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Alt und gut: Slade - Slayed? Ein unterschätzes Album der Rock-Historie
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Perle der Rockmusik

Slade zählen zu den unterschätzten Rockbands mit Vorbildcharakter. Eines ihrer besten Alben ist Slayed?.

Von Uwe Goerlitz (2013-10-28)

Ihren ersten Nummer-eins-Hit in England hatten sie 1971 mit Coz I Luv You, ein Stück, das stark an manches von T. Rex (z.B. Get It On) erinnert. Schnell waren Slade in die Glam-Rock-Schublade verfrachtet worden, obschon sie mit Glam-Rock nicht das Geringste zu tun hatten. Das war die Lade, in der sich Gary Glitter und Konsorten befanden. Slade waren Rocker, sahen nicht so aus, machten aber eine Menge Geld mit einer Menge guter Songs, weil sie den Nerv einer Teenager-Generation stimulierten, die gerne außer Kontrolle geraten wollte. Auf Parties zumindest.

slade-slayed-german-cover-part-geowisSlade traten nicht in Glitzer-Klamotten auf, sondern noch bekloppter in bunten Schuhen mit hohen Absätzen, bunter HOB, etwa Karo- und Karottenhosen, quergestreiftem Polo, Koteletten bis zum Bauchnabel (Frontmann Noddy Holder), mitunter ähnlich der schottischen, gefälligen Teenie-Pop trällernden Bay City Rollers, und sahen verpeilt aus, wie man aus heutiger Sicht verpeilter kaum aussehen konnte, soll heißen: sie waren auf den ersten Blick eher keine Womanizer wie die Jungs von Led Zeppelin oder Black Sabbath.

Aber Noddy Holder (Lead Vocals), Dave Hills (Lead Guitar), Don Powell (Drums) und Jim Lea (Bass) brachten es fertig, fetzige Rocksongs auf Radio- und Single-Format zu trimmen und dabei griffige Lyrics zu bringen, mit denen sich die Kids und Twens identifizieren und zu denen sie Party machen konnten. Und sie beherrschten ihr Metier.

Slade waren laut. Richtig laut, wie sie auf ihrer Deutschland-Tour kurz nach Erscheinen des Albums Slayed? etwa in der Grugahalle zu Essen unter Beweis stellten. Rappelvoll die Location, mörderlaut der Sound. Blaulicht-Alarm fürs Trommelfell. Und alle sangen kräftig mit bei Mama Weer All Crazee Now, Gudbuy T’Jane, Let The Good Times Roll (Original von Leonard Lee) oder dem Janis-Joplin-Cover Move Over.

Das Album enthält eine Reihe von Songs, die auf Singles auf der A- oder B-Seite erschienen, wobei manche B-Seite durchaus auch A wert gewesen wäre. So I Won’t Let It ‚Appen Agen - ein rasantes, gitarrenintensives Stück, das auf der Single Gudbuy T’Jane verewigt ist und als Hit hätte durchgehen können.

slade-slayed-uk_all-em-geowisDas Stück I Don‘ Mind -Auszug: "I danced on your face, it seemed the best place for acting the fool (…)" -und Look At Last Nite fallen aus dem Schema und sind für sich betrachtet Rosinen auf einer Ebene mit Look Wot You Dun. Anti-Hits, indes so gut, dass sie zu Legenden und Vorbildern für nachfolgende Rock-Bands wurden. Kaum eine gestandene Rockgröße, die sich nicht auf Slade beruft oder von der Band beeinflusst wurde.

Kiss etwa, Sex Pistols, Def Leppard, Quiet Riot, Smashing Pumpkins, Mötley Crüe, Ramones, Oasis. Die Liste ist lang. Auf dem Album finden sich ausnahmslos Rosinen. The Whole World’s Goin’ Crazee, Gudbuy Gudbuy, Feel So Fine - alles Songs, die neben den bereits genannten rocken.

Es bedarf kaum musikwissenschaftlicher Untersuchung, inwieweit Slade prägend waren. Die Aussagen vieler Rock-Größen sind hinreichend. Und: Neben Slade Alive! zählt Slayed? längst zu den Perlen der Rock-Geschichte.

© Uwe Goerlitz

© GeoWis (2013-10-28)

Links

Look At Last Nite >>

I Don' Mind >>

I Won't Let It 'Appen Agen >>

Gudbuy T'Jane >>

Look Wot You Dun >>

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