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Hertha BSC hatte in Markus Babbel einen modernen, erstklassigen Trainer, doch das Verhalten der Vereinsführung ist traditionell bestensfalls viertklassig
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Unwürdige Schlammschlacht

Die Posse um den entlassenen Trainer Markus Babbel zeigt einmal mehr, dass bei Hertha BSC Anspruch und Wirklichkeit weit auseinanderklaffen. Nun kommt auch noch Demenz hinzu.

Von Roman Siertes (2011-12-19)

Seit Einführung der 1. Bundesliga (1963) ist der häufig als alte Dame bezeichnete Fußballverein Hertha BSC sechsmal aus der ersten Liga abgestiegen. In den Spielzeiten 1965-68 und 1986-88 war er sogar bis in die damalige Regionalliga und in die Amateur-Oberliga durchgereicht worden. In der ersten Liga erreichte der Klub als beste vordere Platzierungen fünfmal Platz drei und einmal Platz zwei. Nicht viel für einen kleinen Klub mit zu großer Spielstätte, dessen Ansprüche stets hoch waren - und immer noch hoch sind.

Doch die alte Dame hatte schon immer eine große Klappe, hinter der sich Substantielles kaum orten ließ. Sie gehört zu den Erstligavereinen, die für Trainer eine echte Herausforderung bedeuten. 36 Übungsleiter hat die  Hertha seit 1963 verschlissen, neun weniger zwar als beispielsweise Borussia Dortmund, aber zwölf mehr als etwa der FC Bayern München. Während indes Dortmund und Bayern auf eine Reihe von Meistertiteln blicken, wobei die Münchner Rekordhalter sind, sind die Berliner dauerhaft weit davon entfernt gewesen. 1930 und 1931 waren sie Deutscher Meister.

Der Verein hatte mal einen einigermaßen guten Ruf. Das war zu Zeiten des jüngst 65 gewordenen Erich Beers, der die Dekade der 1970er als offensiver Mittelfeldspieler bei der Hertha prägte und lange Jahre als ihr erfolgsreichster Torschütze (83) galt. Mehr als Beer aber prägten Skandale den Klub - 1971 nahmen Spieler eine Viertelmillion in bar von Arminia Bielefeld an, um ein Spiel zu verschieben -, das Kommen und Gehen von Trainern und Präsidenten und immer wieder so genannte Schlammschlachten, wenn es um die Entlassung von Trainern ging. Am längsten agierten Helmut Kronsbein (1966-74) und Jürgen Röber (1996-2002).

Seine spielerisch besten Phasen hatten die Berliner unter Falko Götz, der zurzeit Nationaltrainer in Vietnam ist, und dem jetzigen Trainer von Borussia Mönchengladbach, Lucien Favre, der 2009 kurz nach der Entlassung des Hertha-Managers Dieter Hoeneß vor die Tür gesetzt wurde. Auf Favre, der Gladbach gerade die beste Hinrunde seit 1977 und Platz vier bescherte, folgten binnen zwei Jahren Karsten Heine, Friedhelm Funkel und Markus Babbel. Auf Hoeneß folgte Herthas bislang erfolgreichster Torschütze Michael Preetz (93).

Die letzten Kapriolen - Entlassungen von Hoeneß, Favre, Funkel, Babbel - fallen unter die Präsidentschaft des Gebäudereinigers, Firmenaufkäufers und Multifunktionärs Werner Gegenbauer, der in Berlin eine einigermaßen einflussreiche Nummer ist. Er war jahrelang Präsident der Industrie- und Handelskammer, ist Mitglied im Landessportbund, Schatzmeister beim Museumsverein des Deutschen Historischen Museums und Vorstand im Förderkreis Freunde der Komischen Oper Berlin.

Nun ist er auch mitverantwortlich für die Operette um die Entlassung von Markus Babbel. Von Lügen ist die Rede. Angeblich habe Babbel Manager Preetz und Präsident Gegenbauer im Unklaren über die Verlängerung seines Einjahresvertrags gelassen. Babbel hingegen will die Klubleitung, zu der auch Preetz gehört, bereits Anfang November über eine Nichtverlängerung informiert haben. Am letzten Bundesligaspieltag der Hinrunde eskalierte die Situation. Man bezichtigte sich öffentlichkeitswirksam gegenseitig, die Unwahrheit gesagt zu haben.

 Klar ist: eine Partei lügt oder hat Demenzerscheinungen. Doch warum sollte Babbel das sein? Einmal davon abgesehen, dass Babbel, der ansehnlich und modern spielen lässt, rein arbeitsrechtlich einen befristeten Vertrag auf ein Jahr hat, der - solange darin nichts anderes vereinbart wurde - beiden Parteien erlaubt, ihn einfach auslaufen zu lassen.

Abseits der Show-Bühne, sozusagen im richtigen Leben, lassen Arbeitgeber ihre befristet Angestellten oft mitleidslos bis kurz vor Schluss über eine Vertragsverlängerung oder gar Entfristung im Unklaren. Weniger häufig kommt es vor, dass Arbeitgeber bereits nach wenigen Monaten von ihren befristet Angestellten wissen wollen, ob die verlängern wollen. 

Dass Babbel nicht himmelhochjauchzend "Ja, ich will" sagte, muss die alte Dame geschmerzt haben, vor allem deren Manager Preetz. Offenbar stimmte die Chemie zwischen ihm und Babbel nicht. Wenn es aber stimmt, dass Babbel die Vereinsführung Anfang November darüber informiert hat, seinen Vertrag nicht zu verlängern, dann hätte die Vereinsführung einen kapitalen Bock geschossen. "Man sei noch nicht am Ende der Auseinandersetzungen", sagte Gegenbauer am Sonntag (18.12.2011) der Deutschen Presseagentur. Hört sich nach bevorstehender arbeitsrechtlicher Auseinandersetzung an. 

Gegenbauers sture Parteinahme für seinem Manager, anstatt die Leistungen Babbels zu würdigen und sich redlich um Beilegung der Dissonanzen zu bemühen, ist rational wohl nur damit zu erklären, dass Babbels Entlassung die preiswertere Lösung ist. Für die Liga und Hertha wäre es das beste, wenn sich der Verein in der 2. Spielklasse erst mal regenerierte, falls das überhaupt möglich ist. Immerhin wird die alte Dame im kommenden Jahr 120. Eine hierarchisch vertikale Frischzellenkur soll ja manchmal Wunder bewirken.

© Roman Siertes

© GeoWis (2011-12-19)

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