GEOWIS Logo
GeoWis ONLINE-MAGAZIN
25. September 2017
Home |  Login | Kontakt | Verlag | Links   
Download-Archiv
eBook/eText Downloads
Science & Technology
Selected Portraits
Artikel & Reportagen
Deutsche Sprache
Meinungen
Musik
Rezensionen
Film
Interviews
Schnellsuche
 
Verwenden Sie Stichworte, um einen Beitrag zu finden.
Erweiterte Suche
Ankündigung

Kostenlose Downloads (Auswahl)

Demographie: Que sera, sera. The future's not ours to see. Die BBR-Bevölkerungsprognose in Konfrontation mit der Realität. Von Hansjörg Bucher und Claus Schlömer

Stefan Z. Dmochowski - The Olowo of Owo

Klaus von Bröckel - Djibouti: 18. März 1987

Lesetipps

Tourismus

Wohin geht die Reise? >>

Reisen im Geburtsland Makesis >>

China-Reportagen

Chongqing - Stadt im Nebel >>

Chongqings Altstadt Ciqikou >>

Carrefour in China >>

Diaoyucheng, Hechuan >>

Beijing by Bike >>

Der chinesische Traum 1 >>

Der chinesische Traum 2 >>

Der chinesische Traum 3 >>

Spanien-Reportagen

Paxe Ryanair, Iberia! >>

High Speed Tag und Nacht >>

Der Tod kommt zweimal >>

Tarragona - Baila conmigo >>

Málaga - Glut des Südens >>

Japan-Reportagen

Hakone >>

Hakone Open Air Museum - Im Reich der Skulpturen >>

Frankreich-Reportagen

Nizza - Zwischen Arm und Reich >>

Vence - Kultort der Kultur ... >>

Nizza - Champagner muss sein >>

Côte Basque - Saint-Jean-de-Luz >>

Mauerfall-Reportagen

"Ich werd' bekloppt!" >>

"Keine Ahnung, wie die lebten" >>

"Wir wollen die D-Mark!" >>

Weitere Beiträge:
Fußball: BVB-Spieler Großkreutz pinkelt in Hotel-Lobby, Jogi Löw outet sich als Raser und der DFB hat neben einem sehschwachen Schiedsrichter nun auch in Oliver Bierhoff einen hauseigenen Comedian
Deutschland: "Containern" gleich Einbruchdiebstahl? Drei Studenten stehen in Eschwege vor Gericht, weil sie weggeworfene Lebensmittel aus dem Abfall geholt haben. Besser wäre es, wenn die professionellen Lebensmittelverschwender bestraft würden
Alice Schwarzer in Bedrängnis - Die Grand Dame des Nachkriegsfeminismus erweist sich als Förderin in eigener Sache
Das Feindbild des Hans-Ulrich Jörges: In seinem Zwischenruf-Video "Die Methode Wagenknecht" läuft der stern-Journo zur Hochform auf und wählt einen Ton, der unter Hitler salonfähig gewesen wäre
Ski-Unfall von Michael Schumacher - Ein Kommentar
Arbeiten bei Aldi: Bei Aldi-Süd muss mit Fesseln aus Frischhaltefolie gerechnet werden, wenn man Auszubildende/r ist
Auf dem FDP-Parteitag in Berlin bediente sich Rainer Brüderle zeitweise einer Sprache, die an Demagogen des Dritten Reichs erinnert
Herrenwitz oder Damenwitz - Eine Stern-Journalistin traf auf einen mutmaßlich allzu freimütigen Rainer Brüderle und schreibt ein Jahr später darüber im eigenen Blatt. Ist das professionell?
Antisemitismus: Die Debatte um Jakob Augsteins angeblichen Antisemitismus nimmt abstruse Formen an. Auslöser des Ganzen ist das Simon-Wiesenthal-Center mit Hauptsitz in Los Angeles. Ein Exkurs
Bundestagswahl 2013: Die SPD hat mit Peer Steinbrück einen Kanzlerkanidaten aufgestellt, der hervorragend zum Verlieren geeignet ist
Annette Schavan - Bundesbildungsministerin wird des Plagiierens bezichtigt und macht den Guttenberg. Wie sieht es mit Schadensersatz aus?
Mohammed-Verunglimpfung: Die Satire-Magazine Charlie Hebdo und Titanic versuchen, was geht. Angesichts der Brisanz ums Thema stellt sich die Frage, ob die Chefredakteure noch wissen, was sie tun
Meinungsfreiheit: Anti-Mohammed-Film 'Die Unschuld der Muslime' schürt Hass zwischen den Völkern. In Deutschland wird mit zweierlei Maß gemessen
Bedrohliche Online-Macht - Facebook zwingt deutsche Städte, auf seinen Seiten auf Namenshoheit zu verzichten. Dem haben sie konsequent entgegenzutreten
Herdprämie unterwandert Rechtsanspruch auf Kindergartenplatz
Gedicht, Pamphlet oder Prosa? Günter Grass erntet für seine Kritik an Israels Planspielen für einen atomaren Erstschlag gegen Iran reihenweise Schmähungen, die die Fakten unberücksichtigt lassen
