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Historische Kommunismusforschung. Rezensiert von Jochen Henke

Reflexive Dialektik, Kritik und Oral History

Vor wenigen Wochen erschien das Jahrbuch 2007 für Historische Kommunismusforschung. Ein Werk einer Reihe, deren Autoren sich neben der Aufarbeitung der SED-Diktatur auch der kritischen Betrachtung kommunistischer Systeme und bisheriger Illusionen verpflichtet sehen.

Von Jochen Henke (2007-07-06)

"(...) Was Gewalt angeht, scheint dieses Jahrhundert seine Vorgänger übertroffen zu haben. Blickt man darauf zurück, drängt sich ein niederschmetterndes Resümee auf: Dies war das Jahrhundert der groβen Menschheitskatastrophen (...)".

Dieses exzerptierte Zitat stammt aus dem 1997 erschienenen Konvolut Das Schwarzbuch des Kommunismus von Stéphane Courtois, Nicolas Werth, Jean-Louis Panné, Andrzej Paczkowski, Karel Bartosek und Jean-Louis Margolin.

Gegenüber dem vor einer Dekade mit 990 Seiten erschienenen 'Schwarzbuch' nimmt sich das knapp mehr als halb so umfangreiche Jahrbuch zur Historischen Kommunismusforschung (JHK) der Herausgeber Hermann Weber, Ulrich Mählert, Bernhard Bayerlein, Horst Dähn, Bernd Faulenbach, Erhard Neubert und Manfred Wilke beinahe bescheiden aus, legte man die schiere Seitenanzahl zugrunde. Tatsächlich muβ es dem sachkundigen Laien wie auch dem sich beruflich mit dieser Thematik Befassenden an einigen Stellen vorkommen, als habe man doch schon mal in anderen Studien darüber intensiv gelesen, etwa im 'Schwarzbuch'. Und auch wieder nicht.

 So befaβt sich zum Beispiel der noch junge Wissenschaftler Felix Wemheuer (Jahrgang 1977), der in Bochum und Beijing studiert hat und gegenwärtig in Wien lehrt, mit dem alltäglichen Widerstand der chinesischen Bauern in der Ära der kollektiven Landwirtschaft in der Zeit von 1953 bis 1982 und streift die von neueren Erkenntnissen getragene Frage, "ob sich das Wirtschaftsmodell und das politische System der Mao-Ära (...) überhaupt grundlegend von (...) der Sowjetunion unterschieden oder ob es sich um eine Art »chinesischen Stalinismus« handelte."

Wie unter Stalin die sowjetischen Bauern in erster Linie für Staat und Militär den Groβteil ihrer Ernteerzeugnisse abzugeben hatten, muβten es auch die chinesischen tun. Oft reichte es dann nicht mal für den Eigenbedarf, was die Hungersnöte in der ehemaligen UdSSR der Jahre 1932/33 und 1946/47 mitverursachte.

Wemheuer konstatiert, daβ "die chinesischen Kommunisten" wenig daraus gelernt hätten und hinterfragt dabei den "Mythos vom groβen Bauernfreund Mao", der "nur vor dem Hintergrund der chinesischen Revolutionsgeschichte zu verstehen" sei.

Er befindet sich mit die Einschätzung inzwischen in bester Gesellschaft nicht nur unter westlichen Forschern, sondern auch unter chinesischen. Dank Deng Xiaopings zu Beginn der 1980er Jahre eingeleiteter 'Öffnung für den Westen', die von seinen Nachfolgern weiterbetrieben wurde und wird, steht die Ära Mao schon lange auf dem Prüfstand. Kaum noch etwas daraus erscheint mehr sakrosankt.

