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Frauen-Fußball-WM 2011: Japans Prachtnelken - Nadeshiko - kicken Teutonias nach beherztem Spiel aus dem Turnier
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Woo Hoo, hoo, hoo, hoo ...

Deutschlands WM-Frauen verlieren im Viertelfinale gegen einen Gegner, von dem man wusste, wie stark und selbstbewusst er ist.

Von Amy Li (2011-07-10)

Nadine Angerer, Deutschlands mit Baskenmütze auftretende sympathische Torfrau mit Affinität zu alternativem Reisen, mag japanische Filme, wie sie die Öffentlichkeit jüngst wissen ließ. Sie schaue sie im Original mit deutscher Untertitelung.

 Der Film, der im Viertelfinale gegen die flinken Prachtnelken aus Nippon ablief, war auch ein Original und hätte statt wieder einmal dürftiger Kommentierung durch Reporter Norbert Galeske besser mit 5.6.7.8's Woo Hoo, bekannt aus Quentin Tarrantinos Schlachtfest Kill Bill Vol. 1, oder I'm Blue unterlegt werden können. Motor Cycle Go-Go-Go! hätte auch noch gepasst.

Die japanische Rockabilly-Punk-Band, gegründet 1986 und bestehend aus rockenden Prachtnelken, spielt immer flott auf. So wie die Fußballerinnen, die das heute einmal mehr unter Beweis stellten.

Ex-Nationalspielerin und ARD-Co-Kommentatorin Nia Künzer war sich vor dem Spiel sicher: "Deutschland gewinnt, weil's die ausgewogenere Mannschaft hat." Da ist was dran. Aber wie das mit den Verben 'wiegen', 'auswiegen', 'abwiegen', 'abwägen' so ist - viele Menschen haben ja Schwierigkeiten, die verschiedenen Partizipien davon richtig zu bilden oder einzusetzen -, musste wohl abgewägt werden, wer bei den deutschen Damen die wenig wiegenden Japanerinnen überragend in Schach halten oder sie matt setzen kann.

Denn es war ja bekannt - und Galeske wiederholte es mehrfach während der Spielübertragung -, dass die durchschnittlich 1,63 kurzen Mädels aus Fernost Rasenschach zelebrierten, wenngleich Bundestrainerin Silvia Neid das den gedopten Nordkoreanerinnen attestiert hatte. Auf Japans leichtgewichtige Nadeshiko trifft das genauso zu, nur dass sie das Spiel auch noch höchst schnell beherrschen. Man muss annehmen, dass sie gegen England geblufft haben, da ihnen die Französinnen als Viertelfinalgegner wohl schwieriger zu meistern gewesen wären. 

 Man habe gewusst, wie stark Japan sei und das Spiel gegen die Engländerinnen genau analysiert, hieß es seit zwei Tagen aus dem deutschen Trainerinnenstab. Japans Prachtnelke Yuki Nagasato war vom deutschen Spiel gegen Frankreich (4:2) nicht besonders beeindruckt. Dem ARD-/ZDF-Morgenmagazin sagte sie am vergangenen Freitag, sie habe "keine Angst vor Deutschland."

Kein Wunder, kennt sie doch fast alle Spielerinnen aus der Bundesliga: "Ich weiß alles über die deutschen Spielerinnen", sagte sie und fügte selbstbewusst hinzu: "Wir wollen Weltmeisterinnen werden." Dazu haben sie immer noch die Chance, während Silvia Neids Team die WM fortan von außen betrachten muss.

Taktisch diszipliniert, extrem konditionsstark und ballsicher trat das Team Japan auf. Konditionsstark waren Neids Eleven auch, jedenfalls hielten sie - anders als die Engländerinnen gegen Frankreich - bis zum Schluss mit. Aber: "Wir hätten heute noch fünf Stunden spielen können und kein Tor geschossen", gaben sowohl Neid als auch Stürmerin Inka Grings zu Protokoll.

Das von Bundestrainer Jogi Löw und Meistertrainer Jürgen Klopp so geliebte Verb 'antizipieren' scheint auch das von Japans Trainer Sasaki zu sein. Die Prachtnelken wirkten 120 Minuten und gut zehn Minuten Gesamtnachspielzeit stets hellwach und verstanden sich blind. Fast jeder einstudierte Laufweg funktionierte, woraus schließlich das alles entscheidende Tor resultierte. 

Man kann den deutschen Fußballdamen keinen besonderen Vorwurf machen. Sie haben gut gespielt, zeitweise sogar sehr gut, haben aufopferungsvoll gekämpft, mussten nach drei Minuten auf Kim Kulig verzichten, die sich arg verletzte, haben Druck nach vorne gemacht und wirkten jederzeit athletisch. Kaum jemand hätte in der ersten Viertelstunde gedacht, dass das Spiel für die Deutschen verloren ginge.

Bis dahin aber hatten sich die Japanerinnen noch nicht abschließend sortiert und sie warteten ab, wie das Spiel ihrer Gegnerinnen strukturiert ist. Als ihnen das klar war und sie Betriebstemperatur erreicht hatten, entfalteten sie ihr Können. Sie stoppten die ankommenden Bälle meist aus allen Lagen präzise, häkelten ihren Gegenspielerinnen Topflappen an die Füße, verstanden sich aufs moderate Foulspiel und sorgten dafür, dass Neids Team letztlich kein Mittel fand, den Ball ins Tor zu bringen.

 Taktisch waren sie variabel. Das durchschaubare Kontrastprogramm lieferten die Teutonias. Immer wieder hohe Bälle von links, der Mitte oder rechts in den Strafraum, immer die gleichen Standards, die nicht zum Erfolg führten. Als ob die Japanerinnen nicht wüssten, dass sie klein sind und die einen Kopf größeren Deutschen daraus Vorteile ziehen wollten. Darauf eine Taktik aufbauen, ist fahrlässig.

Aber die Taktik bestimmen die Trainer, und Sasaki hatte festgelegt, dass die hochgewachsenen Deutschen bei Standards Richtung Tor eingekreist werden. Silvia Neid hatte sich dafür entschieden, die flinke und trickreiche Lira Bajramaj, die vielleicht den Japan-Twist hätte gut mittanzen können, auf der Bank sitzen zu lassen. Auch das war keine kluge Entscheidung.

Der entthronte Doppelweltmeister zollte der Leistung der Nadeshiko Anerkennung. Er weiß, dass sie heute besser waren und Rasenschach gepaart mit Rockabilly und Twist gespielt haben. Das sollte man anerkennen. Schließlich geht es um Fußball, nicht um Deutschland.

© Amy Li

© GeoWis (2011-07-10)

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