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Maurice Strong gilt als einer der Protagonisten der globalen, kapitalkräftigen Trickle-down-Umweltschützer. Vielen Kritikern ist er nie geheuer gewesen. Teil 1 - Soldat im Hintergrund
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Soldat im Hintergrund

Maurice Strong galt jahrzehntelang als umtriebiger Mann in Sachen Umweltschutz und nachhaltiger Entwicklung. Wer aber ist diese in der europäischen Öffentlichkeit wenig bekannte, doch umso schillerndere Figur? Teil 1

Von Tom Geddis (2013-08-06)

Am 17. Mai 1994 berichtete Leslie Papp im Toronto Star über eine Kaufabsicht besonderer Art. Ontario Hydro, einer der mächtigsten Energieversorger Kanadas, sei durch ihren Vorstandschef Maurice Strong mit der Regierung von Costa Rica in Verhandlungen über den Kauf von 12.500 Hektarn Regenwald getreten. Das Stück Land liegt nahe des Corcovado Nationalparks auf der Península de Osa, einer Halbinsel in der Provinz Puntarenas an der Pazifiküste.

Geplant sei gewesen, das Kaufobjekt in den Corcovado Nationalpark einzubinden und es als Absorptionsfilter für das Treibhausgas Kohlenstoffdioxid wirken zu lassen. Das tat es bis dahin auch ohne das Auftreten Strongs. Schnell wurde versucht, herauszufinden - vor allem von der kleinen Schar kritischer kanadischer Journalisten -, weshalb Strong sich in seiner Funktion bei Ontario Hydro für diese 125 qkm große Fläche interessierte.

permanent high potential maurice strongZu jener Zeit standen bereits knapp 20 Prozent des Territoriums von Costa Rica unter Naturschutz. Es existierten mehr als 80 Schutzgebiete, Biosphärenreservate und geschützte Regenwälder. Sechs Schutzgebiete befanden sich 1995 in Privatbesitz. Um besagte 12.500 Hektar auch noch zu schützen, hätte die Regierung von Costa Rica lediglich ein Gesetz nach gegebenenfalls erfolgter parlamentarischer Zustimmung auf den Weg zu bringen brauchen.

Daran war sie nicht interessiert. Weshalb eine Fläche, die ungefähr der Größe Darmstadts entspricht, man als auszuweisendes Naturschutzgebiet aber noch gar nicht in Betracht gezogen hatte, nicht verkaufen, wenn jemand sie kaufen wolle? Das könnte die Regierung Costa Ricas, der damals der frischgewählte 29-jährige Präsident José María Figueres Olsen vorstand, der auf dem Ticket seines Vaters und zuvor dreimaligen Präsidenten José Figueres Ferrer fuhr, sich durchaus gefragt haben. Zumal, wenn der Chef eines großen Unternehmens vorspreche.

Zumindest in die Staatskasse sollte bei dem Deal nicht allzu viel fließen. Läppische zehn bis zwölf Millionen US-Dollar wären einzunehmen gewesen, was einem Quadratmeterpreis von weniger als zehn US-Cent entsprach. So preiswert gibt es Land nicht mal in Russlands entlegenen Regionen. Um es vorwegzunehmen: Der Deal kam zustande. Was die Frage nicht klärt, wozu Strong und/oder Ontario Hydro das Land benötigten.

Offiziell hieß es, Ontario Hydro habe Kompensation für zuvorige Umweltverschmutzungen leisten wollen. Inwiefern dieser Aussage geglaubt werden kann, hängt davon ab, wie man Maurice Strong einschätzt. Ein Blick auf sein Arbeitsleben, vor allem aber auf sein abseits der allgemeinen Öffentlichkeit Tun und Wirken, ist daher notwendig.

