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Klimawandel: Am Klimawandel kommt keiner vorbei, zumal die Zwei-Grad-Erwärmung bis 2100 schon vor mehr als 20 Jahren als mittlere Untergrenze prognostiziert worden war. Teil 2
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Gefangen im Anthropozän

Die Erde erwärmt sich zusehends. Womöglich um weit mehr als 2 °C bis Ende dieses Jahrhunderts. Teil 2.

Von Uwe Goerlitz (2013-10-05)

Der rasante Fortschritt in der Klima- und Atmosphärenforschung begann nach dem Ende des Zweiten Weltkriegs und dem Eintritt ins Atombombenzeitalter, maßgeblich vorangetrieben durch die Supermächte USA und UdSSR (danach USA vs. Russland), die sich heute noch als Kontrahenten gegenüber stehen. Wer Klimaforschung ernst nimmt, kommt etwa an Michail Iwanowitsch Budyko (1920-2001) nicht vorbei.

Binh_Thuan_vietnam_wasser_wueste_geowisBudyko hat bahnbrechend zur Sonneneinstrahlung auf die Erde und Rückstrahlung in den Weltraum im Hinblick aufs globale Klima (Stichwort: Strahlungsbilanz) geforscht und zählt in Russland zu den Vätern der Klimatologie.

Seit der Kalte Krieg offiziell als beendet gilt, ist Budykos wissenschaftliches Wirken auch außerhalb der Fachwelt bekannt geworden.¹ Nicht zuletzt auf Grund seiner Berechnungsgrundlagen ist heute bekannt, dass die auf die Erde treffende Strahlungsenergie zirka 110.000 Mal höher ist als der Weltenergieverbrauch des Jahres 2010.²

Aufgeschreckt, dass der Globus sich in einem Klimawandel zum Nachteil des Menschen befindet, wurden Politik und interessierte Öffentlichkeit bereits vor gut 40 Jahren mit der vom 1968 gegründeten Club of Rome finanzierten Studie The Limits to Growth.

Zwar geht es in dieser Studie nicht direkt um Klimaveränderungen, sondern wesentlich um "unkontrolliertes Bevölkerungswachstum" und sich daraus systemanalytisch (!) prognostizierter ergebender Probleme hinsichtlich Nahrungsmittelproduktion, Ressourcenverbrauch und Umweltverschmutzung, aber sie half mit, politische Entscheider für das Thema Umwelt und Nachhaltigkeit zu sensibilisieren und ein, wenn auch zaghaftes, Umdenken bei ihnen einzuleiten.³

eisbaer_arktis_ruecken_klimawandel_geowisWar die Resonanz in der allgemeinen Öffentlichkeit eher mäßig, begriff man in Politik und Wissenschaft das Thema als Startschuss zum Handeln. Die Klima- und Atmosphärenforschung in Deutschland steckte da in der Breite noch in Strampelhosen, war vorzugsweise ein Thema für jene Nationen, die Raumfahrtprogramme unterhielten.

Einige wenige Länder handelten in ausgewählten Bereichen recht schnell. So die USA und Schweden, die nach der ersten UN-Umweltkonferenz - 1972 in Stockholm abgehalten - den Katalysator für Ottomotoren und bleifreies Benzin einführten, dazu Gesetze zum Gewässerschutz und industriellen Schadgasausstoß verabschiedeten. Die Bundesrepublik Deutschland zog 1975 mit dem Bundesimmissionsschutzgesetz (BImSch) nach, vulgo: TA Luft und TA Lärm⁴.

Als größtes Hindernis zu rascherer Umsetzung der TA Luft in Verbindung mit dem Automobil erwiesen sich die Lobbyisten der Mineralöl verarbeitenden und der Automobilindustrie. Haupttotschlagargument damals: Die neuen Gesetze und Verordnungen würden Arbeitsplätze kosten. Dem schloss sich damals in der Bundesrepublik sogar die Gewerkschaft IG Metall an, weshalb es bis 1987 dauerte, den Katalysator zur Reduzierung von Schadgasausstößen bei PKW einzuführen. Heute weiß man, dass die Gegner des progressiven Umweltschutzes falsch lagen.

