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Doping in Sotschi: Biathletin Evi Sachenbacher-Stehle ist des Dopings überführt worden. Endlich, muss man konstatieren, bekommt das Saubermann-Image deutscher Athleten eine Breitseite
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Lieber richtig essen

Evi Sachenbacher-Stehle ist während der Olympischen Winterspiele in Sotschi des Dopings überführt worden. Sie hat damit die Illusion zerstört, deutsche Leistungssportler wären sauber.

Von Simone ten Breck (2014-02-21)

Der "schlimmste Alptraum, den man sich vorstellen" könne, habe die 33-jährige Biathletin heute Medienberichten zufolge gesagt. Sie könne sich überhaupt nicht vorstellen, wie es zu dieser positiven Dopingprobe gekommen sei. Sie wollte wohl sagen, wie es sein konnte, dass in ihrer Dopingprobe auf dem Index stehende Substanzen entdeckt werden konnten. Es folgten Erklärungsversuche, wie sie schon andere Doping-Athleten vorgetragen hatten. "Nahrungsergänzungsmittel" sollen die Ursache gewesen sein, so Biathlon-Cheftrainer Uwe Müßiggang.

Vielleicht stimmt es, dass es kein bewusstes Doping von Sachenbacher-Stehle war. Dennoch muss gefragt werden, wozu ein Sportler Nahrungsergänzungsmittel benötigt. Man lasse sich dieses Kompositum einmal durch den Kopf gehen und zerlege es. Reicht es nicht mehr, ordentlich zu trainieren und zu frühstücken oder zu Mittag zu essen? Energiereiche Nahrung - etwa fruchtzuckerhaltiges Obst wie Banane, Papaya, Kokosnuss oder Ananas, kohlehydrathaltige Speisen wie Nudeln, Kartoffeln oder Reis, dazu ein rostgegrilltes T-Bone-Steak, und Gemüse, zum Beispiel Spinat, Zucchini, Aubergine oder Grünkohl -steht ausreichend zur Verfügung. Auch Pumpernickel.

Seit erwiesen ist, dass auch Hochleistungssportler nicht mehr als 40.000 Kilojoule am Tag umsetzen können, wird versucht, die natürlichen Grenzen im Hochleistungssport zu überwinden. Insbesondere bei Ausdauersportarten, bei denen einem normalerweise irgendwann die Puste ausgeht, weil die natürliche Anzahl an roten Blutkörperchen nur begrenzt Sauerstoff transportieren kann, wird getrickst und gedopt.

sotschi_frauen_biathlon_olena_pidhrushna_geowisZu den legalen Tricks gehört das Höhentraining, das hernach eine erhöhte Produktion roter Blutkörperchen bewirkt. Folglich kann mehr Sauerstoff transportiert werden, der der Muskulatur und dem Bewegungsapparat zu Gute kommt. Nicht aber der Gesundheit.

Ein Blick auf nicht mehr aktive Leistungssportler reicht, um das zu erkennen. Manche sind körperliche Wracks. Ihre Gelenke, Bänder, Muskeln und Knochen, mitunter Organe, etwa die Leber, sind am Ende. Andere Athleten sind frühzeitig gestorben, oft welche, die noch mit Rindermastmitteln wie Clenbuterol gedopt hatten.

Die Herzen von Hochleistungssportlern sind fast doppelt so schwer wie die eines normal gesund lebenden Erwachsenen. Ergo wird auch doppelt so viel Blut durch diesen Motor gepumpt. Zwischen 30 und 40 Liter pro Minute. Während das Herz größer und schwerer wird, scheint - salopp gesagt -offenbar das Hirn zu schrumpfen, denn anders ist kaum zu erklären, weshalb Athleten für ein Stück Edelmetall und temporären Ruhm ihr Leben riskieren. Vor allem, weshalb diese meist jungen Zirkuspferde ihre Körper für einen Haufen alter und alternder Funktionäre schinden, die davon fürstlich leben.

Nahrungsergänzungsmittel? Was für ein Quatsch! Erythropoetin, kurz: Epo, genauso. Epo lässt sich inzwischen nachweisen. Mittlerweile aber ist Gen-Doping bei jenen, die es sich leisten können, im Kalkül. Ist das verwerflich? Ja. Bedauernswert? Ja. Bedauernswert ist auch, dass Sport-Journalisten über Siege jauchzen und bestenfalls in Nebensätzen Zweifel daran äußern, ob diese ohne Doping zustande gekommen wären. Eine dieser Unkritischen ist exemplarisch die Sport-Reporterin Sabine Töpperwien, die sich für alles begeistern zu können scheint, normalerweise für Fußball. Jetzt berichtet sie aus Sotschi. Von allein ist diese ARD-Reporterin, wie die meisten ihrer KollegInnen, noch nie auf die Idee gekommen, kritische Fragen zum Doping aufzuwerfen. Alles ist schön. Und nun?

Bei den Biathleten hatten in den vergangenen Jahren die Norweger und Deutschen meist auf dem Podest gestanden. Neuerdings rennt ihnen der Franzose Simon Foucarde voraus. Gegenüber dem Norweger Ole Einar Bjørndalen, ein Hüne, der jahrelang das Meiste an Einzelmedaillen abgeräumt hat, was sich beim Ausdauer-Skisport abräumen lässt, wirkt Foucarde geradezu schmächtig. Der Franzose hat seine Medaillen geholt, während die deutschen Herren hinterherliefen oder sich selbst zu Fall brachten.

Die deutschen Biathletinnen, auch nicht mehr die jüngsten, liefen ebenfalls hinterher. Vielleicht waren sie ehrlich, diese deutschen Ausdauer-Wintersportler. Sicherlich ungeschickter als ihre Kontrahenten. Vielleicht aber waren sie lediglich nicht auf dem neusten Stand des Dopings. Und möglicherweise war das mal anders, damals, als sie Medaille über Medaille einfuhren.

© Simone ten Breck

© GeoWis (2014-02-21)

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