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Klimawandel: Am Klimawandel kommt niemand vorbei. Doch noch immer gibt es Skeptiker, die sich aufs Kleinklein verstehen und dagegen reden. Teil 1
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Klima-Achterbahn im Anthropozän

Dass der Mensch am Klimageschehen und -wandel beteiligt ist, wird immer noch bezweifelt. Vorzugsweise und womöglich interessenshalber von unkundigen Journalisten. Neuestes Argument: In den vergangenen 15 Jahren habe sich die Erde nicht erwärmt. Wie schön. Teil 1

Von Uwe Goerlitz (2013-10-04)

Ulli Kulke hat zu seinem Beitrag auf Welt Online Die Alarmisten vom Weltklimarat tönen wie immer reichlich Zuspruch in Leserkommentaren bekommen. Zwar sind die Kommentare in der Mehrzahl wenig substanziell und auch deren Rechtschreibung ist teils desolat, aber das ist Autor, Medium und Kommentatoren offenbar egal. Der Extrakt könnte lauten: Solange die Füße vor dem PC und das Wasser in der Leitung nicht einfrieren, der Spree-, Grune- oder Bayrische Wald nicht zur Wüstenzone werden oder die Mecklenburgische Seenlandschaft nicht ausgetrocknet ist, findet Klimawandel nicht statt.

harbin china kohlendioxid smogIm Grunde ist es nicht ausschlaggebend für verifizierte Erkenntnisse zum globalen Klimageschehen, wenn Journalisten wie Kulke, Betreiber des Blogs Donner und Doria, sich diesem gegenüber als skeptisch entgegenstemmen.

Skepsis gehört zu den journalistischen und wissenschaftlichen Basistugenden. Dass jedoch wissenschaftlich ausgebildete und erfahrene Leute wie Kulke offensichtlich die Mühe scheuen, sich zum Thema, über das sie schreiben, fundiert kundig zu machen, ist bedauerlich.

Kaum ein die Menschheit betreffendes Thema ist so wichtig und gleichwohl komplex wie das Phänomen globale Klimaveränderung. Um es zu verstehen, bedarf es einer mannigfacheren interdisziplinären Zusammenarbeit unterschiedlicher wissenschaftlicher Fachgebiete als das in anderen Forschungsgebieten der Fall ist.

Meteorologen, Klimatologen, Geographen, Vegetations- und Agrarwissenschaftler, Mathematiker, Astronomen, Geophysiker, Geoökologen, Geochemiker, Ozeanographen, Paläontologen, Archäologen, Glaziologen, Meeresbiologen, Zoologen - die Crème de la Crème der Naturwissenschaften arbeitet interdisziplinär zusammen, seit Jahren, um herauszufinden, inwieweit unser Planet künftig für uns lebenswert, gar überlebenswert wäre.

Das kostet jährlich Milliarden, und sie sind berechtigt. Fatal ist, dass unter der journalistischen Zunft zum Thema einschlägige Ignoranten ihr Unwesen treiben, indem sie der mit der Thematik nur wenig vertrauten allgemeinen Öffentlichkeit mit Taschenspielertricks kommen. Es sind jene Journos, die für Geld alles schreiben, was ihren Auftrag- oder Arbeitgebern ins politische Kalkül passt.

fossiler brennstoff öl leckt und verschmutzt die UmweltDas IPCC (Intergovernmental Panel on Climate Change) spielt Klimawandelskeptikern dabei in die Hände, indem es sich methodisch wie in der Außenwirkung immer wieder Fehler geleistet hat. Hunderte von Klimaforschern kamen zu Erkenntnissen, die Trends im Klimawandel nachwiesen, bevor es das IPCC gab. Nur drangen ihre Erkenntnisse kaum aus den institutionellen Kirchtürmen in die Öffentlichkeit. Tenor: Es wird wärmer. Nicht regional, sondern global. Nicht partiell, sondern im Mittel. Zwei bis vier Grad Celsius werden angenommen.