Es ist einigen mutigen Politikern, darunter Gerhard Baum (FDP) und Claus Töpfer (CDU), dem unermüdlichen Einsatz aufgeweckter Ökoaktivisten wie Petra Kelly und Gert Bastian (Grüne; beide 1992 verstorben) und Wissenschaftlern in Umweltorganisationen und an Universitäten zu verdanken, dass bereits Jahre vor der zweiten UN-Umweltkonferenz, 1992 in Rio de Janeiro abgehalten, eine Bewusstseinsschärfung in der alphabetisierten Welt, vor allem in den Industrieländern, stattgefunden hatte.

jungle_malaysia_1999_geowisZumal der durch Kohlenstoffdioxid und andere Schad- und Spurengase (Distickstoffmonoxid/Lachgas, Methan, Ozon, Fluorchlorkohlenwasserstoff⁵) entstehende Treibhauseffekt als evident betrachtet worden war und 1985 im österreichischen Villach dazu vom Umweltprogramm der Vereinten Nationen (UNEP), der Internationalen Meteorologischen Organisation (WMO) und dem Internationalen Wissenschaftsrat (ICSU) unter dem Titel World Climate Programme eine Konferenz stattfand. Der Klimawandel war vor Rio längst auf dem Tablett.

Jill Jäger vom Beijer Institut der Königlichen Akademie der Wissenschaften, Stockholm, schrieb dazu, dass "infolge der steigenden Konzentration der Treibhausgase (…) in der ersten Hälfte des nächsten Jahrhunderts (Anm. d. Vf.: 21. Jh.) ein Anstieg der globalen Durchschnittstemperatur eintreten könnte, und zwar in einem Ausmaß, das es noch nie in der Menschheitsgeschichte gegeben hat."⁶ Man diskutierte mögliche globale Erwärmungen um 1,5-4,5 °C.

Allein ein Anstieg der globalen Durchschnittstemperatur um 1,5 °C hätte deutliche Auswirkungen auf Landwirtschaft, Küsten, regionale Wetterphänomene. Ein Anstieg um 4,5 °C hätte fatale Auswirkungen, die sich in nicht vorstellbarer Stärke von Tropenstürmen (Hurrikan, Zyklon, Taifun), im rapiden Abschmelzen von Gletschern, in mächtigen Überschwemmungen durch Abflüsse, in zunehmender Desertifikation und anhaltenden Dürren, in globaler Bodenerosion an den Küsten, im Anstieg des Meeresspiegels - Prognose von 1989: 1,5 Meter; Prognose von 2009: 1,4 Meter - und, nicht zuletzt, in der Verschiebung von Klimazonen zeigten.

Angesichts solch möglicher Szenarien, die auf die globale Nahrungsmittelproduktion extrem negativen Einfluss hätten, klingt es geradezu grotesk, wenn Briten und Skandinavier schon davon reden, bald Chardonnay, Cabernet Sauvignon oder andere Rebsorten anbauen zu können, um Weine zu produzieren. Nun, immerhin könnte man sich damit betrinken, wenn schon nichts Ausreichendes zu beißen mehr da wäre.

¹ M. I. Budyko: The Heat Balance of the Earth’s Surface, 1958 (Original: Тепловой баланс земной поверхности, Л., 1956).

² Der Weltenergiebedarf betrug 2010 zirka 505 Exajoule (1 EJ =10¹⁸ J); die Energie der auf die Erde treffenden Strahlung beträgt jährlich um 5,500.000 Exajoule.

³ Dennis L. Meadows, Donella Meadows, Jørgen Randers: The Limits to Growth (dt.: Die Grenzen des Wachstums, DVA, Stuttgart, 1972).

TA Luft = Technische Anleitung Luft; TA Lärm = Technische Anleitung Geräuschschutz.

Distickstoffmonoxid/Lachgas = N₂O; Methan = CH₄; Ozon = O₃; Fluorchlorkohlenwasserstoff, Abkürzung: FCKW. FCKW gehören zu halogenen Kohlenwasserstoffen und sind landläufig als Treibhausgase bekannt.

Jill Jäger: Vorbeugende und vorbereitende Maßnahmen für eine Klimaveränderung. In: Paul J. Crutzen und Michael Müller (Hg.): Das Ende des blauen Planeten? Der Klimakollaps: Gefahren und Auswege. S. 101-113. 3. Auflage 1991, Verlag C.H. Beck, München, 1989 u. 1991.

© Uwe Goerlitz

© GeoWis (2013-10-05)

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