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Philipp Lahms Buch sorgte für Unmut beim DFB und Trainern. Ergebnis: Nur Verlierer
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Spielen und Schnauze halten

Philipp Lahms Buch Der feine Unterschied sorgte beim Deutschen Fußballbund (DFB) und leitenden Figuren des deutschen Profikickertums für Irritationen und Unverständnis. Zu Recht?

Von Nina Brenthäuser (2011-09-03)

In erster Linie hat Philipp Lahm, 28, linker Läufer und Außenverteidiger beim FC Bayern und in der Nationalmannschaft, kein How-to-Buch, wie der Untertitel zu vermitteln versucht, von seinem Co-Autor, dem Journalisten Christian Seiler, schreiben lassen, obwohl darin einige Ratschläge und anekdotenhafte Erfahrungsbekenntnisse enthalten sind. Fraglich ist, inwieweit sie für potenzielle spätere Profis taugen, die wie einst im Sozialismus - und immer noch im Kommunismus praktiziert – von Spähern schon als Steppkes und Jugendliche auf ihr Talent hin gesichtet werden.

Denn sobald Talente entdeckt werden, zumal von Bundesligaklubs, die Internate betreiben, ändert sich das noch junge Leben der Kinderkicker für immer und geht in eine Richtung, die auch verantwortungsbewusste Eltern an die Grenzen ihrer Erziehungshoheit führt. Einmal kaserniert, beginnt für die Dreikäsehochs und Jugendlichen eine subtile Gehirnwäsche. Die potenziellen späteren Profis, in die die Vereine Zeit und Geld investieren und darauf achten, dass sie neben ihrer schulischen Ausbildung bei Bedarf auch eine berufliche verfolgen, werden dazu erzogen, dass der Trainer das Sagen habe, man gegenüber ihm und dem Verein nichts Negatives äußere und Autoritäten sowieso zu achten seien.

Dass auch im Leben eines Fußballprofis Artikel 5 Grundgesetz (Recht auf freie Meinungsäußerung) und das Arbeitsrecht Geltung haben, wird den formbaren Eleven eher nicht vermittelt. Das Credo lautet, alles dem Wohl des Vereins und dem eigenen unterzuordnen. Was dabei herauskommt, kennt man längst: Fußballprofis, die immer die gleichen Phrasen nach dem Ende eines Spiels in die Mikrophone blubbern, ganz gleich, ob Sieg, Unentschieden oder Niederlage eingefahren werden.

Philipp Lahm gehört seit wenigen Jahren zu den von Sportjournalisten gemochten Ausnahmeerscheinungen unter den kickenden Phrasendreschern, lieferte er bisher doch einigermaßen regelmäßig allgemeinverständliche Analysen zu Spielen, an denen er beteiligt war. Das kann er sich zu Recht leisten, weil er erstens ein Fußballer ist, der seinen Job konstant mehr als ordentlich ausübt und sich mit wenigen, indes entscheidenden Spielzügen und manchem Tor bei seinem bevorzugten Arbeitgeber FCB und in der Nationalmannschaft Respekt und Meriten verdient hat.

 Das kann er sich aber auch leisten, weil er sich im vergangenen Jahr getraut hatte, den jahrelang von der einschlägigen Rabaukenjournaille als Weichei klassifizierten Ex-Kapitän der Nationalelf, Michael Ballack, auf geschickte Art anzuknocken, indem er die Kapitänsbinde der Nationalmannschaft dauerhaft für sich beanspruchte. Lahm hatte schlicht die einfache Mathematik des Machbaren im Profi-Fußball bemüht, die entgegen jeglicher Propaganda und Beschönigungen von Ballack-Fans und dessen Arbeitgeber Bayer Leverkusen richtig und ehrlich war. Lahm hatte erkannt, dass Ballack – Verletzung hin oder her – schlicht seinen Zenit überschritten hatte. Auch Bundestrainer Joachim 'Jogi' Löw wusste das längst, hatte aber nicht die Courage, vulgo: Eier, es Ballack beizeiten mitzuteilen. Stattdessen folgte eine lächerliche Aussitztaktik zur Causa Ballack.

Philipp Lahm, den man auch als deutschen Arjen Robben bezeichnen kann, weil seine Spielanlage ähnlich ist – und damit ähnlich berechenbar für Gegenspieler mit Grips -, entstammt einer Generation Spieler, die im Gegensatz zum Kollektiv, wie es vor allem bei Borussia Dortmund gepflegt wird – Ausnahme dort: Ex-Südtribünler Kevin Großkreuz - noch mit klaren Hierarchien im Mannschaftsgefüge groß geworden sind, was nicht bedeuten muss, dass er sie gut fand. Als 19-Jähriger aber hat er zu ihnen aufgeschaut und hat sich lange stets untergeordnet und eingereiht, hat aufgesaugt, was ihm seine Trainer, allen voran Felix Magath und Hermann Gerland, vermittelten. 