Es ist gut 22 Jahre her, seit der Klimaforscher Bert Bolin vom Meteorologischen Institut der Universität Stockholm es für "plausibel" hielt, dass wir uns einer "neuen Eiszeit nähern" und konstatierte, dass die globale Durchschnittstemperatur "seit dem letzten klimatischen Optimum bis vor ein paar hundert Jahren langsam und unregelmäßig" gesunken sei.¹ Bolin verwies gleichwohl darauf, dass das "Klima im letzten Jahrhundert wieder wärmer" geworden sei. Was denn nun? Bevorstehende Eiszeit oder weitere Erwärmung?

Was sich zunächst widersprüchlich anhören mag, ergibt durchaus Sinn. Eiszeiten mit starker regionaler und teils globaler Ausprägung gingen häufig Erwärmungen voraus, nach denen sich wiederum Abtauphasen zeigten. So folgte etwa auf die warme Alleröd-Periode (ca. 10000-9000 vor unserer Zeit/v.u.Z.) die jüngere Tundrenzeit (ca. 9000-8100 v.u.Z.), in der die atmosphärischen und Bodenoberflächentemperaturen erheblich sanken.

Im Postglazialen Klimaoptimum (ca. 5500-2500 v.u.Z.) war es etwa in West- und Mitteleuropa und Teilen Eurasiens wieder wärmer gewesen, wodurch laut des Klimaforschers Manfred Hendl (Humboldt-Universität Berlin) "Eichenmischwälder und haselreiche Kiefern-Laubholz-Mischwälder" entstehen konnten. Die Waldgrenze habe damals "um 500 Meter höher gelegen" als heute.²

Vergleichsweise zügig begannen die Temperaturen um 2000 v.u.Z. erneut abzunehmen und leiteten eine Kältephase ein, die in der "früheisenzeitlichen Kälteperiode" (Postglaziale Klimaverwerfung) zwischen 950 und 450 v.u.Z. "beträchtliche Temperaturrückgange" zeitigte, so Hendl. Das Auf-und-Ab setzte sich fort.

Bevor die Kleine Eiszeit (ca. 1550-1700 u.Z.) vor gut 300 Jahren zu Ende ging, gestattete sich unser Planet im Mittelalterlichen Klimaoptimum zwei Warmzeiten (ca. 500-600 und 1000-1200 u.Z.). Nach der Kleinen Eiszeit trat mit der begonnenen Industrialisierung vor allem in Europa zunehmend das Phänomen der anthropogenen Beteiligung am Klimawandel in Erscheinung, und bald entstand der heute weit verbreitete Begriff Treibhauseffekt.

Merklich wärmer wurde es vor allem während der ersten vier Jahrzehnte des 20. Jahrhunderts, das da von milden Wintern und warmen, auch feuchten Sommern geprägt war (rezente Wärmeperiode). Zwischen den 1940er und 1970er Jahren schwächte sich die globale Durchschnittstemperatur erneut deutlich ab.

Pioniere der Klimaforschung

Dass das globale Klima sich in stetem Wandel befindet, ist allerdings im Kern keine Erkenntnis, auf die sich Europäer oder Nordamerikaner als Entdecker berufen können. Zwar fußen die modernen Prognosen zum globalen Klimawandel auf vor rund 200 Jahren begonnenen kontinuierlichen Aufzeichnungen der Europäer zu Niederschlägen und Trockenzeiten, seit fünf Jahrzehnten auch auf Eisbohrkernen und auf Forschungsergebnissen der Paläo-Wissenschaften.

