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Das Feindbild des Hans-Ulrich Jörges: In seinem Zwischenruf-Video "Die Methode Wagenknecht" läuft der stern-Journo zur Hochform auf und wählt einen Ton, der unter Hitler salonfähig gewesen wäre
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Der einzig wahre Hetzer

stern-Kolumnist Hans-Ulrich Jörges attackiert in einem auf seinem Heimatblatt erschienenen Video Sahra Wagenknecht aufs Übelste. Er scheint sich als einzig wahrer Protagonist des Rechtsaußen-Konservatismus zu verstehen.

Von Jochen Henke (2014-01-26)

Hans-Ulrich Jörges schäumt noch immer. Während inzwischen nahezu sämtliche deutsche Tageszeitungen und die Online-Ausgaben von so genannten Leitmedien seit der von Maren Müller verfassten, inzwischen mehrfach grammatisch geänderten Online-Petition Raus mit Markus Lanz aus meinen Rundfunkgebühren die Causa Lanz aufgegriffen haben - bislang über 200.000 Stimmen -, legte der zweite Beteiligte in der unrühmlichen Talkrunde vom 16.01.2014, Hans-Ulrich Jörges, nach.

In einem am vergangenen Mittwoch erschienenen Video unter dem Titel "Die Methode Wagenknecht" wettert und hetzt der Mann fürs Grobe im Stil einstiger Journos nationalsozialistischer Presseerzeugnisse, etwa des Völkischen Beobachters oder des Stürmers, wobei er zunächst harmlos beginnt. "Warum dieser Shitstorm von links?" fragt er und präsentiert die Antwort gleich mit. "Ich glaube, es geht um die Tabuisierung einer kritischen Auseinandersetzung mit Sahra Wagenknecht."

Jörges - Kürzel: HUJ -, kommt schnell auf Betriebstemperatur. "Ungläubige", also Lanz und er, hätten es gewagt, "diese linke Ikone zu berühren", was nicht sein dürfe. Er glaube zudem, dass dies auch in Zukunft nicht mehr passieren dürfe und deshalb ein "abschreckendes Beispiel für andere Moderatoren" inszeniert werde. Er meint wohl den über Lanz hereingebrochenen Shitstorm, der auch ihn, wenngleich noch nicht so angeschwollen, inzwischen zu erreichen droht.

Hat Jörges‘ hetzerische Polemik noch etwas mit Journalismus zu tun? Oder ist es Glaube? Ideologie gar? Was ist das für eine Denkweise, die der Mann da gegenüber einer demokratisch gewählten Partei und ihrer Vize-Chefin an den Tag legt? Kann man sie noch damit erklären, dass er sich als Gralshüter der politischen Mitte versteht? Oder muss man dem von der Leine seines Arbeitgebers gelassenen Oberintigmator attestieren, dass er sich in der Denke des untergegangenen Dritten Reiches befindet?

Sahra Wagenknecht sei "im Fernsehen die wirksamste Waffe der Linken", meint er und ledert los: "Da sitzt diese eigentümlich altbürgerlich aufgerüstete Dame und wartet darauf, jede Diskussion auf das ihr genehme Feld überzulenken." War Jörges auf Drogen oder hat ihm seine körpereigene Adrenalin- und/oder Dopaminproduktion die Sinne vernebelt? Noch Tage danach? Holla, die Waldfee! Sahra Wagenknecht saß als eingeladener Gast in der Lanz-Sendung, um sich inhaltlichen Fragestellungen zu widmen, bekam aber kaum eine Chance dazu, weil sie von einem affektierten Moderator und dem ihm assistierenden, ideologisch verbrämten Schaumschläger Jörges daran gehindert worden war.

Ist das ZDF unter seinem Intendanten Thomas Bellut inzwischen zu einer öffentlich-rechtlichen, vom Rechtskonservatismus getragenen Irrenanstalt degeneriert, in der Leute mit Schaum vor dem Mund jederzeit vor die Kamera gelassen werden, damit man sieht, zu was für Peinlichkeiten das führen kann? Frei nach Trapattoni: Was erlauben Bellut? Immerhin hat das ZDF die Sendung Neues aus der Anstalt im Programm, doch gilt die als Satire und Alibi-Veranstaltung, wird aber immerhin von intelligenten Leuten gemacht. Von der Markus-Lanz-Redaktion kann man das nicht behaupten.

