GEOWIS Logo
GeoWis ONLINE-MAGAZIN
29. Mai 2016
Home |  Login | Kontakt | Verlag | Links   
Download-Archiv
eBook/eText Downloads
Science & Technology
Selected Portraits
Artikel & Reportagen
Deutsche Sprache
Meinungen
Musik
Rezensionen
- Unterhaltung
Wissenschaft/Sachbuch
Film
Interviews
Schnellsuche
 
Verwenden Sie Stichworte, um einen Beitrag zu finden.
Erweiterte Suche
Ankündigung

Kostenlose Downloads (Auswahl)

Demographie: Que sera, sera. The future's not ours to see. Die BBR-Bevölkerungsprognose in Konfrontation mit der Realität. Von Hansjörg Bucher und Claus Schlömer

Stefan Z. Dmochowski - The Olowo of Owo

Klaus von Bröckel - Djibouti: 18. März 1987

Lesetipps

Tourismus

Wohin geht die Reise? >>

Reisen im Geburtsland Makesis >>

China-Reportagen

Chongqing - Stadt im Nebel >>

Chongqings Altstadt Ciqikou >>

Carrefour in China >>

Diaoyucheng, Hechuan >>

Beijing by Bike >>

Der chinesische Traum 1 >>

Der chinesische Traum 2 >>

Der chinesische Traum 3 >>

Spanien-Reportagen

Paxe Ryanair, Iberia! >>

High Speed Tag und Nacht >>

Der Tod kommt zweimal >>

Tarragona - Baila conmigo >>

Málaga - Glut des Südens >>

Japan-Reportagen

Hakone >>

Hakone Open Air Museum - Im Reich der Skulpturen >>

Frankreich-Reportagen

Nizza - Zwischen Arm und Reich >>

Vence - Kultort der Kultur ... >>

Nizza - Champagner muss sein >>

Côte Basque - Saint-Jean-de-Luz >>

Mauerfall-Reportagen

"Ich werd' bekloppt!" >>

"Keine Ahnung, wie die lebten" >>

"Wir wollen die D-Mark!" >>

Weitere Beiträge:
Cardoso, Bill: Rummel im Dschungel. Eine Reportage aus Kinshasa. Muhammad Ali gegen George Foreman. Rezenziert von Hubertus Molln
WSL-Institut fr Schnee- und Lawinenforschung (Hg.): Schnee
Russell, Peter & Senta Slingerland (Eds.): Game Changers. The Evolution of Advertising. Rezensiert von Uwe Goerlitz
Cloos, Hans: Gesprch mit der Erde. Welt- und Lebensfahrt eines Geologen. Rezensiert von Tom Geddis
Nippoldt, Robert und Hans-Jrgen Schaal: Jazz - New York in the Roaring Twenties. Englischsprachige Ausgabe. Rezensiert von Hans Schreiber
Nordhoff, Charles: The Communistic Societies Of The United States. Rezensiert von Liz Bremer
Ochs, Michael: 1000 Record Covers. Rezensiert von Niels Baumgarten
Salgado, Sebastio: Genesis. Rezensiert von Uwe Goerlitz
Potthoff, Rolf, und Achim Nllenheidt (Hg.): Nylon, Ptts und Rock'n Roll. Rezensiert von Klaus Berthold
Vollmer, Manfred: Mein Revier - Ein Vierteljahrhundert im Bild. Das Ruhrgebiet von 1965 bis 1989. Rezensiert von Jonas Littfers
Paulo, Joaquim und Editor Julius Wiedemann: Jazz Covers. Rezensiert von Niels Baumgarten
Taschen, Benedikt (Hg.): Chinese Propaganda Posters. From the Collection of Michael Wolf. With Essays by Anchee Min, Duo Duo and Stefan R. Landsberger. Rezensiert von Uwe Goerlitz
Hotze, Nils (Hg.): Gelbfieber - Wie Dortmund Fuballhauptstadt wurde. Rezensiert von Roman Siertes
Robeck, Ulrike: Egon Erwin Kisch in Essen. Rezensiert von Hubertus Molln
Noske, Henning: Journalismus - Was man wissen und knnen muss. Rezensiert von Simone ten Breck
Kaminske, Volker: Die rumliche Wahrnehmung. Grundlagen fr Geographie und Kartographie. Rezensiert von Maik Mensing
Populr-Physiker Michio Kaku subsumiert mit 'Physics of the Future - The Inventions That Will Transform Our Lives' nichts Neues. Das kann er gut
Willems, Martin (Hg.): Ich schrieb mich verrckt - Texte von Wolfgang Welt 1979-2011. Rezensiert von Uwe Goerlitz
Gibler, John: Sterben in Mexiko - Berichte aus dem Inneren des Drogenkriegs. Rezensiert von Tom Geddis
Baumeister, Roy F.: Is There Anything Good About Men? How Cultures Flourish By Exploitating Men. Rezensiert von Wolfgang Krner
