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Portrait: Fielding's The World's Most Dangerous Places - Robert Young Pelton, Coşkun Aral, Wink Dulles und andere haben einen Reiseführer verfasst, der bislang alle anderen in den Schatten stellt
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Der ultimative Guide

18 Jahre ist es her, seit The World’s Most Dangerous Places erschien. Das Buch war das radikale Pendant zu allen bis dato erschienenen Reiseführern - und ist es noch heute.

Von Tom Geddis (2014-08-25)

58 Reiseführer und Handbücher hat Robert Young Pelton, Kürzel: RYP, unter seinem ehemaligen Verlag Fielding Worldwide Inc. herausgegeben, inklusive des 1996 erschienenen Bestsellers The World’s Most Dangerous Places, ein Konvolut von knapp 1000 Seiten, das in Form und - besonders - Inhalt bislang unerreicht ist. Das so genannte CIA-Factbook erscheint dagegen als Fibel für Warmduscher.

Die Autoren

34 Länder und etliche Regionen listet Pelton in der vorliegenden, 1998 erschienenen, dritten Auflage auf, in denen es 1997 lebensgefährlich zuging. In lediglich einer Region, der Pazifikinsel Bougainville, hat sich die Gefahrenlage in den sachkundig von den Autoren beschriebenen übrigen kaum verändert. Pelton hat sich gemeinsam mit seinen Co-Autoren Coşkun Aral und Wink Dulles in nahezu allen diesen Gegenden herumgetrieben, und wo er nicht war, waren Aral, Dulles und andere. Inzwischen sind es 46 Länder, die Pelton als höchst gefährlich einschätzt, darunter viele, für die er es in seinem Dangerous-Places-Guide (DP) unter dem Rubrum "Coming Attractions" prognostiziert hatte.

Robert Young Pelton:Fielding_Worldwide_Most Dangerous_Places_geowisMehr als 60 Länder hatte der 1955 in Edmonton, Kanada, geborene Pelton laut seiner Biographie bis Mitte der 1990er besucht und bis zur Gründung seines Verlags Anfang der 1990er Jahre eine Vielzahl an Jobs gehabt.

Er habe sich als Holzfäller, Tunnelbauer, Bohrarbeiter und Assistent von Sprengstoffmeistern verdingt, als Postverteiler für die global agierende Werbeagentur BBDO gearbeitet und sich in unterschiedlichen Bereichen der Werbe- und Marketing-Industrie durchgeschlagen, bevor er sich mit Mitte 30 dem Reisen in von Konflikten geprägten Regionen und dem Schreiben darüber zu widmen begann.

Auch Peltons Co-Autoren können auf eine abenteuerreiche Vergangenheit zurückblicken. Coşkun Aral (*1956), ein türkischer Foto-Journalist und Kriegsreporter, der beispielsweise aus dem Libanon und dem 1991er Golf-Krieg für TIME und andere Medien berichtete und als 19-Jähriger bekannt wurde, nachdem er Fotos vom Massaker auf dem Taksim-Platz in Istanbul (1. Mai 1977) veröffentlicht hatte, war unter den Passagieren der am 13. Oktober 1980 entführten Boeing 727 von München nach Ankara. Aral gilt in der Türkei und arabischen Ländern als geachteter Journalist und Dokumentarfilmer.

Im Duktus und rationalen Verständnis von Pelton ließe sich für einen seiner wesentlichen Co-Autoren, Südostasien-Spezialist Wink Dulles, konstatieren: Only the good die young. Klar, dass sich Zyniker fragen können, weshalb Pelton immer noch lebt. Hatte er nur Glück? Ist er ein gewiefter Beobachter von außen, der sich Informationen nur zuliefern lässt, sich selbst aber nicht in die Wallachei traut? Mitnichten. Pelton ist auch mit knapp 60 immer noch ein Rausgeher. Er muss ins Feld, und er gibt allen möglichen Unkern Anschauungsunterricht, wie sich das vermarkten lässt.

worlds most dangerous places_pelton_Wink_Dulles_dp_geowis_online_magazinWink Dulles (1956-2001), der einzige der drei Hauptautoren, der keine eigene TV-Show hatte, hat für Peltons WMDP wesentlich den südostasiatischen Teil abgedeckt und zuvor die Guides zu Vietnam (darunter: Southern Vietnam on two Wheels), Kambodscha und Laos verfasst.

