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Nippoldt, Robert und Hans-Jürgen Schaal: Jazz - New York in the Roaring Twenties. Englischsprachige Ausgabe. Rezensiert von Hans Schreiber
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Jazz zum Anfassen

Die neue - englische - Ausgabe von Jazz - New York in the Roaring Twenties durch den Taschen-Verlag steht der deutschen in nichts nach.

Von Hans Schreiber (2013-10-21)

Ursprünglich erschien dieses Buch als deutsche Ausgabe im Jahre 2007 im Hildesheimer Gerstenberg Verlag und wurde gleich mit mehreren Preisen bedacht. Die Stiftung Buchkunst etwa kürte es zum "schönsten Buch Deutschlands". In Stockholm gewann das Buch den European Design Award 2008.

Das Buch ist ein Kunstwerk. Seine Gestaltung, das Papier, die liebevolle und sinnliche Ausgestaltung, die Musikauswahl - ein Rund-um-Erlebnis. Das Werk ist im Vintage-Stil gehalten, die Illustrationen entsprechen dem Stil von Sepia-Fotos in den Farbtönen braun, schwarz und weiß. Das Papier fühlt sich erhaben an. Ein Werk für Ästheten.                                                                                  

bunch_jazz_nippoldt_geowisEs bietet eine Reminiszenz an die Goldenen 20er Jahre, wie man Roaring Twenties manchmal ins Deutsche, aufs Berlin dieser Zeit abzielend, übersetzt, mit einer spannenden Mischung aus virtuoser und kreativer Zeichenkunst, historischen Fakten und amüsanten Anekdoten, sowie der sachkundigen und sensiblen Musikauswahl.

Hält man dieses Kunstwerk zum ersten Mal in seinen Händen, dann blättert man darin genussvoll und verweilt auf jeder Seite, um in die Welt der Musik der damaligen Zeit einzutauchen und vielleicht auch, um ein wenig dem Zeitgeist der Roaring Twenties nachzuspüren.

Dieses Buch ist Teil einer Trilogie von Robert Nippoldt, zu der die Werke über Gangster - Die Bosse von Chicago und Hollywood in den 30er Jahren gehören. Zu den Werken, die von Nippoldt meisterhaft illustriert wurden, gesellt sich stets ein Kenner des jeweiligen Genres hinzu und berichtet unterhaltsam über die wichtigsten Ereignisse dieser Zeit.

In Gangster geht es um den Aufstieg der Mafia in Chicago im Zuge der Prohibition, die zu der grandiosen Karriere des Schurken Al Capone führte. Es ist die Zeit der großen Umbrüche. In Hollywood in den 30er Jahren wird an die Zeit der Entstehung der Stars und des Glamours erinnert, die mit dem gesellschaftlichen Aufstieg des Kinos verbunden ist.

In Jazz - New York in the Roaring Twenties geht es um den Aufstieg New Yorks zur Musikhauptstadt, in der sich all die Größen dieser Kunstform trafen. New Orleans als Geburtsstadt des Jazz blieb hinter den Ereignissen in New York zurück. Es war eine der spannendsten Epoche der Jazz-Geschichte, die in diesem Buch nachgezeichnet wird. Auch die Schattenseiten des Glamours, der manchmal mit den Goldenen Zwanzigern verbunden wird, bleiben nicht ausgespart.

Die Roaring Twenties waren in New York die Zeit von der Prohibition bis zum Crash an der Wall Street im Jahre 1929. Sie wurden beherrscht von der Mafia, von raffgierigen Geschäftemachern, auch in Form von Club-Inhabern, von Drogen-Dealern, Banken - Bertolt Brecht verglich sie damals mit kriminellen Vereinigungen - auf der einen Seite.

audience_listener_jazz_nippoldt_geowisAndererseits war es die Zeit von beispiellosem wirtschaftlichem Wachstum, was durch Veränderungen in Lebensstil und Kultur hervorgerufen wurde. Prominent dazu beigetragen hat die Automobilindustrie, die für Arbeitsplätze und Kaufkraft sorgte. Individuelle Lebensweisen kamen vermehrt in Mode. Clubs, Bars, Theater und Dance Halls breiteten sich aus, boten Musikern Auftritts- und Einkommensmöglichkeiten, dem Publikum Unterhaltung, Entspannung oder Ekstase.