Bundespräsident: Während sich der Hauptkandidat in Umfragehochs sonnt, gab die Linkspartei ein verheerendes Bild bei der Findung einer Alternative zu Gauck ab. Mit Beate Klarsfeld gelang ihr ein Nominierungs-Coup
Als gäbe es keine moderneren Persönlichkeiten für das Amt, soll Joachim Gauck nun doch Bundespräsident werden
Oskar Lafontaine ist wieder fit. Gut für die Linke, unberechenbar für die restlichen Parteien
Bin Laden wurde hingerichtet und die kritische deutsche Öffentlichkeit sieht das kaum anders. Wer es nicht wahrhaben will, ist etwa Henryk M. Broder. Er legt sich mit Jakob Augstein an und bleibt seiner längst rechtslastigen Linie treu
Die Natur- und Umweltkatastrophe in Japan zeitigt eine Zäsur für die japanische Gesellschaft und deren Glaube an die eigene Unfehlbarkeit. Nach dem physischen Tsunami wird, ja muss ein soziologischer erfolgen
Plagiatsdebatte zu Guttenberg: Im Land der Einfaltspinsel und Jecken
Plagiatsvorwürfe gegen Guttenberg: Summa cum laude abgeschrieben
Gutti in Bedrängnis - Hat Verteidigungsminister zu Guttenberg seinen Laden noch unter Kontrolle oder wird gezielt gegen ihn intrigiert? Tatsache ist, dass der Verteidigungsminister langsam in Seenot gerät
Schnee von gestern? Nein, danke! GeoWis-Autorin Mariam Backes fordert Nachschub der weißen Pracht. Ein Plädoyer für Schnee
Jet Airways - Star am Himmel
Terroralarm in Deutschland: Selten so gelacht. Die Hysterie ist vor allem eine unter Sicherheitsfanatikern gepflegte
Wiesbaden: Hessens Ministerpräsident Roland Koch will seine politischen Ämter ohne Not aufgeben. Ein seltener Vorgang in der deutschen Nachkriegsparteiengeschichte. Womöglich hat er nicht gespurt.
Dortmund: Laudatio von Sabine Weicherding zur Eröffnung der Cancer-Positiv-Foto-Ausstellung von Eva Horstick-Schmitt und Tirzah Haase
Kerner wechselt die Seiten. Endlich!
Steinmeiers Nahost-Reise: Eine Farce
Denn plötzlich sind sie tot: Helmpflicht für alle Abfahrer?
EU-Verfassung: Auf ein Neues unter Freunden
Ex-Bundespräsident Herzog hält ein Plädoyer
SPD-Parteitag: Politische Dialektik
Birthler-Behörde: Neu-Auflage des Faktischen
Deutsche Bahn unter Belagerung
Twins an den Zitzen
Molln, Hubertus: China-Bashing en vogue
Molln, Hubertus: US-Falken im unkontrollierten Sturzflug
Neldner, Maja: Öttinger - Durchtriebener Schwabe
Neldner, Maja: Öttingers Blackout
Backes, Mariam: Maxim Biller - Schwadroneur von Gottes Gnaden
Deutsche Bundeswehr in Afghanistan: Entzaubert und defloriert
Neldner, Maja: Demokratie und Justiz auf Abwegen
Sabine Christiansen: Anne Will
Deutsches Fernsehen II: Eine Blamage
Apocalypto - Hingeguckt und wenig gesehen
Olin, Beatrix: Auge um Auge
Deutscher Lebensstil: TEMPO - 10 Jahre danach


Bedrohliche Online-Macht - Facebook zwingt deutsche Städte, auf seinen Seiten auf Namenshoheit zu verzichten. Dem haben sie konsequent entgegenzutreten
[934]
fb_geogr_ort.gif

Eier zeigen!

Es ist ein Novum, mit dem sich die Oberhäupter von Kommunen neuerdings befassen müssen. Mark Zuckerbergs Hydra Facebook will ihnen die Vermarktung ihrer Orts- und Städtenamen beschneiden.

Von Jochen Henke (2012-06-28)

Der junge Mann namens Mark Zuckerberg scheint größenwahnsinnig geworden zu sein, und das offenbar schon vor dem raubritterlichen Börsengang, bei dem viel schiefgegangen ist und Großanleger offensichtlich ihre Gehirne ausgeschaltet hatten. Zumindest gab es Blackouts bei den elektronischen. 

Inzwischen scheint auch eine Riege von angeblichen und tatsächlichen Stadt-Marketing-Experten nur noch einen Furz im Kopf zu besitzen, denn anders ist kaum zu erklären, weshalb etwa der für Hamburgs Seite (hamburg.de) zuständige Sprecher Torralf Köhler laut Spiegel Online äußert, "nicht auf Facebook zu sein", sei keine Option. Er liegt damit im Einklang und auf einer Linie mit seinen KollegInnen aus anderen deutschen Großstädten. Etwa Berlin.