Er pflegte Kontakte zu Regierungsvertretern in Kambodscha, war aber der wohl radikalste Freiheitsfanatiker unter Peltons Truppe. Dulles liebte das Motorradfahren, organisierte Motorradtouren durch Südostasien und lenkte sein eigenes Bike durch Gegenden, in die sich die Mehrzahl der auf Zeit fahrenden Biker der Ralley Paris-Dakar wohl allein nicht wagen würde.

Dulles, der seit den frühen 1990ern in Thailand sein Shangri-La gefunden hatte und von dort aus meist mit dem Motorrad die Gegenden erkundete, kam am 24. Juni 2001 geradezu standesgemäß zu Tode. Auf dem Weg zum Markt mit seinem Motorrad, auf dem Soziasitz seine thailändische Lebensgefährtin, geriet er in eine Kollision mit einem anderen Motorradfahrer und verstarb am Unfallort. Seine Lebensgefährtin wurde schwer verletzt.

Der Schotte Martin Gilmour, Ex- Soldat des Royal Ordnance Corps der britischen Armee und sechs Jahre lang im Dienst der französischen Fremdenlegion, lieferte für WMDP Hintergrundinformationen zu Indochina, Militärtaktiken und historischen Tatsachen. Er lebt, letzten Informationen (2011) zufolge, in Neuseeland und arbeitet als Sicherheitsberater für unterschiedliche Organisationen und Unternehmen, etwa die NRO Oxfam. Laut Pelton habe Gilmour auch als Anführer einer internationalen "Rettungseinheit" gedient, was vulgo heißen könnte: Er hatte eine Söldnertruppe befehligt.

Jim Hooper, ein freiberuflicher britischer Journalist mit Verwundungen aus Afrika-Einsätzen (Sierra Leone, Angola, Sudan, Tschad) reiht sich nahtlos in die Adventure- und Adrenalin-Journos ein, ohne die die globale Öffentlichkeit kaum erfahren würde, wie schmutzig es in vielen Regionen des Globus zugeht. Hooper, der für den Londoner Sunday Telegraph, den Economist und Jane’s Intelligence Review schrieb, lebt in England.

Zu WMDP haben auch der seinerzeit für TIME und Business Week tätige Jack Kramer, der Agence-France-Press-Journalist Anthony Morland, der Freelancer Peter J. Williams, der schottische Journalist Roderick ‚Roddy‘ Scott und der US-amerikanische Anthropologe und Soldat Robert Krott wichtigen Input zu Beiträgen beigesteuert. Ohne all deren Erfahrungsschatz wäre ein derartiges Buch wahrscheinlich kaum zu realisieren gewesen.

Das Buch

Was den nur auf Englisch erschienenen Reiseführer über die gefährlichsten Gegenden der Welt ausmacht, setzt sich aus Mehrerlei zusammen und beginnt mit der simplen Frage: "Was ist gefährlich?" Statt einfacher Auflistung im Nominalstil, folgt eine erhellend kritische Einführung in die Welt der Gefahren, mit erstaunlich rationalen Merksätzen. "You need to conquer fear to understand danger", lautet einer. “Danger is not something you can measure, predict or prevent", ein anderer. Statistiken dazu, die von der Regierung auf dich abgefeuert werden, sind etwas für Laborratten und Studenten im Hauptstudium, heißt es weiter.

Bereits zu Beginn stellen die Autoren klar, dass sie nichts von Gefahrentourismus halten und noch weniger Fieldings Worlds_Most_Dangerous_Places_Pelton_Aral_Dulles_geowisvon Touristen, die sich in Regionen begeben, in denen es gefährlich ist. Da es jedoch Jahr für Jahr mehr und mehr Leute, vor allem Individualreisende, in Länder zieht, in denen es schlimmer zugeht als Hollywood das im Film darzustellen vermag, ist WMDP das richtige Handbuch – bevor man eine Reise antritt.

Eine Fülle an Informationen - auch Statistiken zu Themen, von denen man zuvor gar nicht ahnte, dass es dazu Statistiken gäbe - wird kompakt und aufschlussreich dargeboten und unterteilt in Rubriken nahezu jeglicher denkbaren Art - Dangerous Places for Tourists, Dangerous Jobs, Dangerous Diseases, Getting Arrested, How To Survive Minibuses, Taxis, Boats, Flying, und so weiter. Knapp und meist flapsig formuliert, erläutern die Autoren so ziemlich jede denkbare Gefahr, die einem unterwegs begegnen könnte. Und wer nicht weiß, wie man sich am besten in Gefahr begibt, erhält hinreichend Tipps.