Indes, es gab bereits vor den Europäern abseits der Überlieferungen von Naturvölkern Entdecker des Klimawandels. So den Chinesen Shen Kuo (1031-95), der im Boden verkieseltes Bambus fand und daraus schloss, dass Klimate natürlichem Wandel unterliegen.³ Wenngleich diese frühe Erkenntnis zunächst vorwiegend lokalen und regionalen Nutzen hervorbrachte, zeigt sie, dass sie für die Nahrungsmittelproduktion bedeutsam war.

duerre_le_quang_phu_dry_river_1999Den Klimawandel in Bezug zur neuzeitlichen Wortschöpfung Treibhauseffekt formulierte erstmals der Franzose Jean Baptiste Fourier im Jahre 1824, der ihn in Zusammenhang mit den Schadstoffemissionen der Industrie brachte. Der Kanadier John Tyndall griff den Terminus auf und forschte weiter. In der westlichen Hemisphäre gelten Fourier und Tyndall heute als Pioniere der Klimaforschung.

Auf deren Erkenntnissen hat etwa der Kanadier Guy Stewart Callendar aufgebaut. Er nahm die seinerzeitige Kohlenstoffdioxidkonzentration (274 parts per million/ppm) als Treibhausgas in der Atmosphäre eigenen Messungen zufolge erstens ernst, zweitens in seine weiteren Berechnungen auf und drittens zum Anlass für Extrapolationen.

Callendar prognostizierte, dass sich die CO₂-Konzentration bis zum Jahr 2100 auf 396 ppm erhöhen würde. Ein Wert, der 88 Jahre früher, Ende 2012 erreicht wurde. Zum Vergleich: Die Regierung Kohl, die 1986 das Ministerium für Umwelt, Naturschutz und Reaktorsicherheit schuf, nahm für das Jahr 1750 eine CO₂-Konzentration in der Atmosphäre von 280 ppm an. Für 1991 konstatierte sie laut ihrer 1995 erschienenen Info-Broschüre Klimaschutz ... und die Welt atmet auf 355 ppm.

Insofern lag Callendar mit seinen Berechnungen hinsichtlich der Zeitschiene zwar zu niedrig und hatte die voranschreitende großflächige Abholzung von CO₂ bindenden Wäldern nicht annähernd berücksichtigen können, aber seine Ausgangshypothese hatte zu Recht den Mensch als Mitverursacher des Anstiegs der CO₂-Konzentration.

Zu den Klimaforschungspionieren des 20. Jahrhunderts gehören aus deutscher Sicht zweifelsohne Helmut Landsberg, ehemals Direktor der Weltorganisation für Meteorologie (WMO), und der Meteorologe Horst Malberg, Emeritus der FU Berlin, sowie der Göttinger Geograph und Klimatologe Wolfgang Weischet, dessen Schwerpunkte das lokale und Stadtklima waren; ganz klar auch Manfred Hendl, der auf Grund seiner Forschungen zum Klimawandel konstatierte, dass die "Weinbaugrenze im Mittelalterlichen Klimaoptimum um vier bis fünf Breitengrade polwärts" verlief; und Martin Schwarzbach, der als Vater der Paläo-Klimatologie gilt (Hauptwerk: Das Klima der Vorzeit; 1950).

¹ Bert Bolin: Klimatische Veränderungen in Vergangenheit und Gegenwart. In: Paul. J. Crutzen u. Michael Müller (Hg.): Das Ende des blauen Planeten? Der Klimakollaps: Gefahren und Auswege. S. 11-24. 3. Auflage 1991, Verlag C.H. Beck, München, 1989 und 1991.

² Manfred Hendl: Allgemeine Klimageographie. In: H. Harke, H. Bramer, M. Hendl, F. Köhler, R. Ogrissek, B. Zuckermann (Hg.): Lehrbuch der Physischen Geographie. S. 221-340. Verlag Harry Deutsch, Thun (Schweiz) und Frankfurt/Main; 2. durchgesehene Aufl., 1987.

³ Qi-Gao Sun: The Rise of Chinese palaeobotany, emphasising the global context. In: A.J. Bowden, V. Burek, R. Wilding (Hg.), Special Publication No. 241: History of Palaeobotany. Selected Essays. S. 293-95. Geological Society, Bath, U.K., 2005.

© Uwe Goerlitz

© GeoWis (2013-10-04)

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