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Portrait: Ashley Judd - "Ich trage keine Pelze"
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"Ich trage keine Pelze"

Kaum eine US-amerikanische Schauspielerin ihrer Generation ist so vielseitig und beredt wie Ashley Judd

Von Liz Bremer (2007-04-03)

Ihr neuester Film, vorgestellt im letzten Jahr auf dem Filmfest in Cannes, heiβt Bug und lief im Februar in Frankreich an. Im Mai kommt er in die US-Kinos. In diesem von William Friedkin inszenierten, einem Kammerspiel nahekommenden Psycho-Horror-Drama lässt sich die diesen Monat 39 werdende Schauspielerin in der Rolle der Agnes auf einen paranoiden Vietnamveteranen ein, der überall Insekten vermutet und sieht.

Ashley Judd in 'Bug'. Foto: Lions GateIn diesem Film, der vorwiegend in einem Motelzimmer spielt, brilliert Judd als desillusionierte, seelenkranke und einsame Frau. Es ist eine Rolle, mit der Judd ihr schauspielerisches Können einmal mehr unter Beweis stellt.

Dass der Charakter einen so schrecklichen Verlauf habe, sei einfach "cool", wie Judd im Interview mit Rebecca Murray (2006) sagte. Man habe nach "French hours" gedreht, sei also ohne Weckdienst aufgestanden und zum Set gegangen, etwas, dass sie bis dahin nicht gekannt habe.

Kurz vor Drehbeginn von Bug hatte sie die Hauptrolle im Debut von ihrer gleichaltrigen Schauspielkollegin Joey Lauren Adams - Come Early Morning -, einer Independent-Produktion, gespielt. Auch diese eine charakterstarke Rolle, in der Judd eine ziellose Kleinstädterin verkörpert, die allmorgendlich neben einem Kerl aufwacht, von dem sie nichts hält. Auf der Suche nach Liebe geht sie mit anderen Männern ins Bett, unfähig, sich näher auf sie einzulassen.

Ashley Judd (ca. 1998). Foto: Retna Ltd.Es sind solche Rollen, die Judd besonders zu liegen scheinen, Rollen, die ihr alles abverlangen. Manchmal könne sie zwar nach einem Drehtag nicht "abschalten", weil sie noch zu "aufgewühlt" sei, aber dann mache sie einen Spaziergang.

Es müssen in den vergangenen zwölf Jahren viele Spaziergänge gewesen sein. Sie gab an den Seiten von Brendan Fraser und Viggo Mortensen in Philip Ridleys Psycho-Thriller The Passion of Darkly Noon (1995) die erotisch knisternde Callie, und lieβ ihre Hüllen fallen.

Drei Jahre zuvor hatte sie für Kuffs die Rolle der Maya Carlton mit der Begründung abgelehnt, in ihrem ersten Kinofilm nicht mit Nacktszenen auffallen zu wollen, weshalb sie eine Nebenrolle besetzte. Ihre erste Hauptrolle nahm sie dann in Ruby in Paradise (1993) ein, eine Charakterstudie über eine junge Frau - Ruby -, die in Florida ein neues Leben beginnen will und auf Männer hereinfällt. Für ihre Darstellung erhielt sie den Indepentdent Spirit Award und den Chicago Film Critics Association Award.

Ashley Judd in 'Come Early Morning' (2006). Foto: Bold FilmsNach Darkly Noon spielte sie im selben Jahr die Crack-süchtige Felicity in Wayne Wangs Independent-Film Smoke und machte nachhaltig auf sich aufmerksam. Es folgte Heat (1995) mit Al Pacino, Robert de Niro und Val Kilmer. Erneut spielte sie - wenn auch nicht in einer Hauptrolle - stark.

In Hollywood genieβt Ashley Judd den Ruf, äuβerst gebildet, eloquent und - was ihre Rollen angeht - wählerisch zu sein, jedoch nicht als schwierig. In verschiedenen, über die Jahre gegebenen Interviews fällt neben einem ihrer Standards 'It was just fun' ihre elegante Wortwahl auf.

So sagte sie im Zusammenhang mit ihrer Privatsphäre dem Journalisten Paul Fischer (2002), sie glaube nicht, dass es angebracht sei, ihr während eines privaten Essens mit Freundinnen "ein Drehbuch aufzudrängen". Auf Slang verzichtete sie, obwohl sie ihn beherrscht.