Not macht die Menschen erfinderisch, so ein Sprichwort. Ganz gleich unter welcher Knute sie stehen. So könne - laut Wemheuer - "der Staat den Bauern zwar die Privatwirtschaft verbieten, er ist aber von der Ernte der Kollektive abhängig." Nicht nur das. Man erinnere sich nur an die Tricks, mit denen die 'Arbeiter und Bauern' der ehemaligen DDR vertraut gewesen waren. Es wurde getrödelt, abgezwackt, auf Nachschub gewartet (bei den Bauern zum Beispiel auf Saatgut, Chemo-Dünger und Ersatzteile für Landwirtschaftsmaschinen). Der Staat könne darauf "mit Terror oder Propaganda reagieren", so Wemheuer. "Beide haben selten Erfolg."

 Der Wissenschaftler Martin Grossheim, der nach seinem Studium im schwedischen Lund, an der Humboldt-Universität in Berlin und bei der Deutschen Forschungsgesellschaft arbeitete und danach bei InWEnt in Bad Honnef unterschrieb, nimmt sich in diesem Buch Vietnam in der Zeit zwischen 1956 bis 1967 vor, ohne in Kriegsdetails zu gehen. So erscheint dieser durchaus kritische Beitrag im Verlauf leider etwas dünn, zumal nicht viel Neues zur Thematik ihn erhellt.

Ähnlich knapp bleibt Volker Grabowski, der in seinem Beitrag Kommunismus und Opposition in Laos abhandelt. Doch anders als Grossheim, der in seinem 27-seitigen Artikel 107 Fuβnoten und Anmerkungen unterbringt, die etwa die Hälfte seines Textes ausmachen, liefert Grabowski eine Fülle von Informationen und Zahlen und kommt in seinem 22-seitigen Beitrag mit 55 Verweisen und Anmerkungen aus.

Herausragend dabei ist beispielsweise der Anstieg der Mitgliederzahlen der Laotischen Revolutionären Volkspartei (LRVP) um 5000 Prozent von 400 im Jahr 1955 auf 20.000 im Jahr 1972. Ab 1972 bis zum Jahr 2006 stieg die Mitgliederzahl dem Autor zufolge auf 148.000 (740 %). Grabowski liefert neben diesen Zahlen auch wichtige Hinweise zu Binnenmigration und Heimatflucht. Der Migranten und Flüchtlingen Anlaβ sei nicht zuletzt "eine weit verbreitete Furcht vor politischen »Seminaren« und die spürbare Verschlechterung der Lebensbedingungen (...)" gewesen.

 Botakoz Kassymbekova (Jahrgang 1981), die einen B. A. in Zentralasien-Studien der American University in Biškek, Kirgistan, und einen M. A. in Sozialgeschichte der University of Essex hält, erinnert in ihrem Beitrag Memories of the Riots in Chimkent and Frunze in englischer Sprache an die Unruhen, die 1967 im kasachischen Shymkent und im kirgisischen Frunse (heute: Biškek) stattfanden. Die Autorin schildert, wie es zu den Aufständen und Krawallen gekommen war, von denen die Weltöffentlichkeit, vor allem deren westlicher Teil, kaum oder gar keine Kenntnis hatte.

Ebenfalls auf Englisch widmet sich Olga Velikanova der russischen Bauernbewegung der 1920er Jahre. Ihr Beitrag The Peasant Union Movement: The Quest for the Political Organization of Peasants in the Soviet Union in the 1920s, der einleitend auch zur Entstehung der Bewegung höchst informativ ist, verdeutlicht, wie maβgeblich die russischen Bauern - auch ungewollt - an der Politikgestaltung der ehemaligen Sowjetunion beteiligt waren. Zwar hat auch Dirk Bronger, Geograph und Emeritus der Ruhr-Universität Bochum, in seiner Dissertation (1967) Der Kampf um die sowjetische Agrarpolitik 1925-1929 dieses Thema knapp angeschnitten, doch Velikanova hatte dank des Endes des Kalten Kriegs Zugang zu Archiven, der vor 40 Jahren unmöglich gewesen wäre.

