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China zelebriert Lei-Feng-Day
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Tue Gutes!

Vor 50 Jahren erhob Mao Zedong den Soldaten Lei Feng in den Stand eines Volkshelden. Seitdem wird alljährlich mit Feierlichkeiten und Freiwilligendiensten an ihn erinnert.

Von Hao Feng (2013-03-05)

Lei Feng (1940-62) war ein einfacher Soldat der Volksbefreiungsarmee Chinas aus Wangcheng (heute: Leifeng), Provinz Hunan, der beim Einweisen eines Militärlastwagens ums Leben kam, nachdem dieser einen Telefonmasten angefahren hatte. Der Mast erschlug Lei Feng. Bis zu seinem Tod war Lei einer von Millionen einfachen und namenlosen Soldaten.

lei feng poster 1983 maoNachdem seine Tagebücher gefunden worden waren, in denen er den Großen Vorsitzenden der Kommunistischen Partei Chinas (KPCH) und Staatsgründer der Volksrepublik verehrte, sich zur Revolution und dem Kommunismus bekannte und für Selbstlosigkeit eintrat, wozu auch gehörte, Schwächeren uneigennützig zu helfen, wurden sie vom Mao-Vertrauten Lin Biao erstmals der Öffentlichkeit zugänglich gemacht.

Die Anteilnahme der Öffentlichkeit, vor allem in Leis Heimatprovinz und in Beijing, war groß. Mao erklärte ihn 1963 zum Volkshelden. Der 5. März ist seitdem der Lei-Feng-Tag, der in ganz China mit Festivitäten und Freiwilligen-Aktionen - etwa Aufräumen in Parks, Straßenreinigungen, Besuche mit Präsenten in Seniorenheimen und anderen sozialen Einrichtungen - begangen wird.

Allen ab 1963 bis Ende der 1980er Jahre in China eingeschulten Kindern wurde Leis Altruismus nahegebracht und als eines der Kernelemente des Kommunismus gelehrt. Er gelangte in die Schulbücher, und zu Hunderttausenden wurden Propagandaplakate verbreitet. Nach Maos Tod (1976) schrieben seine Gefolgsleute Zhou Enlai und Deng Xiaoping über den jungen Altruisten, später auch Jiang Zemin, Staatspräsident von 1993-2003.

Der von Mao erdachte Leitsatz, "Vom Genossen Lei Feng lernen", der viele (gemalte) Plakate mit Leis Antlitz zierte und heute noch ziert, ist tief in der chinesischen Gesellschaft verankert, selbst in jenen Schichten, die den Raubtierkapitalismus für sich entdeckt haben und davon profitieren. Mindestens einmal im Jahr aber können sie ihr Gewissen entlasten, indem sie etwas Selbstloses vollbringen.

Unumstritten ist der Mythos Lei Feng nicht. Kritiker innerhalb und außerhalb Chinas zweifeln an der offiziellen Darstellung zu Lei Feng und heben darauf ab, dass propagandistische Heldenverehrung betrieben werde. Sie können sich nun einen genaueren Eindruck über Lei Feng verschaffen, indem sie die am vergangenen Montag eröffnete Ausstellung dazu im Beijing World Art Museum besuchen.

lei feng poster cut children bookOder das kleine Museum in Beijings einziger nach dem Volkshelden benannten Schule, Lei Feng Elementary School, das am 25. Februar 2013 eröffnete und ab Ende März für die Öffentlichkeit zugänglich ist. Die Grundschule liegt im Norden des zentralen Stadtteils Dongcheng, unweit der Zweiten Ringstraße (2nd Ring Road) zwischen der Xitao Allee und Xitao Hutong.

Für viele Chinesen bleibt Lei Feng ungeachtet jeglicher Kritik ein Volksheld, denn es geht ihnen nicht darum, ob er posthum für Propagandazwecke verwendet wurde, sondern um das, wofür er stand.

Abbildungen aus: Chinese Propaganda Posters. Erschienen bei Taschen, Köln, 2008.

© Hao Feng

© GeoWis (2013-03-05)

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