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Deutsch als Fremdsprache: In kaum einem Bereich werden Akademiker so schlecht bezahlt wie im Sprachunterricht DaF. Dabei wird viel von ihnen verlangt, besonders Verzicht
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Hurenjob

Die Nachfrage nach Deutsch-als-Fremdsprache-Lehrern im Ausland ist seit Jahren hoch. Die Bezahlung hingegen ist dürftig.

Von Jochen Henke (2013-02-05)

Man sollte davon ausgehen können, dass ein global agierender Konzern wie Volkswagen seine Mitarbeiter gut bezahlt, vor allem dann, wenn er sie im deutschsprachigen Raum für eine Stelle im Ausland rekrutiert und sie eine akademische Ausbildung vorweisen müssen.

Im Management-Bereich, bei Ingenieuren und in Führungspositionen im rein kaufmännischen Sektor öffnet VW seine Schatulle entsprechend, übernimmt Anreise- und Umzugskosten, gewährt kostlenlos Heimatflüge, zahlt bei Bedarf Schulgeld oder Zuschüsse, regelt die Formalitäten, stellt eine Wohnung oder ist bei der Suche danach behilflich, übernimmt Hotelkosten, ein Auto mit Fahrer und so fort.

Es ist internationaler Standard, wenn man qualifizierte Mitarbeiter ins Ausland locken will. Den aber verlässt VW, wenn es darum geht, Lehrkräfte für den Bereich Deutsch als Fremdsprache (DaF) zu rekrutieren, wie etwa für sein Sprachzentrum im mexikanischen Puebla (Centro de Idiomas VW México), in dem laut einschlägigem Stellenangebot zirka 900 Sprachschüler, meist "Werksangestellte und Mitarbeiter aus Zulieferbetrieben" unterrichtet werden.

vw volkswagen sprachzentrum puebla mexiko idiomas vw vw de mexico pueblaVWs Sprachzentrum in Puebla ist zugleich TestDaF-lizenziert, das heißt es hat die Berechtigung, auch Deutschprüfungen für den Hochschulzugang in Deutschland abzunehmen. Im Weiteren ist ihm erlaubt, Prüfungen fürs Goethe-Institut in den Grund- und Mittelstufen abzunehmen und entsprechende Zertifikate auszustellen. Interessant ist das vor allem für Selbstzahler, mit denen Einnahmen generiert werden.

Umso erstaunlicher erscheint es, dass VWs Sprachzentrum deutsche Lehrkräfte zu Hunger-Honoraren anzuwerben versucht. 7,50 € pro Unterrichtsstunde, die abseits internationalen Standards (45 Min.) dort 50 Minuten dauert, werden angeboten. 25 bis 30 Unterrichtseinheiten sollen wöchentlich geleistet werden. Im Mittel kommt man laut Stellenausschreibung auf 800 - 900 Euro pro Monat.

"Vom Gehalt werden 10% Lohnsteuer einbehalten", heißt es weiter. Das widerspricht dem Umstand, dass die Lehrtätigkeit auf Honorarbasis ausgeübt werden soll. Sozialversicherungsbeiträge werden - schon aus diesem Vertragsstatus heraus - nicht übernommen. Auch sonst wird gegeizt. An- und Rückreiskosten hat die Lehrkraft selbst zu stemmen, genauso wie Visumkosten, Unterkunft und Krankenversicherung (KV).

Letztere ist zumindest im ersten Jahr selbst zu tragen. Hierzu kommt seitens VWs Sprachzentrum die Empfehlung, sich über eine Auslands-KV zu versichern, obwohl das gar nicht so unkompliziert ist und man schnell in eine Kostenfalle geraten kann, wenn man nicht aufpasst. Wer für ein Jahr ins Ausland geht, kann sich von seiner KV freistellen lassen. Die Auslands-KV kostet allerdings je nach Alter und Leistungspaket 30 - 80 Euro im Monat. Leistungen, wie sie die gesetzlichen Krankenkassen in Deutschland anbieten, darf man jedoch nicht vollumfänglich erwarten.