Die Autorin, die an der Dalhousie University im kanadischen Halifax lehrt, spricht von einer "machtvollen Bauernbewegung", die in den 1920ern existiert habe. Innerhalb dieser Bewegung habe es reiche Groβbauern und unzählige Mittel- und Kleinbauern gegeben, die in der Mehrzahl nichts vom Kommunismushaben wissen wollen, sich dagegen gesperrt und sich organisiert haben. Insbesondere gegen die neue Wirtschaftspolitik Moskaus (NEP). So stellt die Autorin fest (Übers. d. Vf.): "Die Liberalisierung der Wirtschaft (...) begünstigte die politische Partizipation der Bauern. 1924 erkannte Felix Dzierzynski das Entstehen einer politischen Kultur der Bauern." Stalin sollte sich später bitterlich an ihnen, die mehr als 80 Prozent der Bevölkerung ausmachten, in Form von Zwangskolletivierung, Verschleppung und Säuberung rächen, wie man inzwischen weiβ.

Neben einer Reihe weiterer interessanter Beiträge, beispielsweise zum Hungerstreik und Massaker von Workuta (Jean-Jacques Marie), zum Widerstand gegen den Kommunismus in Lettland in den 1940ern (Björn M. Felder), zum 90. Jahrestag der Oktoberrevolution (Alexander Vatlin), einem Vergleich zwischen sowjetischem (Gulag) und chinesischem (Laogai) Lagersystem (Dieter Heinzig), einem Essay zum »Fleischproblem in der Volksrepublik Polen« (Jerzy Kochanowski) oder Dokumenten- und Briefen-Faksimiles zum Thema Palästina der Jahre 1926/27 (Götz Hilling), ist das von Manfred Wilke (Freie Universität Berlin) mit dem ehemaligen SED-Funktionär und Ex-Oberbürgermeister von Dresden, Wolfgang Berghofer, ein erkenntnisreiches Highlight der Kategorie Oral History.

Wilke nimmt sich Berghofer recht sanft zur Brust und läβt ihm Raum zum Plaudern wie zur Rückschau. Der Befragte hält mit Auskünften zum Herbst 1989 nicht vor dem Berg und gibt Antworten zu den damaligen innerparteilichen Sorgen der SED. So erfährt der Leser zwar nicht bis ins Detail, was Berghofer dachte, aber er bekommt dessen Einschätzung zur innerparteilichen Orientierungslosigkeit und der Ratlosigkeit des ehemaligen DDR-Politbüros. Hans Modrow, letzter DDR-Regierungschef, kommt dabei nicht gut weg. Auch auf andere Akteure der damaligen SED, so Gregor Gysi oder Markus Wolf, geht Berghofer ein und zeichnet ein Bild, das dieserart noch nicht ausgestellt worden ist.

Matthias Uhl knöpft sich in seinem Beitrag Stalins Vollstrecker drei Sowjet-Geheimdienstchefs vor, indem er deren Biographien präsentiert. "Alle drei entstammen niedrigen sozialen Schichten", so Uhl. Nicht zuletzt sie sorgten dafür, daβ die Gulags von Archangelsk über Workuta bis ins sibirische Hinterland gefüllt worden waren.

Das JHK 2007, das im Anhang neben Kurzbiographien zu den 31 Autoren auch weiterführende Quellen und Informationen bietet, ist insgesamt betrachtet eine lesenswerte Notwendigkeit zur Thematik und debattenwürdig. Es bietet vor allem für politische Dialektiker ausreichend Gelegenheit, in den - historischen - Spiegel zu blicken und gegebenenfalls zum Naβrasierer zu greifen. Es bietet aber auch den Anreiz, weiterzuforschen.

© Jochen Henke

© GeoWis (2007-07-06; 17:56:32)

© Fotos/Abbildungen: Emil Schulthess (nicht im Buch enthalten); Hulton Getty Collection (nicht im Buch enthalten); Aufbau-Verlag (Titelbild; 'Laos').

Hermann Weber, Ulrich Mählert, Bernhard H. Bayerlein, Horst Dähn, Bernd Faudenbach, Ehrhart Neubert, Manfred Wilke (Hrsg.): Jahrbuch für Historische Kommunismusforschung 2007. Hardcover, 516 S.; ISBN 978-3-351-02687-5. Aufbau-Verlag, Berlin, 2007.

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