Längst kann er sich eine eigene Meinung bilden, kann Vergleiche anstellen. Seine Chefs auf dem Spielfeld hießen Kahn, Effenberg, van Bommel; am Spielfeldrand waren es Felix Magath, Rudi Völler, Jürgen Klinsmann, Louis van Gaal. Beiläufig, harmlos, beinahe subtil kommt er in seinem Ratgeber für angehende Fußballprofis auf einige seiner Ex-Trainer zu sprechen. Dem als Schleifer und kauffreudig bekannten Meistertrainer Magath (Stuttgart, FCB, Wolfsburg) bescheinigt Lahm eine überkommene Trainingsphilosophie, wobei er es sich verkneift, sie in der frühen zweiten Hälfte des vergangenen Jahrhunderts zu verorten, obwohl sie dort hingehört. Indes, er scheut sich nicht zu sagen, Magath arbeite vor allem mit Druck. Fachleute der Branche wissen das schon lange. Doch was unter Fachleuten bekannt ist, erhält eine andere Qualität, wenn ein Fußballspieler es sagt.

Magath, Trainer alter Schule, dessen Erfolge darauf fußen, dass ihm – abgesehen vom VFB Stuttgart - von seinen Arbeitgebern stets nahezu unbegrenzt Mittel zum Einkauf von Spielern zur Verfügung gestellt wurden (siehe Wolfsburg, Schalke und wieder Wolfsburg) und der Vereinen, die ihrem Kontostand gemäß normalerweise das Scheckbuch nicht so locker zücken können, es aber dennoch tun (siehe Schalke), finanziell erheblich schaden kann, zumal er in Personalunion zuletzt Traineramt, Managerposten und Sportdirektorfunktion für sich beansprucht, fühlt sich angepisst von Lahm und erweist sich in seiner frühen Stellungsnahme als Nichtkenner des deutschen Buchmarktes und Lahms Buch.

"Jeder, der ein Buch schreibt, will Geld verdienen", zitiert ihn die Süddeutsche Zeitung (SZ).¹ Auf viele Autoren, vielleicht sogar auf die meisten mag dies zutreffen, indes wesentlich auf nur jene, die von ihrem Geschriebenen leben wollen. Bezüglich Lahms Buch irrt der Großeinkäufer der Bundesliga, dem man nicht zwingend attestieren kann, dass er auch ein Fußballlehrer sei. Lahm hat Zuverdienste durch Bücherschreiben nicht nötig. Sein Antrieb speist sich eher aus anderen Ansprüchen. Dazu gehört sicherlich die vielen Menschen innewohnende, in Lahms Autorenaktivität zum Ausdruck gekommene Eitelkeit – eine Charaktereigenschaft, die kaum desavouiert werden kann, gerade weil sie erheblich weit verbreitet ist. Doch hätte sich Magath vor seiner Äußerung ein Exemplar des Buches besorgt, hätte er festgestellt, dass Lahm ihn in Kapitel eins geradezu lobt.

Auch der Ex-Bremer, Ex-Römer, Ex-Nationalspieler mit WM-1990-Titel, Ex-Nationaltrainer mit WM-Vize-Titel 2002 und Sportchef von Bayer Leverkusen, Rudi Völler, alias Tante Käthe, ließ sich zu der despektierlichen Äußerung "Frechheit" hinreißen, obwohl Lahm ihn gar nicht kritisiert. Oder doch? Es sei locker zugegangen beim Training in der Nationalelf damals ihm Rahmen der Europameisterschaftspiele 2004, dennoch höchst professionell. Auf die heutzutage bis zum Erbrechen zum Arbeitsumfang der Spieler gehörenden Videoanalysen etwa wurde kein überbordender Wert gelegt. Bei Völler, das weiß jeder Experte, fand keine Verwissenschaftlichung des Fußballs statt, und es war gut so. Aber Völler reagierte auf die ihn betreffenden Sätze in Lahms Buch ziemlich unlocker.

