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Der Spiegel blieb bei Offshore-Leaks unberücksichtigt. Das ist so blamabel wie konsequent
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Mächtig gestutzt

Deutschlands selbst ernanntes Nachrichtenmagazin Nummer eins, Spiegel, wurde bei Offshore-Leaks rechts liegen gelassen.

Von Nina Brenthäuser (2013-04-07)

Der Paukenschlag ereignete sich am vergangenen Mittwoch. Fast zeitgleich veröffentlichte das International Consortium of Investigative Journalists (ICIJ) im Verbund mit einer Vielzahl von international renommierten Medien unter dem Projektnamen Offshore-Leaks, wie das globale Steuerhinterziehungssystem funktioniert.

In Deutschland sind der Norddeutsche Rundfunk (NDR) und die Süddeutsche Zeitung (SZ) jene Medien, die das Vertrauen des ICIJ genießen, in die Auswertung der umfangreichen Datensätze einbezogen wurden und hierzulande zuerst darüber berichteten. Angesichts der Brisanz und Tragweite von Offshore-Leaks darf getrost von journalistischer Weihe ausgegangen werden.

Offshore-Leaks ohne SpiegelDie wurde dem Spiegel, dessen Chefredakteur (Heft) Georg Mascolo genauso wie der ehemalige Spiegel-Journalist (1979-97), seit 15 Jahren bei der SZ arbeitende, preisgekrönte Hans Leyendecker Mitglied im ICIJ ist, nicht zuteil.

Für die selbst ernannte Nummer eins unter Deutschlands Nachrichtenmagazinen ist das ein Schlag ins Gesicht. Intern werde von einem "Relevanzproblem" gesprochen, schreibt Sonja Pohlmann im Tagesspiegel (Berlin). Diese Einschätzung aber dürfte nicht ausreichend sein.

Das von Rudolf Augstein 1947 gegründete Magazin, das im Zweifel links stehe, wie der 2002 verstorbene Gründer einst äußerte, hat sich während der vergangenen 15 Jahre offensichtlich ein Glaubwürdigkeitsproblem erarbeitet, das mit einem nicht zu übersehenden Vertrauensschwund einhergeht. Denn spätestens mit Antritt der Regierung Schröder/Fischer (1998) war das Blatt im Zweifel mittig-rechts und ist auf dieser Position bis heute gut besetzt.

Vergleicht man Hefte aus den 1960ern, 1970er und 1980er mit denen aus den 1990ern bis heute, fällt auf, dass vom Biss, der politischen Chuzpe und investigativer Berichterstattung nicht mehr allzu viel vorhanden ist. Geblieben aber sind Eitelkeit, Selbstbeweihräucherung, Gehabe in Korrelation mit einer arrivierten Mitarbeiter KG und Gesellschaftern mit unterschiedlichen Interessen. Zu Letzteren zählt das Verlagshaus Gruner & Jahr (Stern; Schöner Wohnen; Geo) und die an ihm zu 74,9% beteiligte Bertelsmann-Gruppe, die über ihre Stiftung als eine der einflussreichsten politischen Pressure Groups der Republik gilt.

spiegel heft 22 2010Die Hartz-Gesetze gäbe es womöglich in vorliegender Form nicht, wenn der Spiegel sich unter Chefredakteur Stefan Aust damals nicht den Rechtsauslegern Schröder und Fischer ergeben hätte, sondern mit deren neoliberaler Politik härter ins Gericht gegangen wäre.

Vertrauen hat das Blatt auch das Oskar-Bashing gekostet, das bis heute andauert. Anstatt beizeiten die Rücktrittsgründe von Lafontaine als Finanzminister näher zu untersuchen, übernahm man beim Spiegel die Argumentationslinie und Ächtungsstrategie der damaligen Regierung, die geradezu ausartete, nachdem Lafontaine die WASG mitgegründet und später mit der PDS zur Linkspartei fusioniert hatte. An vorderster Front beteiligten sich die Hamburger auch beim Grass-Bashing.

