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Ein Meister und zwei Lehrlinge - Fußballkönig Otto Rehhagel trainiert die Hertha
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Herzenssache

Otto Rehhagel wird für mindstens drei Monate die störrische Fußball-Dame Hertha BSC trainieren. Für Manager Preetz und Co-Trainer René Tretschok kann das nur lehrreich sein.

Von Roman Siertes (2012-02-19)

Er beantworte künftig nur Fragen, die etwas mit Fußball zu tun haben, sagte Otto Rehhagel auf der Pressekonferenz zu seinem Dienstantritt bei der Berliner Hertha, die gleichwohl die erste seit zwölf Jahren in seiner Funktion als BL-Trainer war. Unmissverständlich ließ er die versammelte Reporterschar genüsslich wissen, dass er von Tratsch nichts halte, davon überzeugt sei, den abstiegsbedrohten Klub in der 1. Liga zu halten, und wenn es nicht reichen sollte, man wenigstens alles gegeben haben müsse.

Es ist klar, dass in sportlichen Belangen nur König Ottos Worte gelten. Wer es wagen sollte, ihm hineinzureden, wird seinen Meister in ihm finden. Die Monate, in denen Managerlehrling Michael Preetz walten konnte wie er wollte, dürften mit der Verpflichtung des Esseners also erst mal vorüber sein. Darin liegt auch Preetz' Chance, denn die Verpflichtung wurde von dessen Vorgesetzten maßgeblich beeinflusst.

Auch für den langjährigen Ex-BVB-Spieler René Tretschok dürfte Rehhagel ein Segen sein, hat Tretschok doch so die Möglichkeit, vom nationalen und internationalen Erfolgstrainer Wichtiges zu lernen. Rehhagel legt gnadenlos Wert auf Disziplin und Einhaltung der vorgegebenen Taktik. Wer nicht spurt, wird sich ruckzuck auf der Bank oder Tribüne wiederfinden.

Der Meistertrainer steht seit seiner Regentschaft bei Werder Bremen für Erfolg. Selbst sein Engagement bei den Bayern war erfolgreich, nur entließen die ihn gegen Ende der Saison 95/96, obwohl er auf Platz zwei und im Finale des UEFA-Cups mit dem Klub stand. Das hatte ihn schwer getroffen. Unvergessen dann sein zweijähriges Durchstarten mit Kaiserslautern, das er aus der 2. Liga zur Erstligaschale führte. Und viele tausend Griechen, die 2004 auf ihre Nationalelf bei der Europameisterschaft in Portugal gesetzt hatten, sind ihm noch heute für ihre Wetterlöse dankbar.

Für Otto Rehhagel schließe sich ein "Kreis", wie er sagt. Es scheint ihm eine Herzenssache zu sein, denn bei der Hertha begann 1963 seine Bundesligakarriere. Dort wird er sie wohl endgültig beenden. An den schönen Baldeneysee, wo es im Sommer paradiesisch ist, kann er dann wieder zurück. Zuvor aber gilt: Arbeit und Disziplin.

© Roman Siertes

© GeoWis (2012-02-19)

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