Während ihres Studiums an der University of Kentucky, an der sie einen hervorragenden Abschluss in Französisch machte, aber in Kultur-Anthropologie, Kunstgeschichte und Theater nicht so gut abschnitt, war sie zur Aufnahme in der Schwesternschaft Phi Beta Kappa "nominiert", wie sie betont, nicht etwa Mitglied, wie viele amerikanische Medien behaupten. "Ich denke, das macht einen Unterschied", sagte sie gegenüber der Journalistin Barbara Teasdall (1999).

Ashley Judd (ca. 2001). Foto: Jeff VespaJudd geht stets ans Limit der Schauspielkunst. Noch deutlicher als zuvor wird dies in ihrer Rolle in Norma Jean & Marilyn (1996). Aufgekratzt, hysterisch, depressiv, larmoyant, glücksselig, schizophren spielt sie als Norma Jean Dougherty ihre Kollegin Mira Sorvino, die Marilyn Monroe darstellt, an die Wand. Auch in der Folgezeit nimmt die heimatverbundene - in Kalifornien geborene, doch im Groβraum Nashville, Tennessee, lebende - Schauspielerin Rollen an, die Kraft kosten.

So in A Time to Kill (1996) als Ehefrau Carla Brigance an der Seite des Hauptdarstellers Matthew McConaughey. Die weibliche Hauptrolle spielt zwar Sandra Bullock - und mit Samuel L. Jackson, Donald und Kiefer Sutherland, Kevin Spacey und Oliver Platt ist Judd von Superstars umgeben -, doch das schert die gut geerdete Schauspielerin nicht.

In Normal Life (1996) zeigt Ashley Judd, gerade 28, wieder einmal Mut zur Hässlichkeit, indem sie eine abgewrackte, alkohol- und drogensüchtige, aufgedunsene, verschwenderische Ehefrau spielt, die ihren Mann zum Verbrecher werden lässt. Dramen liegen ihr. Als Kitty in The Locusts (1997) verdreht sie Vince Vaughn den Kopf, stiehlt Kollegin Kate Capshaw die Show und erhält als beste Nebendarstellerin den Lone Star Film & Television Award.

Ashley Judd in ' Bug' (2006)Nach derart vielen Charakterrollen hätte man damals annehmen können, Judd nähme etwas fürs Gemüt an. Hat sie auch, allerdings in TV-Auftritten, in denen sie zuweilen gelöst, durchaus auch komisch, befreit wirkend und - das vor allem - sympathisch und zugänglich rüberkam.

In Kiss the Girls (1997), an der Seite von Morgan Freeman, war sie dann ernsthafter denn je, ist sie in diesem Film doch einem Serienkiller von der Klinge gesprungen und danach an dessen Auffinden beteiligt. "Norma Jean und Kiss the Girls waren ein weiteres, ausgesprochen hartes Stück Arbeit", sagte sie zu Teasdall. Erst im Film Simon Birch (1998) geht es etwas komödienhafter zu.

Spätestens seit Smoke war Ashley Judd auch deutschen Kinogängern bekannt. Ihr Faible für Ausflüge in Independent-Produktionen teilen Hollywood-Studios nicht immer. Judd ist das egal. Sie weiβ um ihre Schauspielkunst, und sie weiβ um ihr Standing.

Neben ihrem Job engagiert sie sich aktiv für Youth Aids und hat keine Probleme damit, auch einen Teil der von ihr einbehaltenen Kostüme aus De-Lovely oder The Cole Porter Story (2004) zur Versteigerung für die Sache - Youth Aids - zu geben.

Ashley Judd in 'Cole Porter Story' (2004)Bevor sie in die Rolle der Linda Porter schlüpfte, hatte sie auch in Thrillern wie Eye of the Beholder und Double Jeopardy (beide 1999) genauso überzeugt wie in Where the Heart is (2000), Someone Like You ... (2001), High Crimes (2002), Divine Secrets of the Ya-Ya Sisterhood (2002) oder Frida (2002).

Judd, die gern schon mal Armani und Valentino trägt, ist positioniert. "Ich trage keine Pelze", sagte sie in einem weiteren Interview mit Rebecca Murray (2004). Sie mag Geschmeidiges auf ihrer Haut, weshalb sie die aus italienischem Faden gewobenen Kleider zu De-Lovely behielt und - wie gesagt - teilweise versteigerte. Judds Affinität zu real existierten Figuren ist enorm. Ebenso ihr Spiel hierzu.