Stets dabei: das unter Aust, Rudolf Augsteins Spiegel-internem Ziehsohn, Mitte der 1990er Jahre ins Leben gerufene Blatt-Äquivalent Spiegel Online (SpOn), das sich im deutschsprachigen Netz schnell als klickstarke Marke etablierte, seit Jahren allerdings durch viel nachrichtenarmen Blödsinn auffällt und reichlich Schwatz darbietet, so dass der nachhaltige Eindruck entsteht, es werde mit dem Boulevard konkurriert.

Geradezu Desinformationscharakter weist die seit Beginn der globalen Finanzkrise in Spiegel-Medien behandelte Thematik zur Währungsunion und Deutschlands Rolle darin auf. Anstatt der Phalanx der Profiteure der Euro-Krise, zu denen insbesondere Deutschland gehört, schmerzhaft auf die Finger zu schauen, wird lieber auf südeuropäische EU- und Währungsverbund-Mitglieder eingeprügelt.

Zum Vertrauensverlust in die Berichterstattung des Blattes gehört auch die weitgehend unkritische Haltung gegenüber Unternehmen, die jahrein, jahraus kostspielige Anzeigen schalten, und deren Produkte. Kein Nachrichtenmagazin oder Blatt außerhalb branchenspezifischer Medien hat etwa den Hype um Produkte der Firma Apple und deren Messias Steve Jobs so befeuert wie Spiegel und SpOn. Da verbot es sich quasi von selbst, Jobs als einen seine Mitarbeiter schindenden Kotzbrocken zu bezeichnen oder das auf Erfindungen anderer Unternehmen und Institutionen fußende Geniale an ihm in Frage zu stellen.

Fehlanzeige in kritischer Berichterstattung auch bei den beim Spiegel beliebten Anzeigenkunden deutscher Automobilhersteller wie BMW, Daimler, Volkswagen. Leute dieser Unternehmen sitzen genauso wie Manager von Pharmaherstellern (Merck) und Energieoligopolisten (E.ON) im Aufsichtsrat bei Bertelsmann und reden im Zweifel ein Wörtchen mit, wenn es um Anzeigen in Millionenhöhe beim Spiegel und dessen Medien geht.

spiegel heft 34 2010Nun hat das Blatt nebst seiner Online-Ausgabe zu allem Ungemach offenbar ein Problem mit der Chefredaktion, wie das Hamburger Abendblatt am Freitag unter Berufung auf Gesellschafterkreise des Spiegels verbreitete. Angeblich stimme die Chemie zwischen Mascolo und dem für SpOn mitverantwortlichen Mathias von Blumencron nicht.

Unter ihre Regie fällt ein verbreitetes schräges Chinabild und jede Menge China-Bashing. Als Deutschland und China vor gut fünf Jahren für kurze Zeit diplomatische Verstimmungen zu bewältigen hatten, sagte der Spiegel eine Veranstaltungsreihe in China ab. Fragwürdig war auch der teils seltsame Umgang mit Wikileaks und deren Protagonisten.

Beide Chefredakteure sollen abgelöst und abgefunden werden. Fragt sich, wer sich als Nächstes auf diesen Schleudersitz zu setzen wagt und ob man sich in Hamburg wie 2008 erneut eine Blamage leistet. Damals war man öffentlich am ZDF-Mann Claus Kleber interessiert, der weise und elegant absagte. Vermutlich hatte er erkannt, dass es sich als einigermaßen kompliziert erweisen könnte, Chef einer Redaktion zu sein, in der Redakteure auch Anteilseigner sind.

Schwerwiegender als die eventuelle Suche nach einem neuen Leithammel dürfte sich die Nichtberücksichtigung bei Offshore-Leaks für das Blatt auswirken. Bislang war so etwas gemäß Selbstverständnis der Spiegelaner undenkbar. Nun weiß die globale Medienwelt darüber Bescheid und blickt respektvoll auf den NDR und die SZ.

© Nina Brenthäuser

© GeoWis (2013-04-07)

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