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Willems, Martin (Hg.): Ich schrieb mich verrückt - Texte von Wolfgang Welt 1979-2011. Rezensiert von Uwe Goerlitz
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Wahre Wohltat

Martin Willems (Heinrich-Heine-Institut Düsseldorf) hat sich der von Wolfgang Welt in Zeitschriften, Zeitungen und Magazinen veröffentlichten Texte angenommen und mit Ich schrieb mich verrückt dem Bochumer Autor eine Referenz erwiesen, die gerechtfertigt ist.

Von Uwe Goerlitz (2012-10-23)

Rasant, unvermittelt, kritisch, informativ und unterhaltsam. So lassen sich die in dieser Sammlung mehr als 240 Texte des rigorosen Autors Wolfgang Welt vielleicht zusammenfassen. Die meisten schrieb er für das einst wichtigste, vor sieben Jahren eingestellte Ruhrgebietsmagazin Marabo, einige für den ebenfalls nicht mehr existierenden Überblick (Düsseldorf), für den Musikexpress, Konkret, Sounds, die TAZ, Der Sanitäter (Ostheim/Rhön), die FAZ und manch andere Blätter.

Wolfgang Welt ist Anhänger von Buddy Hollys Musik und hat dies etwa mit den Romanen Peggy Sue und Buddy Holly auf der Wilhelmshöhe verdeutlicht. Wer dächte, seine Musik- und Konzertkritiken ließen sich auf Holly und Rock’n Roll reduzieren, läge falsch. Welts Besprechungsspektrum allein zum Thema Musik erreicht durchaus die Latte eines Greil Marcus oder Nik Cohns. Manche Texte sind recht kurz geraten, andere mehrspaltig.

Mit einem deutlichen Hang für damals gerade oder schon - und heute immer noch - als Kult betrachtete Bands. Etwa den Sparks, Suicide (Alan Vega, Martin Rev), Cabaret Voltaire, Flying Lizzards, Metro, Talking Heads. Auch eine frühe, geradezu prophetische Besprechung von Martha and the Muffins erfolgreichstem Album Metro Music findet sich in diesem Kompendium. Leider keine von M&Ms musikalisch anspruchsvollerem (This Is The Ice Age, 1982).

In Welts Musikwelt kommen die Eklektiker um Simon Jeffes in Form des 1973 gegründeten, 1997 aufgelösten Penguin Café Orchestra (The Noise of the Heart) ebenso vor wie das nur für kurze Zeit von Piet Klockes ehemaliger Band Die Tanzdiele (Anm. d. Vf.: später auch Die Tanzdiebe mit Konrad Mathieu am Fretless Bass) aufgescheuchte Großbürgertum in erlauchten Ortsteilen an den Rändern von Großstädten.

wolfgang welt - ich schreib mich verrücktSuperstars der damaligen Zeit kommen nicht immer gut weg. Bruce Springsteen zum Beispiel. T-Bone Burnett (bekanntestes Stück: Diamonds Are A Girl's Best Friend von der EP Trap Door, 1986) und Stevie Wonder hingegen hatten keinen Grund, sich zu beschweren. Ebenso wenig der österreichische Schlagersänger Willy Hagara (heute 85), mit dem Welt brieflich kommunizierte.

Neben Interviews mit Musikern (Alan Vega, Cliff Richard - to name but a few) finden sich in diesem Buch auch Rezensionen zu Romanen und einige Beiträge zum Kulturgeschehen im Ruhrgebiet (Neue Popliteratur: Was wäre das Lesen ohne Musik), und ein ziemlich abgedrehtes Interview (1982) mit dem dem Literatur- und Kulturbetrieb kritisch, fast nihilistisch gegenüberstehenden Dortmunder Autor Wolfgang Körner.

Zweifelsohne war Welt schon damals ein Vielschreiber und hatte gut fünf Jahre lang (1979-84) wesentlich den Musikteil von Marabo geprägt, dazu gelegentlich mit seiner flotten Schreibe Schwung in den auf die Düsseldorfer Szene abgehobenen Überblick gebracht und nie ein Blatt vor den Mund genommen. Daran habe sich nichts geändert, wie er gegenüber GeoWis äußerte. Wolfgang Welt schreibt nach wie vor. Zuletzt veröffentlichte der Suhrkamp Verlag sein raues autobiographisches Werk Doris hilft (2009).

Dass nun Martin Willems, der noch nicht geboren war, als Welt 1979 für Marabo zu schreiben begann, mit Ich schrieb mich verrückt einen Großteil von Welts Texten in einer kompakten Form vorlegt und dem Autor gewissermaßen eine vollends berechtigte Weihe gibt, kann gar nicht hoch genug eingeschätzt werden. Welts Texte zu lesen, tut wohl und bildet weiter, vor allem, wenn man den Blick zurück wagt, in eine Zeit, als Musik- und Kulturredakteure noch etwas galten.

Man kann nur hoffen, dass der zuweilen in Verruf gekommene deutsche Literatur- und Textbetrieb - abseits des Koch-, Ratgeber-, Muschi- und Promi-Genres - samt seines ihm zu Füßen liegenden Feuilletons nicht so lange wartet wie bei Jörg Fauser. Der wurde 25 Jahre nach seinem Tod wiederentdeckt. Wolfgang Welt hatte ihn noch zu dessen Lebzeiten besprochen.

© Uwe Goerlitz

© GeoWis (2012-10-23)

Martin Willems (Hg.): Ich schrieb mich verrückt. Texte von Wolfgang Welt 1979-2011. Mit einem Vorwort von Peter Handke. Tradecover, 360 S., ISBN 978-3-8375-0747-8; Originalausgabe, Klartext Verlag, Essen, September 2012.

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