Als einer der eifrigsten - und vorschnellen, völlig uncoolen - Ehrenretter für den nicht kritisierten Völler exponierte sich der gegenwärtige Trainer von Bayer Leverkusen, Robin Dutt, der laut SZ ordentlich Dampf gegen Lahm abließ. Dutt, mit dem FC Freiburg Meister der 2. Liga (Saison 2008/9) und 9. der ersten Liga (Saison 2010/11) meinte, man könne froh sein, dass man man nicht Teamkollege von Lahm sei. Er könne nicht nachvollziehen, "dass man einer Persönlichkeit wie Völler verbal Schmerzen zufügt". Offensichtlicher kann man sich einem Vorgesetzten kaum rektal nähern.

Von wirklicher Kritik Lahms an Ex-National- und Bayern-Trainer Jürgen Klinsmann kann auch nicht die Rede sein. Jeder Fußballanhänger weiß spätestens seit Sönke Wortmanns Film, dass der Sommermärchenprinz von 2006 (3. WM-Platz) und Weltmeister von 1990 (als Stürmer) seine Fähigkeiten eher in der Motivation und Ganzheitlichkeit hat, weniger in Taktik und Trainingsmethodik. Für Letzteres hatte er seit dem Confed-Cup 2005 Löw. Lahm nun diese schlichte, gedruckte Wahrheit als "unangemessene Einlassung" anzukreiden, wie es DFB-Generalsekretär Wolfgang Niersbach tat, wirkt schizophren und macht deutlich, worum es dem DFB und seinen Verantwortlichen bei Nationalspielern geht: Spielen und Schnauze halten.

DFB-Chef Theo Zwanziger, dem nachgesagt wird, dass dessen unkritische Haltung zu FIFA-Chef Sepp Blatter nicht dazu beiträgt, der Korruption in diesem allmächtigen Altherrenklub beizukommen, stellt - wie es auf der Webseite des DFB heißt, nach "eingehender Lektüre" des Buches fest: "Philipp hat für mich den Fehler gemacht, dass er die durch die Vorab-Veröffentlichung seines Buches entstehende Eigendynamik und mögliche Interpretationen nicht richtig eingeschätzt hat." So redet einer, der offenbar morgens zuerst das Vier-Buchstaben-Kampfblatt aus dem Hause Axel Springer liest; vor allem redet einer so, wenn er Lahms Buch, das heute Platz 1 bei Amazon belegt, nicht gelesen hat.

Denn das ist harmlos und gehört in die Kategorie Uwe Seeler (Danke Fußball – Mein Leben; 2003). Angereichert mit Kinder-, Jugend- und Profifußballerfotos erzählt Lahm davon, wie gern er Profi werden wollte, was er dafür bereit war zu tun, wie er aufstieg, verletzungsbedingt abstieg, wieder einstieg usw. Es liest sich so weg, hat manch spannendes Moment und dürfte niemandem weh tun. Vor allem aber war der Text Bierhoff und Löw schon seit Wochen bekannt. Sie konnten daran nichts Anstößiges finden.

Die Heuchelei von DFB-Verantwortlichen wie Zwanziger, Niersbach, Bierhoff ("Grenzen überschritten") und Löw ("Es gibt einige Passagen in dem Buch, die mir nicht gefallen, weil hier ein Spieler einige Trainer, die lange und erfolgreich gearbeitet haben, öffentlich beurteilt") zeigt, dass die Nähe zur Sepp-Herbergerschen autoritären Denke in Sachen mündiger Spieler bei den Gralshütern des Unterhaltungsgschäfts Fußball noch immer vorhanden ist.

Lahm, dem nicht nur Spielintelligenz nachgesagt wird, sondern auch richtige, hat sich auf der Pressekonferenz in Düsseldorf vom vorvergangenen Donnerstag öffentlich vorführen lassen und ist eingeknickt. Er entschuldigte sich für etwas, das gar nicht stattfand, und somit für die Unverfrorenheit der DFB-Führungs-Crew, ihn auf Grund von BILD-Propaganda auf den Opfertisch zu legen, anstatt selbst die Größe zu zeigen, dass man hinter dem Buch und dem Spieler stehe. Dazu hätte der Herrenklub das Buch aber lesen müssen.

Aber auch Lahm ("Ich wollte Rudi Völler, Jürgen Klinsmann und andere Personen selbstverständlich nicht persönlich treffen oder gar beleidigen. Das tut mir leid. Für Missverständnisse, die auf diese Weise entstanden sind, entschuldige ich mich hiermit bei allen Beteiligten.") hätte Größe zeigen sollen, statt zurückzurudern, etwa indem er gesagt hätte: "Was wollt ihr eigentlich von mir? Ihr könnt froh sein, dass ich für euch auflaufe." Doch dazu spielt er zu gern in der Nationalmannschaft.

¹ SZ vom 26.08.2011.

© Nina Brenthäuser

© GeoWis (2011-09-03)

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