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USA: Hurrikan Sandy hat viel Leid über die Ostküste der USA gebracht und die Nation wachgerüttelt. Nun soll gehandelt werden. Teil 2
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Zweite Chance

Naturkatastrophen sind auch in der modernen Welt unabwehrbar, wie jüngst Hurrikan Sandy einmal mehr auch Staatslenkern ins Bewusstsein rief. Mit der Wiederwahl Barack Obamas könnten sich die USA nachhaltig verändern. Teil 2

Von Uwe Goerlitz und Maik Mensing (2012-11-07)

Jetzt komme es auf den Präsidenten an, titelten US-amerikanische und internationale Medien angesichts der herausragenden Zerstörungen durch Hurrikan Sandy, ohne auszulassen, dass der Monstersturm den Wahlausgang beeinflussen könne.

Sandy kam zur Unzeit, wenn man bedenkt, dass die US-Präsidentschaftswahl anstand. Barack Obama ist wiedergewählt worden und hat eine flammende Antrittsrede gehalten. Was aber kann ein US-Präsident schon ausrichten, wenn sein Befehlsgebiet von naturgegebenen Mächten erschüttert wird? Adhoc wenig. Angesichts des Ausmaßes von Hurrikan Sandy konnte er auch nicht an jedem betroffenen Ort Trost spenden.

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Indes, Obama hätte die Versäumnisse seiner Vorgänger Bill Clinton und George W. Bush längst stringenter aufgreifen können und statt weiterer vieler Milliarden Dollar in die Kriegsmaschinerie besser noch ein paar Milliarden mehr in Küsten- und Katastrophenschutz stecken müssen. Vor allem aber hätte der ehemalige Sozialarbeiter mit Juristendiplom verbesserte Richtlinien zur Baugesetzgebung und Wohnarchitektur auf den Weg bringen können.

Betrachtet man die Zerstörungen im New Yorker Stadtteil Queens, wo vielfach abseits Manhattans gewohnt wird, tritt das zu Tage, was beispielsweise in Deutschland gar nicht erlaubt ist: Leichtbauweise, Pappmaché. Bauweisen, die den gegenüberliegenden oder links wie rechts angrenzenden Nachbarn schon mal um den Schlaf bringen können, wenn beim Geschlechtsverkehr lautstark gestöhnt wird. Es mag pietätlos klingen, aber Sandy brachte zumindest diesbezüglich erst mal Ruhe.

Das Pappmaché Queens - geschuldet einer preiswerten Erstehung von Eigenheimen mit minimalem architektonischen und statischen Anspruch - wurde von Sandy teils apokalyptisch zerstört. Dazu beigetragen hat auch die Art der Energieversorgung: Gas. Der fossile Brennstoff und Kurzschlüsse haben für eine Reihe von Großfeuern gesorgt, die die Feuerwehren ohne den Niederschlag von Sandy wahrscheinlich nicht in den Griff bekommen hätten.

barack obama-craig fugate-fema-meeting 2012Auch die Federal Emergency Management Agency (FEMA) mit 7.500 Angestellten und einem Budget von jährlich über sechs Milliarden Dollar (2009), von denen mehr als die Hälfte für Personalausgaben und weitere Fixkosten (Fuhrparks, technisches Gerät, Mieten) verschlungen werden, ist als Notfallhelfer bei einschneidenden Naturkatastrophen (Katrina, Sandy) überfordert.

Wie auch die US-Küstenwache (Coast Guard), die knapp 42.000 Beschäftigte hat und für 2013 ein Budget von rund zehn Milliarden Dollar veranschlagt. 1,2 Milliarden sollen in neue Ausrüstung (Boote, Schiffe, Fluggeräte, ID-Systeme) unter dem Titel Responsibility Rebuild Coast Guard ausgegeben werden.

Der weitaus größere Teil (6,8 Milliarden) fließt in die Vorsorge, darunter Küsten- und damit einhergehende Grenzsicherungsoperationen (frontline ops), Mitarbeiterschulung und - kaum zu glauben - in einen Eisbrecher fürs Polarmeer. Trotz des auch bisher schon üppigen Budgets war die US-Küstenwache nicht in der Lage, die Besatzung des Kultschiffs Bounty rechtzeitig vor Sandy zu evakuieren. Das Schiff sank. Zwei Tote sind zu beklagen.

Die USA geben viel Geld für ihre die Grenzen sichernden und Hilfe leistenden Institutionen aus, doch sind das Gelder, die – nach Abzug aller Fixkosten - bestenfalls für die Nachsorge eingesetzt werden können. Was fehlt, ist ein Umdenken in der Flächennutzungs- und Baugesetzgebung. Was zudem fehlt, sind Richtlinien, die die Bebauung in von zerstörerischen Naturphänomenen regelmäßig heimgesuchten Gebieten - wie zum Beispiel der Tornado Alley - untersagen, genauso wie das Schöner Wohnen an Küsten- und Gewässerregionen, die jederzeit überschwemmt werden könnten.

long beach township jeffrey olson beach is goneOder Sand vom Strand vor die Hütte bekommen, wie es Sandy entlang der Ostküste bewirkt hat. Ganze Strände hat er abgetragen, beispielsweise im berühmten Rockaway (Bundesstaat New York) oder in Long Beach Township (New Jersey), und den Sand meterhoch auf Straßen und in Wohngegenden abgeladen.