Der Livery Stable Blues der original Dixieland Jass Band ist das erste Jazz-Stück, welches auf Schallplatte veröffentlicht wurde. Die Band bestand ausschließlich aus weißen Musikern, was eher nicht der Regelfall für diese Musikrichtung jener Mini-Epoche war. Die Autoren weisen auch auf einen unwürdigen Zustand der damaligen Zeit illustrativ hin, indem sie den Eingang eines Jazzlokals nachzeichnen, der mit "Colored Entrance" überschrieben ist.

Von Hans Jürgen Schaal werden in diesem Werk 24 mit der ein oder anderen Anekdote angereicherte Biographien von Musikern und Musikerinnen skizzenhaft präsentiert, angereichert mit einigen wichtigen Eckdaten zur Person. Zu manchen Musikern gibt es zusätzlich durch exquisite Zeichnungen erweiterte Anmerkungen. So werden beispielsweise Sidney Bechets Reisen (1919 – 1931) von New York nach Europa - inklusive Moskau und der Ukraine -, Nordafrika, Vorderasien, und auch seine Reisen innerhalb der USA, illustrativ und übersichtlich dargestellt.

Die Auswahl der Musik und der Musiker, die in diesem Werk beschrieben und dargestellt werden, sind natürlich überwiegend schwarze Musiker, Afro-Amerikaner, die unstrittig den Jazz bis in die späten Jahrzehnte des letzten Jahrhunderts dominiert haben. Sie waren und sind die wirklichen Meister dieser Musikkultur. Hans Jürgen Schaal stellt sie uns in diesem Buch sachkundig vor.

livery_stable_blues_jazz_nippoldt_schaal_geowisAls Liebhaber von Jazz, insbesondere dem Jazz der 1920er Jahre, könnte man sich die Auswahl der Stücke eher auf einem fein gestalteten und geprägten Vinyl-Album oder einer 10" vorstellen als auf einer CD. Doch Vinyl hat das Buchformat nicht zugelassen. Die qualitative Aufarbeitung des Sounds dürfte jedoch Vinyl-Freunde im Hinblick auf das Format entschädigen.

Auf den letzten Seiten des Buches findet man eine wunderschöne Illustration auf der alle im Buch vorkommenden Musiker auf einem Bild vereint sind. Robert Nippoldt gelingt es prägnant, die Charaktere der einzelnen Musiker in seiner Illustration herauszuarbeiten. Autor Hans-Jürgen Schaal schildert außerdem eindrücklich die Clubszene, die Band-Wettbewerbe sowie legendäre Aufnahme-Sessions. Sparsame Eckdaten zu jedem Musiker werden in die Illustrationen eingebunden.

Für Besitzer eines E-Book-Readers ist dieses Werk naturgemäß eher nicht geeignet, da sie über den Tastsinn wahrnehmbare Attribute dieses Kunstwerkes nicht erfahren können. Die haptische Wahrnehmung und der damit einhergehende Genuss während des Blätterns entfällt. Man kann es in etwa mit dem Unterschied zwischen einem Vinyl-Album und der Compact Disc vergleichen.

Ein nochmaliger Erfolg auf dem internationalen Markt wird diesem Kunstwerk sicherlich zuteil werden, schon weil der englische Sprachraum größer als der deutsche ist. Bleibt aus dieser Sicht zu hoffen, dass auch die beiden anderen Werke dieser Trilogie ihre Übersetzung ins Englische erfahren.

© Hans Schreiber

© GeoWis (2013-10-21)

Robert Nippoldt und Hans-Jürgen Schaal: Jazz – New York in the Roaring Twenties. Mit CD. Übersetzt in Englische von Isabel Varea. Hardcover, broschiert, Hochformat, 144. S.; ISBN 978-3-8365-4501-3, Taschen Verlag, Köln, 2013. 

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