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Bundespräsident Gauck fordert aktiveres internationales Engagement von Deutschland und gerät massiv unter Beschuss. Um die Interpretationshoheit seiner Worte wird gestritten
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Der alte Mann und das Mehr

Bundespräsident Gauck steht in der Kritik, weil er sich im Deutschlandradio Kultur für eine "aktive Teilnahme an Konfliktlösungen im größeren Rahmen" stark machte. Nun geht es um die Interpretationshoheit. Warum nur? Gauck spricht Deutsch.

Von Nina Brenthäuser (2014-06-25)

Wer schmäht besser? Der brandenburgische Landtagsabgeordnete Norbert Müller (Linke), der auf seiner Facebook-Seite Gauck einen "widerlichen Kriegshetzer" zieh, oder Thomas Oppermann (SPD), der schon in der schlüpfrigen Sache Edathy eine unrühmliche Rolle verkörperte und Müllers Wortwahl als derart "unglaubliches Schmähkritik" bezeichnete, wie sie die Nazis als Strategie gegen Reichspräsident Friedrich Ebert eingesetzt hätten?

Norbert Müller hätte das Linksattribut "widerlicher" einfach weglassen sollen, denn erstens passt das nicht zur Bedeutung des Nomens, zweitens hat es beleidigenden Charakter und drittens reichte es völlig aus, den Begriff "Kriegshetzer" zu verwenden. Oppermann wiederum vergleicht Müllers Äußerung mit den Nazis, was nicht minder fragwürdig erscheint.

Der Sachbuchautor Jürgen Todenhöfer hingegen hält Gauck für einen "Dschihadisten" und hat ihn auf seiner Fb-Seite karikiert, indem er sich einen Wickel aufsetzte, einen Vollbart anklebte und in ein Gewand schlüpfte. Das war allerdings Anfang Februar 2014, nachdem Gauck auf der Münchner Sicherheitskonferenz für eine aktivere Rolle Deutschlands bei internationalen Einsätzen eingetreten war.

Nun, nachdem Gauck auf Staatsvisite in Norwegen war, dort von Ministerpräsidentin Solberg mit der Phrase konfrontiert wurde, Deutschland müsse sein Verhältnis zur Welt normalisieren, und wenig später im Interview mit Hans-Joachim Wiese von Deutschlandradio Kultur für „ein Ja zu einer Teilnahme an Konfliktlösungen im größeren Rahmen“ plädierte, treten Ruprecht Polenz (CDU), Peter Gauweiler (CSU), Niels Annen (SPD), Paul Schäfer (Linke) und Agnieszka Brugger (Grüne) aufs Interpretationsparkett. Zeit Online hatte eingeladen.

Schäfer sagt, der Krieg gegen den Terror habe sich als "Terrorförderungsprogramm" erwiesen. Gaucks Äußerungen hält er für "fahrlässig" und bezeichnet sie als "unverantwortliches Gerede". Peter Gauweiler sieht in Gauck aufgrund dessen Phraseologie einen "Wegbereiter moderner Kriege". Niels Annen, klar auf Gauck-Linie, bemüht das Völkerrecht, um Militäreinsätze rechtfertigen zu können. Brugger ist der Ansicht, man solle "nicht immer gleich nach dem Militär rufen" und befürchtet eine Aufweichung der Zurückhaltung bei Militäreinsätzen. Die Grüne führt zudem an, man solle den Export deutscher Waffen stärker unter die Lupe nehmen.

todenhoefer_karikatur_gauck_txtAls wahrer Interpretator von Gaucks Äußerungen erweist sich Ruprecht Polenz. Der zur Atlantic Community gehörende Neo-Semantiker lässt sich in der Debatte auf Zeit Online etwa so vernehmen: "Niemand fordert mehr Militäreinsätze." Die Betonung liegt auf dem Adverbialkomparativ mehr. Wer das, also die Äußerungen Gaucks, anders sieht, dem bescheinigt Polenz eine "sehr selektive und militärfixierte Wahrnehmung". Irgendwie redundant, was Polenz da bescheinigt.

Der Ober-Interpretator von Gaucks Worten bemüht sogar das Interview von Deutschlandradio Kultur, um Gauck zu entlasten. Jedoch liest er etwas anderes daraus, als jeder mit der deutschen Sprache gut Vertraute daraus lesen kann. Nur Polenz nicht. Er liefert gleich noch Merksätze zur Umgehung des Völkerrechts mit.

Gaucks Vorvorgänger Horst Köhler trat wegen holpriger Äußerungen zu Afghanistan zurück. Gauck sollte dies nun auch tun, denn seine Haltung zu deutschen Militäreinsätzen scheint geprägt von seinen Erfahrungen als Kirchenmann in der ehemaligen DDR, wie Jakob Augstein, Herausgeber der Wochenschrift Der Freitag jüngst anmerkte.

Seit Gauck das deutsche Staatsoberhaupt ist, bedient er sich eines eigentümlichen Satzbaus, redet schwülstig und schwammig, gar missverständlich. Es ist Deutsch, klar. Aber was für eins? Als schnödes Politikersprech ließe es sich abtun, doch das ist es nicht. Es sind wohlgewählte Worte, die absichtlich Interpretationsspielraum für all jene lassen, die daraus ihjr politisches Süppchen zu kochen vermögen. Es sind klare Worte für die, denen sie gewidmet sind: Nicht den Unterdrückten dieser Welt, nicht den Ausgebeuteten. Gaucks Worte sind ein Bekenntnis zur Nato, eine Haltung gegen Russland, pro-amerikanisch. Es sind Worte, die eher geeignet sind, zu spalten, als zu vereinen.

Die Deutschen wollen nicht in den Krieg ziehen, sondern Fußballweltmeister werden. Sie wollen keinen Bundespräsidenten, der ihnen zu vermitteln versucht, Deutschland solle künftig "eine aktivere Rolle in Konfliktsituationen" einnehmen. Gauck muss sich daher nicht in der Tradition eines Paul von Hindenburg, Heinrich Lübke oder Karl Carstens sehen. Besser, er verstünde sich in der Tradition eines Gustav Heinemann, Johannes Rau oder Richard von Weizsäcker.

Solange Gauck sich allerdings in gar keiner Tradition versteht, ist er ein schwächerer Bundespräsident als es seine beiden Vorgänger Christian Wulff und Horst Köhler waren. Wer sich zum Hansel der Nato machen lässt, muss Kritik aushalten. Zumindest dann, wenn er glaubt, in einer Demokratie zu leben. Das Deutsch des Bundespräsidenten ist zumindest grammatisch eindeutig im Kontext seiner Aussagen. "Größerer Rahmen" und "aktivere Rolle" bedeuten, anders als Ruprecht Polenz es versteht, mehr

Immerhin verzichtet Gauck darauf, die Staatsanwaltschaft gegen Norbert Müller ermitteln zu lassen. Das dürfte die Hardliner in der deutschen Politik nerven.

© Nina Brenthäuser

© GeoWis (2014-06-25)

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