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Der renommierte Ex-Spieler und Meistertrainer Felix Magath gibt zunehmend ein tragisches Bild ab
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Im Strudel

Felix Magath muss diesertage wegen seiner Einkaufspolitik viel Häme und Spott ertragen. Doch ist er daran ganz allein schuld?

Von Roman Siertes (2012-01-24)

Felix Magath kann auf eine Reihe von Erfolgen in der 1. Fußballbundesliga zurückblicken. Als Mittelfeldspieler beim Hamburger Sportverein (HSV) ist er Legende, und in der Nationalelf hinterließ er gleichwohl seine Marke. Unvergessen ist auch sein 1:0 im Europapokalfinale von Athen (1983), als er mit einem fulminanten Schuss dem HSV gegen Juventus Turin den Turniersieg sicherte. Dreimal holte er mit dem HSV die Meisterschale und einmal den DFB-Pokal an die Alster.

Sein Debüt in der DFB-Elf gab er unter Trainer Helmut Schön am 30. April 1977 im Spiel gegen das damalige Jugoslawien, das die Schön-Truppe 2:1 gewann. Danach spielte er noch 42 mal für die Nationalelf, davon in zwei Spielen während der EM 1980, in vier bei der WM 1982 in Spanien und in sechs bei der WM 1986 in Mexiko, wo er am 29. Juni im Finale gegen Argentinien letztmalig für den DFB auflief. Er ist Europameister (1980), zweimal Vizeweltmeister (1982, 1986) und hat drei Tore fürs National-Team erzielt. Der Spieler Magath setzte sich gegen den nach Spanien emigrierten Bernd Schuster durch und gegen den aufstrebenden Lothar Matthäus, nicht aber gegen Paul Breitner, der von Schön-Nachfolger Jupp Derwall als Mittelfeldregisseur bevorzugt wurde.

Zu Zeiten des Trainers Ernst Happel war Felix Magath aus dem HSV nicht wegzudenken. Magath konnte die so genannten tödlichen Pässe genauso gut spielen wie Manni Kaltz Bananenflanken in den Strafraum brachte, und er konnte aus 40 Metern zielgenau aufs Tor hämmern. Dem Wiener Happel war er eine Art Lieblingsspieler, gehörte er doch zu den eher stillen und ruhigen Spielern, der sich ohne großes Aufheben fügte und dem sturen, gleichermaßen wortkargen Trainer prächtig ins Konzept passte.

Überliefert ist aber auch Happels Spruch, Magath sei ein Klosterschüler, aus dem im harten Profigeschäft nie etwas werde. Dass Happels Spruch eine bewusste Fehleinschätzung und gezielte Provokation gewesen sein könnte, liegt nahe. Der Wiener hatte häufig Derartiges im Repertoire, wobei er es jedoch meist gegenüber Medienvertretern anwendete. 

Der Trainer Magath hat augenscheinlich viel von Happel mitgenommen. Er ist nicht gerade einer, den man als herausragend redefreudig oder eloquent bezeichnet, eher ein Anti-Klopp, Anti-Löw, Anti-Tuchel. Lukas Podolski brachte es während seines Engagements beim FC Bayern auf den Punkt: "Ottmar Hitzfeld hat jetzt schon mehr mit mir gesprochen als Felix Magath in der gesamten letzten Saison."¹

 Magath versucht, seine Worte mit Bedacht zu wählen, woraus ungewollt schon manche Stilblüte entstand ("Das war europäische Weltklasse") und offenbar gewollt recht Amüsantes ("Ich habe viel mit Mario Basler gemeinsam. Wir sind beide Fußballer, wir trinken beide gerne mal einen, ich allerdings erst nach der Arbeit"²).

Sein Trainer-Debüt in der 1. Bundesliga gab er 1995 beim HSV, den er ein Jahr später in den UEFA-Cup führte. Werder Bremen führte er 1999 ins DFB-Pokalfinale und dem VfB Stuttgart brachte er 2003 die Vize-Meisterschaft. In Stuttgart, wo er Trainer und Manager in Personalunion war, begann dann sein Stern bis nach München zu leuchten. Er folgte dem Ruf der Bayern und schaffte 2005 und 2006 das Double - Schale und DFB-Pokal.