Kiberd, Declan: Ulysses And Us. The Art Of Everyday Living. Rezensiert von Klaus Berthold
Cooper Ramo, Joshua: The Age of the Unthinkable. Why the new World Disorder constantly surprises us and what to do about it. Rezensiert von Hubertus Molln
Achten, Udo (Hg.): Nicht betteln, nicht bitten. Moabiter Streikunruhen 1910. Rezensiert von Martin Jasper
Swanberg, W. A.: Luce and His Empire. Rezensiert von Uwe Goerlitz
Smith, Laurence C.: Die Welt im Jahr 2050. Rezensiert von Ralf Mai
Sargant, William: Der Kampf um die Seele. Rezensiert von Hubertus Molln
Boorstin, Daniel J.: The Image - A Guide to Pseudo-Events in America. Rezensiert von Wolfgang Krner
Seidel, Hans-Christoph: Der Ruhrbergbau im Zweiten Weltkrieg. Zechen - Bergarbeiter - Zwangsarbeiter. Rezensiert von Uwe Goerlitz
MacLean, Alex: OVER - Der American Way of Life oder Das Ende der Landschaft. Rezensiert von Ralf Mai
Heatley, Michael: Das Mdchen aus dem Song. Rezensiert von Ralf Mai
Goldman, William: Wer hat hier gelogen? Oder: Neues aus dem Hollywood-Geschft. Rezensiert von Tom Geddis
Mller, Michael (Hrsg.): Die leise Diktatur - Das Schwinden der Freiheit. Rezensiert von Hubertus Molln
Kunstler, James Howard: The Long Emergency. Surviving the End of Oil, Climate Change, and Other Converging Catastrophies of the Twenty-first Century. Rezensiert von Wolfgang Krner
Wisnewski, Gerhard: Drahtzieher der Macht. Die Bilderberger - Verschwrung der Spitzen von Wirtschaft, Politik und Medien. Rezensiert von Tom Geddis
Kraemer, Brigitte: Die Bude - Trinkhallen im Ruhrgebiet. Herausgegeben von Dietmar Osses. Rezensiert von Jonas Littfers
Hand, Richard J.: Terror on the Air! Horror Radio in America, 1931-1952. Rezensiert von Hubertus Molln
Conrad, Peter: Orson Welles - The Stories of His Life. Rezensiert von Hubertus Molln
Tsunamis: Geographische Rundschau bringt Themenheft zum 'Kstenrisiko Tsunami'. Rezensiert von Uwe Goerlitz
Gresh, A., Radvanyi, J., Rekacewicz, Ph., Samary, C., Vidal, D. (Hg.): Le Monde diplomatique - Atlas der Globalisierung. Rezensiert von Uwe Goerlitz
Wieczorek, Thomas: Die verbldete Republik. Wie uns Medien, Wirtschaft und Politik fr dumm verkaufen. Rezensiert von Mariam Backes
Ortlepp, Renate: Geographie fr Touristiker. Rezensiert von Uwe Goerlitz
Mller, Wolfgang: Die groen Wirtschaftslgen. Rezensiert von Jochen Henke
Napoleoni, Loretta: Die Zuhlter der Globalisierung. Rezensiert von Simone ten Breck
Taleb, Nassim Nicholas: Fooled by Randomness. Rezensiert von Uwe Goerlitz
Reinhardt, Stephan: Verrat der Intellektuellen. Rezensiert von Wolfgang Krner
Vilenkin, Alex: Kosmische Doppelgnger. Rezensiert von Peter Riepe
Genske, Dieter D.: Ingenieurgeologie. Rezensiert von Iris Feldmann
Baer, Robert: See No Evil. Rezensiert von Hubertus Molln
Wisnewski, Gerhard: Verheimlicht, vertuscht, vergessen. Rezensiert von Hubertus Molln
Stiglitz, Joseph/Linda Bilmes: The Three Trillion Dollar War. Rezensiert von Uwe Goerlitz


Nordhoff, Charles: The Communistic Societies Of The United States. Rezensiert von Liz Bremer
[1071]
charles_nordhoff_communistic_societies_USA_big.gif

Anspruch auf Freiheit

Das 1875 von Charles Nordhoff erschienene Buch The Communistic Societies Of The United States erscheint als Plädoyer für das Prinzip, von der Obrigkeit in Ruhe gelassen zu werden. Vor allem in Sachen des Glaubens.

Von Liz Bremer (2013-08-19)

Das vorliegende Buch ist eine Ausgabe aus dem Jahr 1965, klassifiziert als Paperback-Erstausgabe von Schocken.¹ 90 Jahre zuvor, neun Jahre nach dem Ende des amerikanischen Bürgerkriegs, war das Original bei Harper & Bros erschienen.

