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China kappt diplomatische Beziehungen zu St. Lucia

Strategisch zweifelhaft

China hat seine diplomatischen Beziehungen zu St. Lucia abgebrochen

Von Hao Feng (2007-05-05)

Nachdem St. Lucia, in der Fläche gerade anderthalb mal so groβ wie Köln, am vergangenen Dienstag die Aufnahme diplomatischer Beziehungen zu Taiwan verkündet hatte, brach Beijing am heutigen Samstag seine Beziehungen zu dem karibischen Inselstaat ab. Dies berichtet die Nachrichtenagentur Xinhua.

Das Eiland, das vordergründig von Premierminister Sir John Compton und Generalgoverneurin Dame Peralette Louisy regiert wird, gehört zum Commenwealth of Nations, dessen Oberhaupt die britische Queen ist. Erst 1997 hatte es mit China diplomatische Beziehungen aufgenommen.

Während Taiwans Auβenminister James Huang die Wiederaufaufnahme der Beziehungen mit St. Lucia in der Taipei Times vom vergangen Mittwoch freudig begrüβt und damit "den 25. Allierten" für den von China nach wie vor als abtrünnige, jedoch zu China gehörende Provinz betrachteten Staat notiert, verweist Beijing auf eine "offenkundige Verletzung" - so der Sprecher des Auβenministeriums, Liu Jianchao - des 1997 geschlossenen Vertrags durch St. Lucia.

Erstmals kamen diplomatische Beziehungen zwischen Taiwan und St. Lucia 1984 zustande. Damals war John Compton Premier in Castries, der Hauptstadt des Zwergstaates. Unter seinem Nachfolger Kenny Anthony wurden diese beendet. Anthony bevorzugte Beijing. SeitDezember 2006 ist Compton wieder Premier der 170.000 Insulaner.

Huang, der laut Taipei Times mit den Worten zitiert wird, "Taiwan kann niemals mit China mithalten, wenn es zur 'Scheckbuch-Diplomatie' kommt, habe Compton versprochen, dem bitterarmen Karibikstaat Entwicklungshilfe im Agrarsektor, in der Informationstechnologie, Medizin und - neben weiteren - Ausbildung zu leisten. Das klassische Programm also.

Ob sich der von Compton strategisch zweifelhafte Schwenk zurück langfristig für St. Lucia rechnet, muβ abgewartet werden. Daβ Beijing es nicht dulden kann, wenn mit Taiwan zwischenstaatliche politische Vereinbarungen geschlossen werden, liegt auf der Hand. Deutschland - zum Beispiel - hat Taiwan bisher nicht als eigenen Staat anerkannt.

© Hao Feng

© GeoWis (2007-05-05; 21:26:54)

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Der Chinesische Traum (Teil 1) >>

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