Man müsste also Geld mitbringen, wenn man in VWs Sprachzentrum in Puebla arbeiten wollte, selbst dann, wenn man der Prosa zu den Lebenshaltungskosten in Puebla Glauben schenkt, die laut Thomas Hertwig, der das - aus dem hier zitierten - Stellenangebot aufgab, "moderat" seien. Das klingt gut, sagt aber wenig aus.

Mexiko gehört bezüglich seiner Großstädte längst zu den teuersten Ländern Lateinamerikas. Es wird auch gut verdient, wenn man einen Hochschulabschluss besitzt und einige Jahre Berufserfahrung hat. Warum also sollte man als Deutsch- bzw. DaF-Lehrer für 900 Euro brutto arbeiten, wenn in Deutschland in ordentlichen Instituten das Drei- bis Fünffache gezahlt wird? Etwa, weil das Exotische, mit dem geworben wird, lockt? Das kann man, wenn man dort arbeitet, knicken. Eher stellt sich die Frage, weshalb Daf-Lehrer im Ausland plötzlich auf Studentenniveau hinsichtlich Einkommen und Lebenshaltung absinken sollen, gar herabgewürdigt werden?

VWs Sprachzentrum bildet in diesem Kontext keine Ausnahme. Die Hochschule Osnabrück etwa suchte im November 2012 für die University Hefei, Provinz Anhui (China), für das "Studienprogramm LOGinCHINA" eine/n DaF-LehrerIn für 18 Unterrichtsstunden für 500 Euro/Monat. Immerhin bezahle sie An- und Rückreise (bei mindestens zwei Semestern Tätigkeit), eine mietfreie 2-Zimmerwohnung auf dem Campus und kostenlose medizinische Versorgung. Wer, bitteschön, will auf dem Campus wohnen?

In Tianjin bot das College of Foreign Language an der University Nankai für 12-14 Unterrichtseinheiten (45 Min.) im Oktober 2012 gestaffelt nach akademischem Grad 550 - 650 Euro/Monat. Selbst dortige einheimische Hochschullehrer verdienen weit mehr als das Doppelte. Im Portfolio liegt mietfreies Wohnen auf dem Campus (!), kostenlose medizinische Versorgung, Kostenerstattung für Hin- und Rückflug. Mehr nicht.

Etwas anders, jedoch immer noch mager, geht die Hochschule Merseburg vor. Für ihre Kooperation mit der Uni in Changzhou, Provinz Jiangsu (China), bietet sie 14 Euro pro Vollstunde, alternativ 1100 Euro/Monat, ohne anzugeben, wie viele Unterrichtseinheiten wöchentlich oder monatlich zu leisten seien. Eine Kostenübernahme für An- und Rückreise wird nicht erwähnt. Allerdings würden zwei Heimflüge pro Jahr erstattet. Sozialversicherungsabgaben? Fehlanzeige.

Obwohl die Stellenanbieter wissen müssten, dass in den Großstädten Chinas und anderer Schwellenländer für Akademiker längst vernünftige Gehälter oberhalb der 1000-Euro-Marke bezahlt werden, sind sie meist nicht bereit, das auch deutschen Sprachlehrern zu gewähren. Dabei müssten diese noch weitaus mehr erhalten, mindestens aber das, was sie in Deutschland beziehen.

Denn wer in China - oder Mexiko - so leben möchte wie zuhause in Deutschland, kommt mit den Peanuts nicht hin. Erst recht nicht, wenn die Kosten in der Heimat weiterlaufen und die Engagements im Ausland nicht verlängert werden. Zwar gehört es bei den meisten Stellenausschreibern zur Prosa, Vertragsverlängerung anzubieten, aber längst nicht zur Wirklichkeit.

Etwa beim privaten Anbieter Colegio Aleman Cuauhtémoc in Tijuana (Baja California, Mexiko). Vor einem Jahr suchte die Schule eine/n DaF-LehrerIn für ein Gehalt von 1900 US-Dollar (ca. 1400 €) bei einer 35-Stunden-Woche. Eine Wohnung inklusive Nebenkosten sei für 400 Dollar zu bekommen. Das trifft in Tijuana auf ein Wohnklo mit Kochnische zu. Nun sucht sie schon wieder.

