten, verloren die Japanerinnen gegen eine athletisch agierende englische Frauenschaft mit 0:2. Japan trifft nun im Viertelfinale auf Neids Mädels. Die Mexikanerinnen konnten nicht an ihre vorherige Leistung anknüpfen, schafften gegen Neuseeland nur ein 2:2 und fliegen nach Hause.

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