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Fußball: Das Skandalspiel zwischen Fortuna Düsseldorf und Hertha BSC hat viele Ursachen und wirft zudem die Frage nach dem Zweck von Relegationsspielen auf
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Klare Kante zeigen!

Das zweite Relegationsspiel zwischen Fortuna Düsseldorf und Hertha Berlin hat gezeigt, dass die Sicherheitskonzepte nicht stets funktionieren und selbst renommierte Schiedsrichter die Regeln nicht stringent genug auszulegen wagen. Doch die Reihe der Versager ist lang. 

Von Roman Siertes (2012-05-18) +++Updates siehe unten+++

Als die ersten Bengalos aus den Berliner und Düsseldorfer Reihen auf den Platz geworfen wurden, hätte Schiedsrichter Wolfgang Stark das Spiel sofort abbrechen müssen. Die Regeln sehen das vor, aber Stark war nicht stark genug. Er unterbrach es, schaute auf seine Uhr und pfiff es schließlich wieder an, denn es handelte sich ja um eine Partie von Not gegen Elend, und um eine, in der es für beide Vereine um viel Geld ging.

Doch darf sich ein Schiedsrichter davon etwas annehmen? Darf er seine Entscheidungsgewalt derart interpretieren, ein Spiel fortzuführen, wenn schon früh klar ist, dass ein Haufen von Vollidioten seine Freude oder seinen Unmut mit lebensgefährlichen Feuerwerkskörpern demonstriert? Nein, das darf er nicht. Schiedsrichter Stark, der inzwischen Strafantrag gegen einen Hertha-Spieler gestellt hat, muss sich ins Tagebuch schreiben lassen, dazu beigetragen zu haben, dass es in Düsseldorf zu einem Run auf den Platz gekommen war und dieses Relegationsspiel in die Negativ-Annalen der Bundesliga eingeht.

 Es sei einmal dahingestellt, dass Hertha BSC über die abgelaufene Saison einen für die erste Liga viel zu schlechten Fußball gespielt hat, um in ihr ohne Relegation zu verbleiben. Zu viele Eigentore, zwei Trainerwechsel und ein überforderter Manager Preetz haben die Berliner Truppe verunsichert. Dazu kommen die Hertha-Frösche, eine immer noch zu weiten Teilen rechtsradikale und gewaltbereite Ansammlung von Schwachköpfen, die sich für Fußballanhänger halten.

Bei der Fortuna sieht es nicht besser aus. Auch hier gibt es Ultras, etwa den Block 42. Ebenso wenig wie die Hertha-Frösche mögen sie offenbar das Spiel, umso mehr den Krawall. Spielerisch hat die Fortuna normalerweise in der ersten Liga genauso wenig zu suchen wie Kaiserslatern, St. Pauli oder der FC Köln. Es sind Karnevals- und Krawallo-Vereine. Was das Fußballerische betrifft, kicken, bolzen und grätschen diese Teams noch wie zu Berti Vogts aktiven Zeiten. Beim Skandalspiel in Düsseldorf war früh erkennbar, dass einige Spieler offenbar in dieser Epoche stecken geblieben sind. Hitzköpfe wie Kobiashwili und Lell (Hertha) trafen auf Fußballmalocher wie Lambertz und Levels (Fortuna).

Dass in derartiger Menge Bengalos haben gezündet werden können, wirf einen extrem dunklen Schatten auf die Einlasskontrollen in der Esprit-Arena, wie auch das vergleichsweise dünne Aufgebot an Polizei- und Sicherheitskräften, die nicht in der Lage waren, das Stürmen des Platzes zu verhindern. Selbst Ordner auf dem Platz ließen es zu, dass ein jugendlicher Fortuna-Anhänger seelenruhig den Elfmeterpunkt aus dem Grün schneiden konnte.

Hertha hat zu Recht Protest eingelegt, während Fortuna-Chef Werner im WDR-Radio zum Besten gab, dass "ja von den Fans auf dem Platz keine Gewalt ausgegangen" sei. Dass es darum gar nicht geht, müsste Werner bewusst sein. Falls nicht, dann zeigt diese Aussage, dass er als Vereinspräsident ungeeignet ist.

 Wenn der Protest der Berliner Erfolg haben sollte und ein Wiederholungsspiel oder eine Wertung zu ihren Gunsten per Verwaltungsakt stattfände - was heute entschieden werden soll -, wäre das Problem dennoch längst nicht gelöst. Besser wäre es, beide Vereine in die 2. Liga zu schicken, die dann mit 19 Klubs in die kommende Saison zu gehen hätte, während die 1. Liga mit 17 Klubs startete. Es wäre zwar ein ungewöhnliches, hingegen ein deutliches Signal.

Ein weiterer Schritt zur Demonstration einer klaren Kante wäre, die Relegation ligadurchgreifend abzuschaffen. Wer es binnen einer Saison nicht schafft, sich abseits der Abstiegsplätze zu positionieren, steigt folgerichtig ab. Ende im Gelände. Um der Pyromanen Herr zu werden, sind darüber hinaus langjährige und bundesweit durchzusetzende Stadionverbote zu sämtlichen Profispielen - inklusive Europacup, Champions League, Europa- und Weltmeisterschaften - vonnöten.

Gleichwohl müssen DFL und DFB ein Pflichtenheft für technische Hilfsmittel zur Erkennung von Krawallos und Pyromanen erarbeiten, die nicht so kapitalkräftigen Vereine bei der Installation und Personalausstattung hierzu bezuschussen und alle Vereine unter Androhung von Sanktionen darauf verpflichten, noch enger als bisher mit den Strafverfolgungsbehörden zusammenzuarbeiten.

Update (18.05.: 14:17 Uhr): Wie der in Berlin erscheinende Tagesspiegel (Online-Ausgabe) berichtet, handele es sich beim von Schiedsrichter Stark angezeigten Spieler um Lewan Kobiashwili (Hertha). Kobiashwili soll Stark in den Katakomben des Stadions einen Nackenschlag verpasst haben.

Update (21.05.: 15.18 Uhr): Das DFB-Schiedgericht hat entschieden, dass Hertha absteigt und die Fortuna aufsteigt, und damit unter Beweis gestellt, dass man der 1. Liga für die nächste Saison Block 42 zumutet. Gleichwohl hat das erstinstanzliche Gericht mit seiner Entscheidung zum Ausdruck gebracht, dass es kein Exempel statuieren will.

© Roman Siertes

© GeoWis (2012-05-18)


 

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