Besser haben es DaF-Lehrkräfte, wenn sie direkt bei einem der vom Bundesaußenministerium unterhaltenen Goethe-Institute (GI) anheuern können. Doch auch dort wird mit unterschiedlichen Maßen gemessen. 12,85 Euro pro Unterrichtsstunde (bei 20 UE/Woche) zahlt das GI in der mongolischen Hauptstadt Ulan Bataar, dazu Visumkosten und einen einmaligen Reisekostenzuschuss von 1.000 Euro. Sozialversicherung? Nein.

Für den gleichen Job in Vietnams Hauptstadt Hanoi erweist sich das GI als etwas großzügiger. Die Visumkosten werden genauso wie die Hin- und Rückreisekosten übernommen. 25 UE müssen wöchentlich abgeleistet werden, 22 Euro/UE werden bezahlt. So kommt man auf rund 2360 Euro/Monat. Hört sich viel an, ist es im teuren Hanoi aber nicht.

daf tianjin nakai universityAuf unterem Niveau im Huren- Jobmarkt DaF operiert auch das Centro Cultural Austriaco im kolumbi- anischen Medellín. 700 Euro, in Landeswährung: 1,63 Millionen Pesos, lautet das Monatssalär bei 25 Unterrichtseinheiten pro Woche. Medizinische Versorgung wird nach landesüblichen Standards geleistet. Wohnung? No way.

Selbst Scheichs gerieren sich als sparsam, wenn es darum geht, ihren Untertanen Deutsch beibringen zu lassen. So in Riad, Saudi-Arabiens Hauptstadt. An der King Saud University. Gestaffelt nach akademischem Abschluss, Berufserfahrung und arabischen Sprachkenntnissen liegt das Salär gemäß Stellenausschreibung vom 3.12.2012 zwischen 1.400 und 3.000 Euro. Visum- und Kosten für Hin- und Rückreise zuzüglich eines Heimflugs pro Jahr werden übernommen. Sozialversichert ist man im Zielland. Hört sich nach viel an, ist aber vergleichsweise ärmlich. Bereits vor 25 Jahren wurden Ingenieuren und Industrieberatern aus dem (deutschen) Ausland zwischen 6.000 und 12.000 D-Mark netto bezahlt.

Dass ausgerechnet im Bereich DaF so wenig gezahlt wird, ist ein Unding. Wer also unterschreibt für so wenig Geld? Es sind vielfach Studenten dieses Studiengangs, arbeitslose Germanisten, Travel Workers und nicht selten Leute, deren einzige Qualifikation die Muttersprache ist. Sie alle machen die Preise kaputt. Nicht selten scheitern sie an dem, was sie zu unterrichten haben.

Darunter leidet vor allem die Qualität. Irgendwann stehen etwa ausländische Studienanwärter mit Zulassungen an den Pforten deutscher Hochschulen und verstehen schon im Einführungsseminar nicht die Bohne, können aber mit ihrem TestDaf- oder DSH-Zertifikat wedeln. Und damit studieren sie dann Medizin oder Ingenieurwissenschaften?

Das Geschäft mit Deutsch als Fremdsprache boomt weltweit, vor allem in Chinas Metropolen. Indes, vom Geldsegen kommt bei den DaF-Lehrkräften nur wenig an, selbst bei denen, die in Goethe-Instituten arbeiten. Es sei denn, sie sind nach deutschem Recht angestellt oder verbeamtet.

Immer mehr gestandene DaF-Lehrer bewerben sich erst gar nicht mehr auf die mit Hungergehältern bedachten Auslandsjobs, sondern bieten ihre Dienste direkt an, umgehen also die Institute. Letzteren bleibt allzu oft nur übrig, auf Studenten und Idealisten zu setzen.

Lächerlich.

© Jochen Henke

© GeoWis (2013-02-05)

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