Zuvor schon galt er in der Szene als harter Hund - mit der wenig schmeichelhaften Bezeichnung Quälix -, der sein Ensemble mal mit Medizinbällen Fitness trainieren, mal durch den Wald und über die Wiese nahezu endlose Dauerläufe absolvieren ließ. Wahrscheinlich hätte aus jedem seiner Spieler auch ein erfolgreicher Leichtathlet werden können.

Spätestens seit er beim FC Bayern München anheuerte, lernte er es zu schätzen, viel Geld für Spieler ausgeben zu dürfen. Der Krösus der Liga, dessen Anspruch alljährlich aufs Neue das Hochhalten der Schale auf dem Balkon des Münchner Rathauses ist, griff auch für die Magath-Schalen tief in die Tasche. Gut möglich, dass sich beim Meistertrainer, der ohne Vater aufwuchs, damals die Dimensionen zu verschieben begannen, denn fortan setzte Magath sichtbar weniger auf die Weiterentwicklung des Nachwuchses und des Profi-Kaders.

Aber er setzte auf Verankerung. In München ging das nicht. Dort stand íhm Uli Hoeneß als Manager vor und außerdem flog er zu Beginn des Jahres 2007 wegen eines schlechten Rückrundenstarts raus. Ab der Spielzeit 2007/2008 unterwarf er sich den VfL Wolfsburg, indem er Manager, Sportdirektor und Trainer in Personalunion verkörperte. Diese vertraglich tiefe Verankerung, die ihm VW-Vorstandschef Martin Winterkorn ermöglichte, sicherte ihm die moderne Variante Happelscher Autokratie.

Er konnte nun walten, wie er wollte, ging auf Einkaufstour und wechselte bald den kompletten Kader aus. Herausgekommen war im ersten Jahr in Wolfsburg Platz 5, im zweiten die Meisterschaft. Die Retortenstädter standen Kopf, schienen ihn nicht mehr nur zu respektieren, sondern zu lieben. Doch Magath ging nach Schalke, wo er dem dortigen Präsidenten eine ähnliche Machtfülle abrang. 

Unerwartet wurde er mit Schalke schon im ersten Jahr Vizemeister, nur fünf Punkte hinter den Bayern. Schnell aber wurde sichtbar, dass der zuvor gefeierte Messias, der den Gelsenkirchenern die Schale binnen vier Jahren versprach, grundsätzlich Probleme mit selbstbewussten Spielern hat, denen er sodann das Verlassen des Vereins nahelegt oder sich nicht für deren Vertragsverlängerungen einsetzt. 

In Gelsenkirchen zog Sturm auf, der sich zu einem Orkan auswuchs und den vermeintlich fest Verankerten hinwegfegte. Zurück nach Wolfsburg. Dort konnte er bisher nicht an seine Erfolge anknüpfen. Das mag auch daran liegen, dass er seine Methoden nicht zu verändern imstande ist, weiter wie wild Spieler kauft und verkauft und niemanden hat, der sich seiner mental annimmt.

VW-Chef Winterkorn, der die Millionen als Werbungskosten ansetzen kann, käme diese Aufgabe zu. Doch der Fußballnarr scheint seine Fürsorgepflicht gründlich zu vernachlässigen und pflegt weiter eine Politik der offenen Schatulle. Ließe er seinem Personalvorstand die Magath'sche wirre Personalpolitik durchgehen, stünde seine Entlastung wohl auf dem Spiel.

Inzwischen gibt Felix Magath mitunter ein bemitleidenswertes öffentliches Bild ab und man darf sich fragen, weshalb er sich das alles noch antut. Im nächsten Jahr wird er sechzig, aber muss er bis dahin als Trainer durchhalten? Was will er noch gewinnen, zumal mit Wolfsburg? Finanziell hat er ausgesorgt. Er könnte also sagen: "Leute, das war's jetzt." Er könnte dann in die Karibik gehen, am Strand liegen und lesen, Piña Coladas schlürfen und gelegentlich mit den Kids Sandburgen bauen. Gesünder wär's.

¹ und ²: Zitate aus sportkomplott.de 

© Roman Siertes

© GeoWis (2012-01-24)

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