Aller Wahrscheinlichkeit nach wird es zu neuen oder überarbeiteten Raumordnungsgesetzen und -maßnahmen in absehbarer Zukunft nicht kommen, denn nichts ist in den USA unpopulärer als Direktiven, die den Kern des US-amerikanischen Freiheitsverständnisses tangierten. Nur wenn der Bevölkerung Hab und Gut oder sie selbst weggeschwemmt, abgebrannt oder durch ein Erdbeben gerüttelt werden, ist der Ruf nach Hilfe groß. Wie jetzt.

Noch sind die USA nicht auf Hilfe von außen angewiesen. Als Oberbefehlshaber der Streitkräfte (Commander-in-Chief) hat Obama angeordnet, dass modernstes Gerät von der im kalifornischen Riverside liegenden Airbase in die Notstandsgebiete verbracht wird. 

Doch zu dem, was sich andernorts erprobtermaßen als sinnvoll erweist, haben die USA immer noch nicht den Mut. Etwa Katastrophen - und Küstenschutz in dem Maße zu praktizieren, wie er etwa in den Niederlanden, Deutschland und anderen europäischen Küstenstaaten längst Standard ist.

Holland erhöht seine Deiche und lässt Architekten freien Lauf in der Errichtung von Ponton-Häusern, etwa in Rotterdam, die unabhängig von steigendem Meeresspiegel oder Tide bewohnbar sind. An den dänischen und deutschen Nordseeküsten sind neben Deicherhöhungen auch Auslaufflächen für Flutphänomene vorhanden.

Kalifornien immerhin versucht bereits seit Jahren, auf den ansteigenden Meeresspiegel zu reagieren und bemüht sich um Vorsorge. Daran sollten sich nach Sandy auch die US-Ostküstenstaaten orientieren, zumal der durch menschliche Eingriffe beschleunigte Klimawandel sich nicht darum schert, wer oder welche Nation gerade betroffen ist.

International werden die USA auch wegen ihrer klimapolitischen Rückständigkeit mittlerweile belächelt, zumal sie dem Kyoto-Protokoll¹ nie beigetreten sind. Auf dem jüngst zu Ende gegangenen 9. ASEM-Gipfel in Vientiane, Laos, an dem 29 europäische und 20 asiatische Staaten teilgenommen haben, erklärte Chinas Premier Wen Jiabao vor dem Hintergrund von Sandy, dass die Nationen ihre Zusammenarbeit bei den Themen Nachhaltigkeit, Energie, Klima und Katastrophenschutz und -hilfe vertiefen müssten.

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Liu Qiang von der Chinesischen Akademie für Sozialwissenschaften hob laut China Daily (Online-Ausgabe) hervor, dass sich "viele Leute gar nicht vorstellen können, dass das Stromnetz der USA, besonders in Wohnregionen, dem Chinas der 1970er und 1980er Jahre ähnelt. Viele Strommasten stehen neben ungestutzten Bäumen. Kommt ein Hurrikan, fallen die Bäume auf die Leitungen, unterbrechen den Stromtransport und verursachen Brände."

Anders als Klimaskeptiker war man sich einig, dass Naturereignisse wie Sandy künftig zunähmen, wovon wesentlich der atlantisch-karibische und der pazifische Raum betroffen würden. Auch auf den Tsunami vom 11. März 2011, der Japan traf und schließlich dort - nach Deutschland - zum Ausstieg aus der Atomkraft führte, wurde eingegangen.

riverside utility aircraft und trucks sandyMit seiner Wiederwahl hat Barack Obama nun eine zweite Chance, die auf seiner Agenda stehenden Themen anzupacken. So will er die Abhängigkeit der USA von ausländischem Öl bis 2020 deutlich reduzieren, mehr auf eigenes Öl und Gas sowie auf Wind, Sonne und moderne Kohlekraftwerke setzen. Zu seinem Programm gehört auch, die Autoindustrie zu verpflichten, sparsamere Motoren zu entwickeln. In Bezug auf den Schadstoffausstoß von Kraftwerken hat er bereits den Clean Air Act durchgesetzt. Dazu gehört auch eine Reduzierung des Kohlenstoffdioxidausstoßes um die Hälfte.

Obama hat die Latte hoch gelegt und in seiner Rede zur zweiten Amtszeit große Hoffnungen geweckt. Nun muss er liefern. Dass das nicht einfach wird, zeigen Rückschläge in der Vergangenheit, etwa die Aufhebung seines Moratoriums gegen die Offshore-Ölförderung im Golf von Mexiko durch Richter Martin Feldman nach der Deepwater-Horizon-Katastrophe.

¹ Das Kyoto-Protokoll ist ein Zusatzprotokoll zur UN-Klimarahmenkonvention, das im Wesentlichen die verpflichtende Reduzierung von den Treibhauseffekt begünstigenden Schadgasen zum Inhalt hat. Es ist nach der japanischen Stadt Kyoto benannt, wo im Dezember 1997 die entsprechende Welt-Klima-Konferenz stattfand. Seit Februar 2005 ist es in Kraft. Bisher sind 193 Staaten dem Protokoll beigetreten, 192 haben es ratifiziert. Kanada ist im Dezember 2011 ausgetreten, die USA lehnen es bislang ab und sind nicht beigetreten. China hat das Protokoll 2002 ratifiziert.

© Uwe Goerlitz; Maik Mensing

© GeoWis (2012-11-07)

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