Dem Einfachen zeigt sie die Rote Karte. Dem Schwierigen ist sie zugeneigt. Wenn es sich nicht um fiktive Figuren handelt, taucht sie in historische ein.

In Frida, dargestellt von Salma Hayek, brilliert Judd als Tina Modotti, einer Photographin, die im richtigen Leben seinerzeit in Liebe zum ermordeten Kubaner Julio Antonio Mella stand. Judds Rolle ist - politisch betrachtet - die interessantere, Hayeks die emotionalere. Der Film aber hat die mexikanische Malerin Frida Kahlo zum Plot. Die Choreographie der Tangos geht auf Judds und Hayeks Konto.

Mag Judd - Scheidungskind seit 1972 - auch je nach Rolle ausflippen, durchgeknallt, depressiv oder hysterisch agieren, privat ruht sie - soweit bekannt - in sich selbst.

Im Dezember 2001 hat sie den Rennfahrer Dario Franchitti im schottischen Skibo Castle in Edingburgh geheiratet. Flugs wurde ihr Gehabe nachgesagt, doch Judd hatte elegant gekontert: "Wir wählten Skibo Castle, weil es ein privater Club ist, dem wir angehören, und weil Dario Schotte ist". Basta!

Ashley Judd/Salma Hayek in 'Frida' (2002)Seitdem sieht sie sich auch schon mal einen ganzen Tag lang Auto- und Motorradrennen vorm Fernseher an und scheut sich nicht zuzugeben, dass sie - bevor sie Franchitti kennen und lieben gelernt hatte - Auto- und Motorradrennen bescheuert fand.

Ihr Privatleben schottet sie ab und schützt es wie eine Mutter ihr Neugeborenes. Das sei gut so, denn woher sonst solle sie die Kraft nehmen, all die schwierigen Rollen, die sie sich auswähle, zu spielen? Judd ist konsequent. Nur so viel Triviales wie vertraglich zugesagt, leistet sie.

Melo-dramatische Rollen kann sie auch. Exzellent. Etwa in 'Ya-Ya Sisterhood'. Positiv entnervt, stillhaltend und zurückhaltend darin - ebenso wie in 'Someone Like You ...'. Extravaganzen inbegriffen.

Eine Einordnung ihres Spiels scheint leicht und auch wieder nicht. Bette Davies kommt einem bei Judd genauso in den Sinn wie Meryl Streep. Doch befragt danach, welche Schauspielerin ihr Vorbild sei, benennt Ashley Judd Ingrid Bergmann. Sie habe deren Biographie gelesen. "Die einzige Biographie, die ich je gelesen habe", sagt sie.

The YaYa-SisterhoodWomöglich ist Ashley Judd aufgrund ihres Spiels eher eine europäisch orientierte Schauspielerin, vergleichbar mit der Französin Isabelle Huppert oder der Deutschen Martina Gedeck.

Wenn, dann unterscheidet sie sich dennoch kolossal von diesen beiden - wie auch von vielen ihrer US-Kolleginnen -, weil sie grundsätzlich Stunts selbst ausübt. Da aber schnitten ihr Regisseure schon mal ein Schnippchen.

In Double Jeopardy (1999) wollte Judd unbedingt den Sprung von einem mehrstöckigen Schulgebäude selbst vornehmen. Man habe sie "verarscht", sagte sie. "Sie haben die Szene gedreht, als ich nicht am Set war". Weshalb sie den Stunt machen wollte?, fragte Teasdall. Judds Antwort: "Weil es Spaβ macht, aufregend und eine (...) Herausforderung ist. Es ist belebend."

Judd steht für Drama und Thriller, obwohl sie enorm komödiantisches Potential - bewiesen - hat. Was sie einmal zugesagt hat, zieht sie durch. Als sie etwa die Hauptrolle in Cat Woman angeboten bekam, lehnte sie ab, weil sie gerade Die Katze auf dem heiβen Wellblechdach (Tennesse Williams) am Broadway spielte. "Kein noch so gutes Angebot" könne sie davon abhalten. Ashley Judd ist, keine Frage, von anderem Kaliber als etwa Sharon Stone oder ähnlich stereotyp schauspielernde Aktricen. Sie ist eine wahre Künstlerin.

© Liz Bremer

© GeoWis (2007-04-03; 19:16:22)

© Fotos: Lions Gate; Bold Films; Handprint Entertainment. Webseite >>

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