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Laing, Ronald D.: Liebst du mich? Rezensiert von Jochen Henke
[878]
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Jojo ohne Schnur

In den 1960er und 1970er Jahre galt Ronald D. Laing als Kult-Psychoanalytiker, zumal er Erfahrungen aus der Praxis in Lyrik verwandelte. Liebst du mich? gehört zu seinen erfolgreichsten Werken.

Von Jochen Henke (2011-12-22) 

Ronald David Laing (1927-89) war ein Vertreter der Antipsychiatrie, der Schizophrenie nicht als Krankheit auffasste, sondern als ein Ergebnis sozialer Umstände, in denen sich der Schizophrene befinde oder durch die er geprägt werde. Laings Blick hinter die Kulissen psychischer Störungen, die er in kausalen Zusammenhang mit Daseinskämpfen, familiären Erlebnissen und Zwängen setzte, brachte ihm den Ruf ein, sich gegen die Lehre Freuds und den Mainstream zu stellen.

Er hatte sich mit Sartres Philosophie der 1950er und 1960er Jahre auseinandergesetzt, kannte den Autoren Martin A. Lee und Bruce Shlain zufolge den Fachkollegen und LSD-Protagonisten Timothy Leary von Sessions in Millbrook und war very British bzw. Scottish. Sein erstes Werk, The Divided Self (dt.: Das geteilte Selbst), erschienen 1960, in dem er seine Theorie zur Schizophrenie erstmals darlegte, ließ die psychiatrische Fachwelt aufhorchen. Kollegen aus der traditionellen Lehre feindeten ihn an.

Außerhalb der Fachwelt landete er 1970 mit Knots (dt.: Knoten) einen 96-seitigen Lyrik-Bestseller, in dem er Erkenntnisse und Erfahrungen aus seiner Praxis in Schemata und Strukturen fasst. Vieles erscheint zunächst absurd, teils abstrakt, verrückt gar, aber beim genaueren Lesen erschließt sich einem das Absurde und Verrückte als etwas recht Normales und das Abstrakte nimmt konkrete Formen an.

So auch bei seinem Buch Liebst du mich? (Orig. 1976: Do you - really - love me), das 1978 bei Kiepenheuer & Witsch auf Deutsch erschien. Dort finden sich Jack und Jill wieder - Synonyme für das männliche und das weibliche Geschlecht, die er schon in Knoten für eine Reihe von Situationen aus dem Zwischenmenschlichen und sich daraus ergebenden Beziehungsproblematiken benutzte. Er erweitert seine Darstellungen um die Synonyme Dick und Jane, Tom und Joan.

Kostprobe¹

 "Jack, Dick und Tom sind die besten Freunde

Jill, Jane und Joan sind die besten Freundinnen

Jack und Jill verlieben sich ineinander

Dick und Jane verlieben sich ineinander

Jack und Joan verlieben sich ineinander

Tom verliebt sich in Joan

Joans Liebe zu Jack erlischt und entflammt für Tom 

Jane verliebt sich in Tom 

Toms Liebe zu Joan erlischt und entflammt für Jane

Jacks Liebe zu Joan erlischt und entflammt für Jane 

Jane hat Jack, Dick und Tom

Joan bringt sich um (...)"

In Liebst du mich? geht es nicht nur um diese sechs Synonyme, die ihrerseits für Alltägliches, Schizophrenes, mehr oder weniger Durchgeknalltes stehen. Es geht auch um augenscheinlich Profanes, etwa um Sprachlosigkeit und Inhaltsleere, um Demenz, zum Beispiel wenn der Vater den Sohn nicht mehr erkennt oder sich nicht mehr daran erinnert, dass er einen hat. Doch was als profan erscheinen mag, ist für die Betreffenden Realität und für die Gesunden, aber Betroffenen, oft unerträglich.

Laings Art der Lyrik ist ungewöhnlich erhellend, zuweilen höchst erheiternd, manchmal kryptisch, stets jedoch zum Nachdenken anregend. Sie lässt sich großenteils zwar locker-flockig konsumieren, hallt indes oft nach, gerade dann, wenn sie sich anschickt, einem etwas vorzugaukeln oder lustig zu sein. Und sie sei schwierig zu übersetzen gewesen, wie Hans Herrmann und Charlotte Franke, die sich diese Mühe gemacht haben, im Vorwort erklären. Die meisten Gedichte und Dialoge sind daher zusätzlich im Original wiedergegeben.

 Kostprobe²

"Sometimes I come

sometimes I go

but which is which

I don't know

sometimes I am

sometimes I'm not

but which is which

I forgot" 

¹ S. 29; ² S. 68. Das Titel-Satzfragment "Jojo ohne Schnur" ist dem Gedicht Nr. 51 auf S. 103 entnommen.

© Jochen Henke

© GeoWis (2011-12-22)

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