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Maurice Strong gilt als einer der Protagonisten der globalen, kapitalkräftigen Trickle-down-Umweltschützer. Vielen Kritikern ist er nie geheuer gewesen. Teil 2 - "Wir sind die Eiermänner"
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"Wir sind die Eiermänner"

Maurice Strong galt jahrzehntelang als umtriebiger Mann in Sachen Umweltschutz und nachhaltiger Entwicklung. Wer aber ist diese in der europäischen Öffentlichkeit wenig bekannte, doch umso schillerndere Figur?

Von Tom Geddis (2013-08-08)

1985 erwarb Maurice Strongs Firma First Colorado Corporation von der von David Lockton mitgegründeten Arizona-Colorado Land and Cattle Company (AZL), in deren Direktorium Strong seit 1978 saß, im US-Bundesstaat Colorado nahe der Stadt Crestone die im San Luis Valley gelegene Luis Maria Baca Grande Ranch mit rund 240 qkm Land, einer Fläche von etwa der Größe der Stadt Frankfurt/Main (248 qkm).

Die Ranch, kurz Baca genannt, diente seit Jahren als New-Age-, Esoterik- und Okkultismus-Einrichtung, ausgestattet mit hinduistischem Tempel, Ashram und einem sub-terranen Zen-Buddhismus-Zentrum. Vorsteherin des Ganzen war Strongs Frau Hanne, auf deren zuvor angeblich erfolgter mystischer Eingebung der Schnickschnack beruhte. Zu den regelmäßigen Besuchern des Baca sollen die Schauspielerin Shirley MacLaine (bekannt geworden durch den Film Irma La Douce), Ex-US-Außenminister Henry Kissinger und Ex-US-Verteidigungsminister und Ex-Weltbanker Robert McNamara nebst Gattinnen und die Rockefellers und Rothschilds gehört haben. Dazu eine Reihe weiterer seinerzeitiger Polit- und Showbiz-Prominenz.

maurice strong part of baca grande ranch Astrologisch betrachtet befand man sich im Zeitalter des Wassermanns, das 1968 durch das Musical Hair und das darin gesungene, zum Hit avancierte Lied Hit Aquarius international bekannt geworden war.¹ Die unter anderem auf indigene Weltanschauungen zurückgehende New-Age-Bewegung, über die die 2008 verstorbene Hobby-Soziologin Marilyn Ferguson den Bestseller The Aquarian Conspiracy (1980) verfasst hatte, war seit den 1960ern insbesondere in den USA auf dem Vormarsch.²

Ferguson beschrieb in ihrem Bestseller huldigend ein “führerloses, aber machtvolles Netzwerk, das radikale Veränderung in den USA auf den Weg zu bringen vermag“ und bezeichnete dieses Netzwerk als "Aquarian Conspiracy" (Wassermann-Verschwörung). Hatte sie in der Erstausgabe noch ein Vorwort des US-Journalisten Maxwell Lerner untergebracht, durfte für die 1987 erschienene zweite John Naisbitt ran, der recht schnell mit einem Kernsatz aufwartete: "Was mich dazu brachte, (das Buch) zu lesen, war der Enthusiasmus von Geschäftsleuten.“³

Naisbitt, wie Ferguson ein Vertreter der radikalen Mitte (radical centrist), aus der mal mehr, mal weniger intellektuell verpacktes faschistoides Gedankengut entspringt, sah bereits eine "religiöse Wiederbelebung" existierend, wie es sie "zuletzt vor 150 Jahren" gegeben habe. Im Fokus des Buches steht das Phänomen der Transformation des modernen Menschen, dessen Charakter und Handeln nicht auf Evolution, sondern auf Gehirnwäsche beruht. Bei Ferguson heißt das kritiklos: "Transformation: Brains Changing, Minds Changing."

Maurice Strong und seine im Baca aufgetretenen Okkultisten waren offenbar davon überzeugt, dass die Welt bald untergehe. Also musste man sie retten oder zumindest dafür sorgen, dass man nicht mit ihr untergehe. Sie finanzierten ordentlich surrealistische Projekte, etwa eine Arche Noah für die nächste Sintflut. In Blockbustern wie Roland Emmerichs 2012 (2011) oder Stanley Kubricks Eyes Wide Shut (1999) wurden solche Thematiken aufgegriffen.

marilym ferguson - aquarian conspiracy vorwort john naisbitt 1987Sonderbar genug, dass eine finanzkräftige Elite sich auf den Weltuntergang vorbereitet hätte, scheint sie sich nicht ausreichend Gedanken darüber gemacht zu haben, wer im Falle ihres Überlebens anschließend für sie den Knecht hätte geben sollen.

Doch dem Milliardär Strong, der das San Luis Valley damals auch als Valley oft the Refuge of World Truths proklamierte - auf derart Übergeschnapptes muss man als Normalbürger erst mal kommen - ging es kaum um Okkultistisches oder Esoterisches, selbst wenn die handverlesene Schar der Durchgedrehten den 1967 auf dem Beatles-Album Magical Mystery Tour erschienenen Song I Am The Walrus rituell gesungen haben sollte, wie es Mitte der 1990er Jahre im Internet hieß.

Die Beatles waren damals dauerbekifft und mittels anderer Drogen ins Psychedelische abgewandert. Der Song war ergo unter Acid-Heads der späten 1960er und frühen 1970er Jahre Kult und dessen erste Strophe führte mitunter zu seltsamen Auswüchsen auf engstem Raum. Kostprobe: "I am he as you are he as you are me and we are all together. See how they run like pigs from a gun see how they fly. I’m crying. (…) I am the eggman, they are the eggmen. I am the walrus, goo goo g’joob (…)." Es gibt nur wenige musikalische Hinterlassenschaften der Beatles, in denen sie ähnlich Verwirrtes darboten.

Das New-Age-Programm war vielleicht ein Steckenpferd von Strongs dänischer Gattin, das virulent auf die Baca-Gäste und Andere gewirkt haben könnte. Nachwirkungen hat es bis in die Gegenwart. Man erinnere sich nur an den medialen Hype des Jahres 2012, als weltumspannend auf den 21. Dezember hingefiebert worden war. Nun, die Maya hatten zwar richtig gerechnet, ihr Kalender aber wurde offenbar fehlinterpretiert und hat durch die bislang ausgebliebene globale Katastrophe unter den Endzeit-Apologeten eine regelrechte Leere hinterlassen.

¹ 1979 sorgte der gleichnamige Film von Milos Forman für eine Wiederbelebung und noch weitere Verbreitung.

² The Aquarian Conspiracy. Personal and Social Transformation in the 1980s. Foreword by Max Lerner. Originalausgabe. Tarcher/Putnam/Penguin Putnam, New York, 1980.

³ The Aquarian Conspiracy. Personal and Social Transformation in Our Time. Foreword by John Naisbitt. Ergänzte, 2. Auflage. Tarcher/Putnam/Penguin Putnam, New York, 1987.

© Tom Geddis

© GeoWis (2013-08-08)

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