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Misslungene Champions-League-Generalprobe von Schalke in Leverkusen trotz exklusivem Parkplatz. Das Spiel war symptomatisch für die voranschreitenden Undiszipliniertheiten in der Bundesliga
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Erhaben geparkt, reichlich gefoult, kümmerlich verloren

Im jüngsten Bundesligespiel gegen Leverkusen zeigte der FC Schalke 04 einen seiner schlechtesten Saisonauftritte und unterstrich die fortschreitende Verrohung der Liga auf dem Platz. Schuld daran sind auch die Trainer.

Von Roman Siertes (2012-11-19)

Wer als halbwegs Fußballkundiger am vergangenen Samstagmittag im Düsseldorfer Medienhafen unterwegs war, mag gedacht haben, Schalke 04 spiele gegen die Fortuna, denn vor dem Hyatt-Hotel parkte unübersehbar der blau-weiße Mannschaftsbus. Fachkundige, die wussten, dass das Team von Huub Stevens in Leverkusen anzutreten hatte, wunderten sich.

"Wie jetzt?", entfuhr es einem. "Sind die etwa im Hotel abgestiegen? Ist doch von Gelsenkirchen nicht so weit bis Leverkusen, oder?" Bis zur Bay Arena in Leverkusen sind es von Schalke aus 77 km. Eine Strecke, die sich locker an einem Tag mit dem Mannschaftsbus hin- und zurücklegen lässt. Bis zum Hyatt, wo sich Schalkes Manager Horst Heldt im Januar mit Raúls Berater zu (erfolglosen) Vertragsverlängerungsgesprächen traf, sind es allerdings nur 61 km.

schalke_leverkusen_hyatt_duesseldorf_mannschaftsbusAls gegenwärtiger Bayern-Verfolger Nummer eins und Primus in der Champions-League-Gruppe B kann man ruhig mal seinen Stolz nach außen tragen und sichtbar machen, dass man nicht auf den Euro zu achten braucht, zumal Leverkusen nicht über eine derartige Fünf-Sterne-Herberge verfügt. Wahrscheinlich würde sich auch niemand über erhabenes Parken in der Landeshauptstadt mokieren, wenn es gegen die Fortuna gegangen wäre und - das vor allem - die Leistung gegen Leverkusen gestimmt hätte.

Von Leistung aber konnte keine Rede sein. Leverkusen spielte die Schalker in Grund und Boden, hätte schon zur Halbzeit mit drei oder vier zu null führen können. Stattdessen ging die Werkself mit eins zu null in die Pause. Danach spielte Leverkusen weiter Katz und Maus mit der völlig indisponierten Stevens-Elf und hatte weitere gute Torchancen (inklusive eines verschossenen Elfmeters). Doch es reichte nur zu einem weiteren Treffer.

Das Bemühen der Schalker, wiedermal wie schon häufiger einen Rückstand aufzuholen, war zwar allgegenwärtig, führte aber auch zu Übereifer, besonders beim oft ungeschickt und rüpelhaft agierenden Abwehrrecken Papadopoulos, der lange vor seiner Gelb-roten Karte (82.) vom Platz geschickt gehört hätte. Als es dann soweit war, trat er wütend gegen eine Getränkeflasche, die zerplatzte und einen Berichterstatter vollsud. Trainer Stevens entschuldigte sich bei dem Mann für das inakzeptable Verhalten seines Spielers. Nicht überliefert ist, ob für Papadopoulus anschließend ein Shuttle-Porsche des Hyatt bereitstand.

Zuvor war Jefferson Farfan negativ aufgefallen, nachdem er wegen seines schwachen Spiels gegen Marica ausgewechselt wurde. Statt sich aufs Cooling-down-Rad zu begeben, meckerte er auf der Bank gegen seine Auswechslung, bis es Huub Stevens reichte und er ihn nebst dem ebenfalls ausgewechselten und störrischen Lewis Holtby in die Kabine schickte.

Schalke ist keine Ausnahme. Das Rüpelhafte und Unschöne in der Bundesliga hat zugenommen. Die Kontrahenten gehen rüde miteinander um. Sie fahren radikal die Ellebogen aus, grätschen schlimmer als zu Berti Vogts Zeiten in die Beine des Gegners, benutzen ungeniert das gestreckte Bein und wundern sich dann zeternd und wild gestikulierend darüber, dass sie vom Platz fliegen. Vielleicht täten Jugendherberge, ein Garni-Hotel oder höchstens zwei Sterne ja mal gut, um die Rüpel wieder auf Normalmaß zu bringen. Fünf Sterne - so sieht es aus - scheinen ihnen nur den Kopf zu verdrehen.

schalke_hyatt_shuttle_panameraDen fortschreitenden Sitten- und Disziplinverfall müssen sich auch die Fußballlehrer ankreiden lassen, die allzu häufig schlechtes Vorbild sind. So BVB-Trainer Jürgen Klopp, dessen Ausflippen nach einem Tor, einer richtigen oder vermeintlichen Fehlentscheidung des Schiedsrichters oder eines zu langsamen Balljungens mitunter peinlich wirkt.

Andere sind nicht besser. So HSV-Trainer Thorsten Fink, gebürtiger Dortmunder, der - wenn es schlecht läuft - Spieler an den Pranger stellt und wenn gesiegt wird, vor allem die Mannschaft lobt. Dieter Hecking vom FC Nürnberg macht so etwas zwar nicht, wettert aber auch ständig wie ein HB-Männchen an der Linie. Übertroffen wird er vom Mainzer Trainer Tuchel und vom völlig unkontrollierten Freiburger Coach Streich.

Hat der Wahnsinn schon Methode? Vielleicht. Manchem Fußballlehrer könnte es nicht schaden, sich einer intensiven Reflexion mittels Video-Studium hinzugeben. Oder sich von seiner Gattin oder Lebensabschnittspartnerin die Leviten lesen zu lassen.

Offensichtlich ist, dass die Vereine, sobald genügend Mittel zur Verfügung stehen, ihre Spieler nebst Bagage zu luxuriös unterbringen und zu sehr pampern. An jenen Spielern, die von Haus aus geerdet sind - wie z. B. Mario Götze (BVB) - perlt das Pampern meist ab; jene hingegen, die komplizierte Sozialisationen erfahren haben, brauchen es wohl.

Schalkes Auftritt in Leverkusen war im Hinblick auf das am kommenden Mittwoch stattfindende CL-Spiel gegen Olympiakos Piräus eine misslungene Generalprobe. Piräus, das vor heimischem Publikum im Hinspiel eins zu zwei verlor, hat die Schwächen der Stevens-Truppe studiert. Wenn die Griechen dann ähnlich aufträten wie Bayer, hätte Schalke es schwer.

Wie auch am kommenden Samstag gegen die Eintracht aus Frankfurt, die punktgleich mit den Schalkern - bei einem Tor Differenz - hinter den Bayern liegen. Immerhin braucht man zu beiden Spielen nicht groß anzureisen. Es sind Heimspiele und Gelsenkirchen hat kein Hyatt. Kaum vorstellbar, dass der Mannschaftsbus erneut in Düsseldorf parken wird.

© Roman Siertes

© GeoWis (2012-11-19)

Update (2012-11-22): Nach einem mühsamen Arbeitssieg gegen Olympiakos Piräus durch das 1:0 von Fuchs steht der FC Schalke 04 im Achtelfinale der Champions League.

Update (2012-12-16): Am 16.12. wurde Schalkes "Jahrhunderttrainer" Huub Stevens von seinem Posten als Cheftrainer entlassen.

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