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Alice Schwarzer in Bedrängnis - Die Grand Dame des Nachkriegsfeminismus erweist sich als Förderin in eigener Sache
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Tricky Alice

Alice Schwarzer, Gründerin des Frauenmagazins Emma, gerät nach Bekanntwerden ihrer Steuerhinterziehung mehr und mehr in die Bredouille. Nun hat sie eine neue Idee.

Von Mariam Backes (2014-02-03)

Nachdem der Spiegel vergangene Woche über Alice Schwarzers Selbstanzeige wegen nicht versteuerter Zinseinkünfte im sechsstelligen Bereich berichtet hatte, ist die Grand Dame des deutschen Nachkriegsfeminismus aufgekratzt. Zunächst hatte sie Journalistenschelte betrieben. Das ist legitim. Auch unter vermeintlichen Berufskollegen sollte stets ein deutliches Wort möglich sein, selbst wenn sie beim Spiegel arbeiten.

Doch Schwarzer griff substanzlos an, schoss Pfeile auf den Überbringer der Nachricht ab, was zum Dümmsten gehört, was eine Fachfrau des Genres unternehmen kann. Es gibt durchaus intellektuellere Möglichkeiten etwa den Spiegel zu kritisieren, selbst wenn die Faktenlage offenbar eindeutig ist. Als Journalistin musste sie wissen, wie Recherche, Faktencheck und Kritik funktioniert. Offenbar hatte sie die Angelegenheit unterschätzt. Auf der Webseite von Emma hat sie ihre Steuerhinterziehung am 2. Februar 2014 langatmig dargestellt. Schwarzer erklärt, „jetzt ist alles legal“.

200.000 Euro an Zinseinkünften habe sie nachbezahlt, zuzüglich Säumniszuschlägen. Der Spiegel legte kritisch nach. Schwarzer habe lediglich den noch nicht verjährten Teil ihrer Zinseinkünfte aus zuvor versteuerten Einnahmen, die sie in der Schweiz gebunkert hat, dem deutschen Fiskus im vergangenen Jahr angezeigt. Und er kritisiert zu Recht, dass sie die steuer- und strafrechtlich verjährten Einnahmen („seit den 1980er Jahren“) quasi unter den Tisch fallen lasse. Unvermittelt fragt das Blatt, weshalb sie nicht den Anstand habe, diesen verjährten Teil an Zinseinkünften „freiwillig“ nachzuzahlen oder zu spenden?

Das sind ordentliche Breitseiten, derer sich Schwarzer ausgesetzt sieht, und sie zeigen Wirkung. Nun sieht sie sich gezwungen, mit ihrer „schon seit Monaten in Vorbereitung“ gewesenen Stiftung, die noch keinen Namen trägt, an die Öffentlichkeit zu gehen. Der „Satzungsentwurf des Notars“ liege vor. Eine Million Euro will Schwarzer als Stiftungskapital einbringen. Sie, die Stiftung, werde darüber hinaus jährlich alimentiert. Von wem?

Vor zwei Jahren hat die Landesregierung von Nordrhein-Westfalen Schwarzers Feminismus-Institut im FrauenMediaTurm zu Köln die Zuwendungen aus Steuermitteln drastisch gekürzt. Womöglich hatte man in der Landesregierung den Eindruck, man hätte es mit einer teuren Arbeitsbeschaffungsmaßnahme zu tun, die lediglich ihrer Gründerin von monetärem Nutzen sei.

Nun also eine Stiftung, landläufig als Steuerersparnismodell bekannt, und als Einrichtung, die für (zertifizierte) Maßnahmen staatliche Zuwendungen erhalten kann. Alice Schwarzer, so viel dürfte klar sein, unterstützt offenbar nur sich selbst und hofft auf Unterstützung des Steuerzahlers. Das machen viele, ehrt Schwarzer deshalb aber nicht. Sie sollte gemäß des aktuellen Emma-Titels ihr Herz öffnen und das Geld besser selbstlos Frauenhäusern und ähnlichen Einrichtungen spenden. Damit könnte sie Glaubwürdigkeit zurückgewinnen.

© Mariam Backes

© GeoWis (2014-02-03)

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