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Wei, Wang: China drohen Dürren und Überschwemmungen

Gestiegenes Risiko

China befürchtet für kommende Jahre eine Zunahme an Naturkatastrophen

Von Wang Wei (2007-02-26)

Noch im Dezember 2006 schienen Schneefall und eine Temperatur um minus 20° Celsius in der Region um die im Nordosten Chinas gelegene Metropole Shenyang normal. Am 23. Februar 2007 aber wurden nur minus 2.3° Celsius in dem zur Region gehörenden Qipan-Gebirge gemessen, sieben Grad mehr als zum gleichen Zeitpunkt des letzten Jahres, wie die Zeitung China Daily jüngst berichtete.

Schnee- und Eisschmelze im Qipan-Gebirge. 23.02.2007. Foto: XinhuaDer Vize-Minister für Wasserressourcen und Generalsektretär für Staatliche Flutkontrolle, Jingping, habe bereits lokale Behörden darauf hingewiesen, sich auf "ungestüme Überschwemmungen, Taifune und anhaltende Dürren vorzubereiten".

Der Klimawandel ist längst im Reich der Mitte angekommen und stellt seine ganze Bandbreite in dem riesigen Land vor. So ist seit Jahren ein Rückgang der Gletscher vor allem im Himalaya zu beobachten. Der dritte Pol schmilzt also ebenso wie Arktis und Antarktis.

Die großen Flüsse führen - auch aufgrund geringeren Niederschlags seit letzten August - weniger Wasser ab, sogar der bis vor wenigen Jahren regelmäßig für gigantische Überschwemmungen sorgende Chiang Jiang (Yangtzekiang), dessen Pegel 2006 im Mittel um 40 Prozent gesunken sei. Zwei seiner größten Seen, der Dongting und der Poyang, wiesen 60 bzw. 10 Prozent niedrigere Pegel auf, so der Minister.

Auch im Hinblick auf den Norden und Nordosten Chinas, wo sich der Gelbe Fluß bis zum Ostchinesischen Meer schlängelt, hat sich die Situation der ohnehin seit nunmehr vier Jahren unter Dürren leidenden Region verschärft. Die Temperaturen sind im Jahresdurchschnitt gestiegen, in vielen ländlichen Regionen muß Wasser zur Irrigation, Viehwirtschaft und zum täglichen Bedarf in Tanklastwagen herangekarrt werden (GeoWis berichtete ).

Die niedrigen Wasserstände der Flüsse signalisierten jedoch ein erhöhtes Risiko für erneute Überflutungen, so Jingping. Mangels ausreichender Regenfälle trocknen die Ufer- und Auenböden aus, die dann, wenn die Schneeschmelze einsetzt und auch noch Regenfälle hinzukämen, nicht schnell genug in der Lage wären, die Wässer aufzunehmen.

Harbin im Smog. Foto: NewsphotoFür das Frühjahr erwartet Beijing, das diesen Winter "ungewöhntlich wenig Schneefall und hohe Temperaturen hatte", wie Shi Hanmin, Chef des Beijinger Umweltschutzbüros, laut China Daily sagte, vermehrt und vor allem stärkere Sandstürme. Allein im letzten Jahr waren es 17, die die Bevölkerung zwangen, Staubschutzmasken zu tragen. Der Sandsturm vom 17. April 2006, so die Nachrichtenagentur Xinhua damals, ließ mehr als 300,000 Tonnen Sand in Chinas Hauptstadt ab.

Jiao Zhizhong, Leiter der Wasserbehörde Beijings sagte gegenüber China Daily, daß die Hauptstadt im letzten Jahr die "höchsten Durchschnittstemperaturen seit 55 Jahren" erlebte. Er erwarte eine Steigerung für 2007 und konstatiert, daß auch noch kein Ende der nun "seit acht Jahren anhaltende Dürren" in Sicht sei, zumal 25 Prozent weniger Regen gefallen seien.

China, das sich - folgt man Längen- und Breitengraden - von Norden nach Süden auf rund 5500 km, von Westen nach Ost auf ca. 6800 km (Mittelschnitt ca. 5000 km) erstreckt, unternimmt bereits viel im Umweltschutz. Gemessen am Bruttosozialprodukt sogar mehr als manches Industrieland. Doch noch immer sind zuviele Kohlekraftwerke mit veralteter Technik im Einsatz, noch immer überwiegen Kraftfahrzeuge ohne geregelten Katalysator.

Bei den Provinzkadern, so scheint es, herrscht oft noch ein Umweltbewußtsein wie in der Steinzeit. Sie aber sind es, die den Unternehmen nicht allzu genau auf die Finger schauen wollen und die Umsetzung von nationalen Umweltgesetzen verschleppen.

© Wang Wei

© GeoWis (2007-02-26; 13:37:06)

© Fotos: CNTA; newsphoto; Xinhua

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