Der in der kanadischen Provinz Manitoba geborene Strong (*1929) habe es der englischsprachigen Wikipedia zufolge bereits im Alter von 19 Jahren geschafft, bei einer Handelsfirma in Winnipeg anzuheuern, die auch im Ölgeschäft tätig gewesen sei. Dort sei er mit wichtigen Leuten in Kontakt gekommen, darunter mit Jack Gallagher, einem auf Öl spezialisierten Geologen und Geschäftsmann, der ihm einen Assistenten-Job gegeben habe.

corcovado national park - maurice strong - golfo dulceDer Eintrag auf Wikipedia sollte mit Vorsicht genossen werden, denn auch damals kam man ohne Studium nicht so leicht in den Nahbereich von Unternehmensleitern. Offenbar war Strongs einzige Reputation gewesen, dass er zuvor (1947) als Sicherheitsmann bei der noch jungen UN in Lake Success, New York, auf niedrigem Niveau gearbeitet hatte.

Folgt man den Wikipedia-Einträgen, liest man, dass Strong mit 21 sein eigenes Unternehmen gegründet und danach schnell Karriere gemacht habe und mit 32 Präsident der Power Corporation of Canada geworden sei (1961-66).

Dann fehlen fünf Jahre (1966-71). In diesen fünf Jahren schien Maurice Strong eine innere Wandlung vollzogen zu haben, denn plötzlich betätigte er sich als theoretischer Umweltschützer und stand in seiner Funktion als Mit-Organisator für die erste Umwelt-Konferenz der UN (Stockholm, 1972) und als Co-Autor für die von Barbara Ward und Rene Dubois veröffentlichte Studie Only One Earth - The Care and Maintenance of a Small Planet (offiziell erschienen 1972) Pate.

Maurice Strong war in Schlüsselpositionen bei Canada Petroleum und der Canada Development Investment Corporation während der Amtszeit des kanadischen Regierungschefs Pierre Trudeau. Er duzte sich mit Trudeaus Nachfolger Brian Mulroney, der für Ontario Hydro in Hongkong die Asia Power Corp an den Start brachte. Sie half China damals bei der Ausbeutung von Energieressourcen.

Mit Entwicklungshilfe hatte das nicht das Geringste zu tun. Es ging ums Geschäft. Mulroney war nebenher noch im Vorstand des zum Rockefeller-Imperium gehörenden Konzerns Archer-Daniels-Midland, einem US-Agrar-Riesen und Lebensmittelproduzenten, saß als Aufsichtsratschef bei bei der Technology Development Corporation (TEDCO) und der Strovest Holding. Beide Unternehmen sammeln öffentliches Geld für angeblich auf Nachhaltigkeit ausgerichtete Umwelt- und Entwicklungsprogramme ein.

maurice strong in stockholm 1972 - erste UN-UmweltkonferenzStrong war früher auch Generalsekretär der Weltbank und anschließend für sie in einer Beraterfunktion tätig. Er war laut Democratic Underground (Online-Ausgabe) Vorstand des ominösen Earth Council, Direktor der Rockefeller-Foundation und im Stab des International Institute for Sustainable Development (IISD), dazu im einflussreichen nicht-staatlichen Gremium Trilateral Commission und Teilnehmer an den ebenfalls nicht-staatlichen, die Steuerzahler aber viel Geld kostenden Bilderberg-Konferenzen.

Es hat in der offiziellen Weltgeschichte immer Leute gegeben, die sich vom Saulus zum Paulus gewandelt haben, weshalb es gut möglich ist, dass das bei Strong auch so war. Nur nehmen kritische Stimmen ihm diese Wandlung schon seit 40 Jahren nicht ab, denn Strong gilt als einer der Prototypen zur Proklamation einer alle Jahre wieder aktualisierten neuen Weltordnung. Und wer hinter die Kulissen der UN blickt, stellt womöglich fest, dass es dort wesentlich ums Geschäft und eine gigantische Job-Beschaffungsmaschine für Akademiker geht. Und um Geopolitik.

Man könnte annehmen, dass die Job-Auslastung bei Strong keinen oder kaum noch Raum für private Interessen gelassen habe, doch der inzwischen nicht mehr wichtige Tausendsassa war abseits seiner offiziellen Jobs offenbar äußerst skurril unterwegs gewesen, wie bis Ende der 1990er Jahre im Internet zu lesen war.¹

¹ Heute existieren die meisten Webseiten dazu nicht mehr. GeoWis verfügt über entsprechende Ausdrucke aus den Jahren 1997-2001.

© Tom Geddis

© GeoWis (2013-08-06)

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