Etwa wenn man kaum Geld hat für einen gefährlichen Trip. "Don’t have money for a dangerous vacation? Why not get a dangerous job and make money too?" Es folgt eine Liste der 14 gefährlichsten zivilen Jobs in den USA. Platz eins und zwei: LKW-Fahrer und Bauer, Platz zehn und vierzehn: Kassierer und Feuerwehrmann. Und dann eine jener, bei der obligatorisch eine Waffe getragen wird.

Wer WMDP als Laie liest, dürfte eine Reihe von Aha- und Wow-Effekten bekommen. So in der Rubrik Dangerous Diseases. Drei Millionen Menschen starben seinerzeit jährlich an Tuberkulose, zwei an Malaria, etliche Zigtausend an Wurmbefall und Hepatitis. Die Autoren listen von der Schlafkrankheit über Amebiasis bis Gelbfieber rund 50 lebensgefährliche Krankheiten auf, darunter auch Ebola. Dabei liefern sie die geographische Verbreitung, die befallene Körperregion, die Symptome, Behandlungsmöglichkeiten und teilen mit, dass es - zu manchen Krankheiten keine Erfolg versprechende Behandlung gibt.

Jede erdenkliche Gefahrensituation wird behandelt. Im Vergleich zu dem, was dieses Buch hergibt, wirken Reiseinformationen und Reisewarnungen von Außenministerien geradezu lächerlich. Peltons Truppe bespricht so gut wie jede Mitte der 1990er Jahre operierende Guerilla-, Rebellen-, Freiheitskämpfer-, Faschisten- und What-the-like-Organisation, die in den gefährlichsten Gegenden der Welt unterwegs sind. Er liefert historische Hinter- und Beweggründe dazu, nennt deren Webseiten, Anschriften, Hauptakteure. Er schafft es, Osama bin-Laden auf elf Zeilen (S. 279) zu charakterisieren, prägnanter, als das die vergangenen US-Administration seit Clinton II und ihnen zu Füßen liegende Konzernmedien oder Wikipedia seitem vermochten.

Doch es ist nicht nur ein Handbuch für Leute, die eine Reise nach exotischen Ländern wie Iran, Thailand, Israel, Albanien, Kolumbien oder Mexiko planen. Es ist auch ein - zeitloses - Werk, das für alle jene von Nutzen, die aus beruflichen Gründen in einem der behandelten Länder zu tun haben: Diplomaten, Bauingenieure, Driller, Architekten, BWL-ler, Geowissenschaftler, Entwicklungshelfer, Soldaten, Söldner, Journalisten.

ryp_4c_ingle_geowisWas sämtliche Werbe-Agenturen dieser Welt von ihren fürs Texten zuständigen Schreibern erwarten, nämlich sich klipp und klar auszudrücken, um Kunden anzusprechen, die verstehen, was sie kaufen sollen, was aber die meisten Textknechte nicht schaffen, weil sie etwa zu artistisch oder Denglisch vorgehen, was mal in den 1980ern angesagt war, ist Pelton gelungen. Klare Kante, saloppe, verständliche, kommunikative und direkte Sprache. Pelton schafft es, komplizierten Sachverhalten den Zahn zu ziehen und seinen Lesern Kerninhalte in einer Weise zu präsentieren, die noch heute ihresgleichen sucht.

Dabei bewegt Pelton sich zwar auf unterschiedlichen Sprachebenen, ist aber immer in der Lage, den Duktus einzuhalten und die Information so zu transportieren, wie er sie von seinen Lesern verstanden wissen will. Die Dinge auf den Punkt zu bringen, wie es in WMDP vollzogen wurde, ist große Sprachkunst, die etwa in der Wissenschaft nicht allzu weit verbreitet ist und könnte daher etwa Linguisten und Schreibenden als Beispiel dienen. 

Vor allem die Essays und sonstigen längeren Texte sind spannender als jeder konstruierte Fiction-Thriller oder jede aufbereitete Presseagenturmeldung. Sie dürften maßgeblich zum Erfolg dieses Buches beigetragen haben. Denn Pelton sorgte sich auch um noch weitestgehend jungfräuliche Regionen dieses Planeten, die es vor gut fünfzehn Jahren tatsächlich noch gab. Da geht ihm der Gefühlsgaul durch, was die Frage aufwirft: Warum spricht er darüber, wenn er weiß, das sich sofort auf jene Orte und Regionen gestürzt wird, die als so genannter Geheimtipp gelten?

