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Schramm, Julia: Klick mich. Bekenntnisse einer Internet-Exhibitionistin. Rezensiert von Hubertus Molln
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Defekte Lötstellen

Julia Schramm, Mitglied im Bundesvorstand der Piratenpartei, hat mit Klick mich ein Buch geschrieben, das Einblicke in das Innenleben der Netzgeneration gibt.

Von Hubertus Molln (2012-09-19)

Die gute Nachricht ist: Verlage zahlen wieder sechsstellige Vorschüsse für deutsche Autoren. Die schlechte Nachricht ist: Sie zahlen sie häufig für literarischen Schund und greifen zu immer seltsameren PR-Methoden, um den Absatz zu fördern. Seit Charlotte Roche mit ihren schlüpfrigen Plaudereien in Feuchtgebiete und Schoßgebete im Verbund mit ihrem Verlasg vorgemacht hat, wie man mit mäßiger schriftstellerischer Begabung Erfolg generiert, zerbeißen begabte und phantasiereiche, hingegen erfolglose Autoren ihre USB-Sticks.

Nach Roche kam Helene Hegemann, die mit einem Plagiat (Axolotl Roadkill) absahnte. Kürzlich breitete Bettina Wulff in Jenseits des Protokolls ihr Seelenleben aus und strich einen honorigen Vorschuss ein. Nun also Julia Schramm. Sie wartet mit einem aus elf Figuren bestehenden Ensemble auf, von denen die Autorin fünf für sich in Anspruch nimmt. Ein aus multiplen Persönlichkeiten bestehendes Ich sozusagen.

Julia schramm klick michDie Autorin lebt im Internet. Sie sei mit ihm aufgewachsen und habe dank Papas Standleitung viel surfen können, wie sie bekundet. Offenbar ist die Wirkung des Internets auf Kids doch viel gefährlicher als das Fernsehen, wenn man sieht, was Schramm abgeliefert hat. Die Grundregeln des Schreibens, nämlich Aussagen zu machen, die entweder des Lesers Informationsstand erweitern oder seine Phantasie beflügeln, vernachlässigt Schramm sträflich.

Ein vernünftiger dramaturgischer Aufbau ist ebenso wenig zu erkennen wie sprachliche Brillianz. Stattdessen liefert die Autorin, die einen Abschluss in Politikwissenschaft hält und im Begriff ist, ihren Doktor zu machen, fade Bekenntnisse aus ihrem Leben ab, die so belanglos und wirr sind, als hätte ihre Festplatte beim Abspeichern des Textes defekte Lötstellen gehabt.

Normalerweise werden Manuskripte dieser Art nicht ernsthaft in Lektoraten und Vertreterkonferenzen diskutiert, weil sie es bis dahin meist nicht schaffen. Doch der Knaus Verlag, der zu Randomhouse und damit zu Bertelsmann gehört, witterte offensichtlich eine Vermarktungschance und preist die Autorin nun mit sieben Ps an - "Politologin, Publizistin, Piratin, Provokateurin, Post-Gender-Feministin, Politikerin". Wow! Da ist den Textern ja richtig etwas eingefallen. Fehlt nur noch das Adjektiv pubertierende davor.

Von einer jungen Frau mit Hochschulabschluss und öffentlichem Amt darf man mehr erwarten als belanglose Plaudereien und ermüdende Ergüsse zu ihrem Netzleben. Zumindest eine realistischere Selbsteinschätzung im Hinblick aufs Schreiben von Prosa. 

Andererseits lässt Schramms Text auch einen Einblick in das Innenleben der so genannten Netzgeneration zu, die - zieht man einige ihrer Aussagen und die von Vertretern ihrer Partei hinzu - doch arg irritiert von der abseits des Netzes herrschenden Wirklichkeit zu sein scheint. Unter Psychologen wird solche Entrücktheit nicht selten mit medizinischen Begriffen belegt.

© Hubertus Molln

© GeoWis (2012-09-19)

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