Nach Betrachtung des Hetz-Videos von Jörges lässt sich auch nicht mehr behaupten, dass es nur Jugendliche seien, die sich geistig hanebüchen entblößten. Inzwischen sind es auch Leute wie Jörges, die sich das trauen und dann auch noch Mitglied in einem Journalistenverband sind. Vorbildcharakter: nullo.

Jörges ist beileibe nicht der Einzige, der journalistisch neben der Spur fährt und wie eine Flak auf die Linke und parteipolitisch links eingestellte Menschen feuert. Auch sein Journo-Kollege vom Massenblatt Bild, Franz-Josef Wagner, gibt in seiner Kolumne seit Jahren schwachmatischen Brei von sich, den man frei nach Philipp Möllers Erfahrung so wiedergeben könnte: "Du, Franz-Josef, jetzt bleib mal geschmeidig." Oder auf Jörges: "Du, Ulli, jetzt fahr mal die Geschütze ein und benehme (sic!) dich, oder was?"

Sahra Wagenknecht im Hinblick auf ihr Outfit zu desavouieren, wie Jörges das in seinem Video unternimmt, ist geradezu ein klassischer Rohrkrepierer und hat fulminantes Frauenzeitschriftformat einfachster Art. Wie würde er denn den kleidungsmäßig im ausgehenden 19. Jahrundert steckengebliebenen Vorstandsvorsitzenden der Axel Springer Gruppe, Matthias Döpfner, betiteln? Oder dessen Chefin, Friede Springer, die genauso wie ihre Freundin Liz Mohn (Bertelsmann; Gruner & Jahr) bis kurz unters Kinn zugeknöpft ist? Die Axel Springer Verlagsgruppe hält Anteile an Jörges Ober-Arbeitgeber Gruner & Jahr. Und Bertelsmann ist der Platzhirsch im deutschen Verlagswesen.

Ist Hans-Ulrich Jörges die Rampensau dieses Konzernkonglomerats und prostituiert sich journomäßig? Der Mann etwa, der für teuer Geld den Terrier gibt? Oder äußert er sich aus subjektiver Überzeugung, weil er Linke nicht mag? Es gab zu allen Zeiten Kalfakter wie Jörges, die sich im Sinne des Spruchs "Wes Brot ich ess, des Lied ich sing" verhielten und sich gemein mit jenen machten, die Kapital- und Meinungshoheit für sich beanspruchten.

Für sich nimmt Jörges den grundgesetzlich festgeschrieben Artikel 5 zur Meinungsfreiheit in Anspruch, vergisst ihn aber, sobald er Vertreter der Linken vor sich hat. Kolumnisten und Journos wie er, die auf der Paylist von Medienkonzernen stehen, haben indes gefährlichen Einfluss. Zumindest, solange sie die medienpolitische Linie ihrer Brötchengeber vertreten. Wenn ihr Auftritt nach außen ihrem Arbeitgeber allerdings schadet - bei Jörges ist es arbeitsrechtlich der stern, übergeordnet Gruner & Jahr, dann kann ganz schnell Schluss sein mit der agitatorischen Freiheit. Der Terrier wird ins Tierheim abgegeben oder in einen Sack gepackt und von der Brücke in einen Fluss geworfen. Auf jeden Fall ist er journalistisch tot.

Jörges hat noch nicht erkannt, dass er nicht mehr weit davon entfernt ist, dieses Schicksal zu erleiden. Er scheint noch nicht mal erkannt zu haben, dass er seinem Hausblatt stern Schaden mit seiner Hetze gegen Linke zufügt. Der stern aber hat es erkannt und ihm Lutz Kinkel als Relativator zur Seite gestellt. Kinkels Beitrag aber ist nicht mal ansatzweise geeignet, die Hetze seines Berufskollegen Jörges zu rechtfertigen.

Offensichtlich ist, dass sich der stern ein Chefredaktionsmitglied, Jörges, leistet, das außer Kontrolle gerät, sobald es um Linke-Politiker geht. Der langjährige, 1996 verstorbene Chefredakteur des Blattes, Henri Nannen, würde sich sprichwörtlich wohl im Grabe umdrehen, wenn er den stern von heute betrachtete. Einen Jörges hätte er wahrscheinlich gar nicht erst eingestellt. Auch nicht als Praktikant.

Peinlich, dass weder der Deutsche Journalistenverband (DJV) und andere einschlägige Berufsvertretungen, noch das Branchenblatt Journalist (Online: journalist.de) bislang kritisch auf Jörges‘ Hetze reagierten.

© Jochen Henke

© GeoWis (2014-01-26)

Zwischenruf von Hans-Ulrich Jörges zur "Methode Wagenknecht" >>

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