Natürlich freut man sich als Leser, wenn man etwas über eine Region erfährt, die touristisch noch nicht erschlossen ist und dann über eine Gegend liest, die Paradies und Hölle zugleich sein kann, wie in WMDP von Seite 252 bis 262 beschrieben. An diesem mit Zwischentiteln versehenen Essay - ein Muster, das in dieser Textart nicht allzu üblich ist -, lässt sich einerseits die romantische Ader Peltons erkennen, andererseits seine Besorgnis. Night on the Edge of the World lautet eine (S. 256). Er sagt von sich selbst, er sei in erster Linie Journalist und Publizist. Er ist auch ein Ratgeber.

Das Buch ist im Grunde ein Anti-Reiseführer, der unerfahrene Leute, Revolutionsromantiker und jene, die meinen, mit dem SUV, Motorrad, Flieger, Zug oder Schiff auf Abenteuertour zu gehen, davon abzuhalten versucht, ihren Traum vom Reisen in gefährliche Regionen zu verwirklichen. Und wenn sie sich nicht davon abhalten lassen, hätten sie mit WMDP zumindest ein Handbuch, das ihnen ihre potentielle Naivität auszutreiben imstande ist.

dp-cap-skull_come_back_alive_pelton_geowisDurchgehende Rubriken, beispielsweise In A Dangerous Place, übers Reinkommen in ein Land (Getting In) oder Herauskommen (Getting Out), über sonstig Wichtiges (Nuts And Bolts; Dangerous Days; The Scoop; The Players), versehen mit Abbildungen, Fotos und graphischen Eigenheiten, zeigen, dass sich richtig Mühe gemacht wurde und die Autoren dabei offensichtlich eine Menge Spaß hatten. So manche Illustration lässt sich mit jenen früher U-Comix assoziieren.

Das Gestalterische harmonisiert mit dem Inhaltlichen. Kaum ein Beitrag in WMDP, der nicht mit einer kleinen, trefflichen Überschrift versehen ist. Kostproben: "Street Kids Named Desire" (Brasilien), "Into The Void; Over The Line" (Kambodscha), "Body Count" (Sri Lanka), "Black Tide Rising" (Sudan), "Jungle Boogie" (Bougainville), "Rock The Casbah" (Algerien), "The Crescent And The Cross" (Philippinen).

Manche Zwischenüberschrift ist eine Phrase aus Musiktiteln. So zur Rubrik Getting Arrested (S. 117). Stay von Jackson Browne wurde bemüht (Oh won't you stay ... just a little bit longer); Happiness is a wired Gun in Anlehnung an John Lennons Happiness is a warm Gun (S. 172); Sex, Drugs & Rock'n Roll (S. 290) von Ian Drury & The Blockheads in der Abteilung Afghanistan, In A Dangerous Place; Rock the Casbah von The Clash zum DP Algerien (S. 300); und einige mehr.

Peltons WMDP ist das Pendant zu einem der meist geschätzten Autoren der USA, Thomas Pynchon, und weist sprachlich Parallelen zu ihm auf. Nicht in literarischer Hinsicht, indes in informativer. Es ist ein Werk, das keineswegs nur von Erfahrungsberichten seiner Autoren lebt, sondern auch umfangreicher Recherche bedurfte und deren Resultate in drastischer Weise veranschaulicht. Diese Mischung macht es zu einem spannenden Buch. Auch für Leute, die nicht in gefährliche Regionen reisen möchten. Auch an sie richtet sich Peltons Credo: Come back alive.

WMDP ist noch immer der Thriller unter den Reiseführern und geo-touristischen Handbüchern.

© Tom Geddis

© GeoWis (2014-08-25)

Robert Young Pelton, Coşkun Aral, Wink Dulles: The World’s Most Dangerous Places. ISBN 1-56952-140-9; Softcover, 966 S., Dünndruck; Fielding Worldwide, Inc. (Verlag existiert nicht mehr. Buch nur noch gebraucht erwerbbar); Redondo Beach, California, 1998.

Webseite: www.comebackalive.com

 

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