Während dieser Epoche war Europa von Industrialisierung, Bergbau, Stahlbaronen und Armut geprägt; Afrika, Asien und Lateinamerika wurden von ihren Kolonialmächten drangsaliert und ausgebeutet, und in den USA hatten aus Europa emigrierte Banker, Halunken und Eisenbahnbauer von Union Pacific und Central Pacific, Dampfschifffahrtseigner und aufstrebende Monopolisten des Energiewesens das Sagen.

Man war entweder importierter Sklave oder Nachfahre eines solchen; man war Sklave der Erschließungsherren der neuen Welt, Sklave der Banker; oder Sklave eines Großgrundbesitzers - Rinderhirte also. Man war auch Sklave beim Militär. Oder man war Outlaw. Insofern unterschied sich für viele Emigranten nach den USA damals die neue Welt Amerika nicht sonderlich von der alten, Europa, aus der sie geflüchtet waren.

Anders jedoch als in Europa, wo die Nachwirkungen der Inquisition des Mittel- und Spätmittelalters noch evident waren, obwohl das Zeitalter der Aufklärung mit der Französischen Revolution begonnen hatte, aber noch nicht so weit diffundiert war, dass auch Kirche, Herzogtümer, König- und Kaiserreiche autonome Lebensweisen, Individualismus und - vor allem - andere Religionen oder Götter zuließen, bot sich den aus Freiheitsmotiven heraus Ausgewanderten eine neue Chance in den USA.

charles nordhoff - communistic societies of the united states - german reviewEs ging ihnen - den Shakers, Icarians, Bethels, Oneidas und Wallingfords -  nicht um Kommunismus in politischem Sinn, sondern in sozialem. Franklin H. Littell hebt das in seinem Vorwort zum Buch hervor. Es ging ihnen um den Ursprungssinn des Wortes "Kommune", also um eine Gemeinschaft, in der nicht notwendigerweise hierarchielos gelebt werden konnte.

Ein alle diese "kommunistischen Gesellschaften" einender Kern war die Autonomie. Sie lehnten Bevormundungen übergeordneter Instanzen, etwa von Gouverneuren oder der Präsidialadministration aus Washington, D.C., ab. Wie die spätestens seit Peter Weirs Film Witness (Der einzige Zeuge; 1984) überregional bekannt gewordenen Amish; wie die in Reservaten übrig gebliebenen Reste der indigenen Urbevölkerung Nordamerikas; und wie alle heute noch in der Weite des Landes vorkommenden Klein-Kommunen und familiären Gemeinschaften, die Washington, D.C., aufgrund von Fremdbestimmung hassen.

Es waren Aussteiger und Vorboten für Nachgekommene, die ihre Ruhe vor der Obrigkeit und der Macht der katholischen Kirche haben wollten, und manche Kommune konnte sich und ihre Glaubensrichtung bis heute behaupten.

Ab der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts nahmen sich moderne Aussteiger, die Nachgekommenen, dieses Unabhängigkeitsprinzips an, wenngleich nicht unbedingt, um religiöse Freiheit auszuleben, eher schon, um - wie die Hillbillys. die in Ruhe jagen und womöglich Unzucht betreiben wollten -, sich gelegentlich Acid, Gras oder Haschisch einverleiben zu können.

Vor allem aber waren es Blumenkinder und intellektuell bewanderte Aussteiger der 1960er und 1970er Jahre, die sich Rückzugsgebiete suchten und so den Gedanken Nordhoffs im Kern folgten. Neighborhoods, wie diese kleinen, administrativ zu einer Kommune oder einem County gehörenden Nachbarschaftszusammenschlüsse in den USA bezeichnet werden, sind gewissermaßen ein in die Moderne übertragenes Relikt Nordhoffscher Zeit. In den USA gibt es sie in jedem Bundesstaat. In Kalifornien gar zuhauf. Zum Beispiel oberhalb der San Francisco Bay Area, in der Gegend um Muir Beach und der Bolinas Bucht (Stinson Beach) und im jeweiligen Hinterland.

Nordhoffs Werk, das, so wird betont, auf subjektiver Wahrnehmung und Erfahrung beruht, ist eine Lektüre aus einer Epoche, die durch Hollywood-Filme, etwa Western, leider verzerrt wurde. Es erlaubt den Blick in eine Zeit, in der es kleinen (Glaubens-)Gemeinschaften darum ging, unter gemeinsamer Weltanschauung ein Auskommen zu finden und ihren Anspruch auf Freiheit durchzusetzen. Autark und autonom, bestenfalls. Utopisch zwar auch, aber nicht hoffnungslos.

Auf Deutsch ist Nordhoffs Buch, soweit bekannt, nie erschienen.

¹ Weitere Ausgaben (Auswahl) von: Hillary House Publishers, 1961; Dover Publications, 1966; Red and Black Publishers, 2008. Amazon führt eine E-Book-Version. Das Urheberrecht an Nordhoffs Buch ist seit langem abgelaufen.

© Liz Bremer

© GeoWis (2013-08-19)

Anzeige