Katharina Dreger, aus der Hauptstadt-Abteilung Stadtmarketing und Abteilungsleiterin für Presse- und Öffentlichkeitsarbeit, ist laut Spiegel Online der Auffassung, Facebook sei "für uns ein wahnsinnig wichtiger Kanal", ohne das näher zu begründen. An sozialen Netzwerken komme man "als moderne Stadt nicht vorbei", lässt sie sich weiter zitieren.

Ziemliches Blabla, was die Dame da verbreiten lässt, und ohne zu substantiieren, warum man daran nicht vorbeikommt? Geht es nur ums Dabeisein? Nur um Spässken? Oder auch um Handfestes? Wird durch die Präsenz auf Facebook Geld in die marode Berliner Kämmerer-Schatulle gespült oder kostet das Engagement nur unnütz viel?

Wie es aussieht, haben sich die Stadtoberhäupter und Kämmerer vom Hype der Social Networks und deren Protagonisten überrumpeln lassen und sind einem Phänomen aufgesessen, dessen Konsequenzen sie zu überblicken kaum in der Lage zu sein scheinen. Getreu des Mottos: Lass die jungen Leute mal machen, und mit dem sich nun abzeichnenden Aufschrei: Holla, die Waldfee! Was geht denn nun ab?

Dass sich Kommunen vermarkten müssen, ist spätestens seit Ilse Helbrechts 1995 erschienener Studie (Dissertation) Stadtmarketing¹ ein Floh im Ohr von Bürgermeistern und für die für die Vermarktung zuständigen Wirtschaftsförderungsämter ein korsettartiges Paradigma. Dass sie auf Teufel komm raus in Social Networks und Communities vertreten sein müssen, steht aber nirgendwo geschrieben. Es wäre auch zu viel des Guten oder Schlechten.

Denn was bringt es einer Kommune, wenn sie - zum Beispiel - auf Facebook vertreten ist? Vor allem: Was bringt es ihr an Mehrwert? Im Wesentlichen nichts. So gut wie jede deutsche Stadt und beinahe jedes Dorf leistet sich heute einen Web-Auftritt. Wozu also noch auf Social-Network-Portalen vertreten sein? Um zu zeigen, wie hip und Web-affin man ist? Mann-o-Mann! Als ob das ein Entscheidungskriterium für potentielle Standort-Investoren oder Touristen wäre!

Längst hat der noch kaum mit Mehrwert verifizierbare Hype um die Präsenz auf Social-Network-Seiten auch Stellenausschreibungen durchdrungen. Wer heutzutage in den Kommunikations- und Presseabteilungen von Kommunen, Organisationen oder Unternehmen unterkommen möchte, muss mit Social-Networks- und SEO-Kenntnissen ausgestattet sein. Weshalb? Das weiß niemand so genau. Ist modern. Man fragt sich, wie sich Kommunen, Organisationen und Unternehmen vor dem Aufkommen von Facebook, Xing und anderen Social Networks präsentiert haben? Gab es überhaupt eine Zeit vor Facebook? 

Nun, nachdem das Zuckerberg-Imperium sich anschickt, Städtenamen selbst zu vermarkten, müssten eigentlich die Alarmglocken zumindest bei kommunalen Oberhäuptern schrillen, zumal Zuckerberg sich mit diesem Vorhaben in die 1990er Jahre zurückkatapultiert, in denen es um Top-Level-Domain-Streitereien ging, die letztlich zu Gunsten der Kommunen - und Marken - entschieden wurden.

Doch der junge Bursche, der jüngst mit Hilfe von Banken einen geschickten Börsengang hingelegt hat, der einige auf den Hype hereingefallene Anleger richtig Geld kostete, will es offenbar wissen und weiß hinter sich Legionen von Web-Hipstern und fleißigen Bienen in verantwortlichen Positionen und an Schnittstellen, die seine Doktrin unreflektiert nachbeten.

Insofern ist es an der Zeit, dass Leute mit Eiern in der Hose auf den Plan treten und dem Spuk der angeblichen virtuellen Nützlichkeit eine Basta-Mentalität entgegenhalten. Denn wenn sich Kommunen Facebook unterwerfen, werden sie bereits in wenigen Jahren dafür zahlen müssen, Ortseingangsschilder aufstellen zu dürfen.

¹ Ilse Hellbrecht: Stadtmarketing. Konturen einer kommunikativen Stadtentwicklungspolitik. Reihe Stadtforschung aktuell, Bd. 44, Paperback, 252 S., ISBN 3-7643-5142-X, Birkhäuser, Basel, Boston, Berlin, 1995.

© Jochen Henke

© GeoWis (2012-06-28)

Anzeige
Visiting Mexico