GEOWIS Logo
GeoWis ONLINE-MAGAZIN
23. Juli 2017
Home |  Login | Kontakt | Verlag | Links   
Download-Archiv
eBook/eText Downloads
Science & Technology
Selected Portraits
Artikel & Reportagen
- Afghanistan
- Angola
- Argentinien
- Australien
- Austria
- Auto-Legenden
- Bangladesh
- Burma
China
- Deutschland
- Dänemark
- EU
- Frankreich
- Georgien
- Griechenland
- Haiti
- Honduras
- Indonesien
- International
- Italien
- Japan
- Kuba
- Liechtenstein
- Literatur/Kunst/Musik/Medien
- Mexiko
- Niederlande
- Nigeria
- Paraguay
- Peru
- Polen
- Schweden
- Schweiz
- Serbien
- Spanien
- Sport
- Syrien
- USA
- Venezuela
- Vietnam
- Zimbabwe
- Äthiopien
Deutsche Sprache
Meinungen
Musik
Rezensionen
Film
Interviews
Schnellsuche
 
Verwenden Sie Stichworte, um einen Beitrag zu finden.
Erweiterte Suche
Ankündigung

Kostenlose Downloads (Auswahl)

Demographie: Que sera, sera. The future's not ours to see. Die BBR-Bevölkerungsprognose in Konfrontation mit der Realität. Von Hansjörg Bucher und Claus Schlömer

Stefan Z. Dmochowski - The Olowo of Owo

Klaus von Bröckel - Djibouti: 18. März 1987

Lesetipps

Tourismus

Wohin geht die Reise? >>

Reisen im Geburtsland Makesis >>

China-Reportagen

Chongqing - Stadt im Nebel >>

Chongqings Altstadt Ciqikou >>

Carrefour in China >>

Diaoyucheng, Hechuan >>

Beijing by Bike >>

Der chinesische Traum 1 >>

Der chinesische Traum 2 >>

Der chinesische Traum 3 >>

Spanien-Reportagen

Paxe Ryanair, Iberia! >>

High Speed Tag und Nacht >>

Der Tod kommt zweimal >>

Tarragona - Baila conmigo >>

Málaga - Glut des Südens >>

Japan-Reportagen

Hakone >>

Hakone Open Air Museum - Im Reich der Skulpturen >>

Frankreich-Reportagen

Nizza - Zwischen Arm und Reich >>

Vence - Kultort der Kultur ... >>

Nizza - Champagner muss sein >>

Côte Basque - Saint-Jean-de-Luz >>

Mauerfall-Reportagen

"Ich werd' bekloppt!" >>

"Keine Ahnung, wie die lebten" >>

"Wir wollen die D-Mark!" >>

Weitere Beiträge:
China: Regionalentwicklung - New Plan on Urban Development
GeoWis-Reportage China 2014, Teil 4: Chongqing - Megastadt mit Flair
GeoWis-Reportage China 2014, Teil 3: Laoban - Ein Ausflug auf den Berg der Sichuan Agricultural University
GeoWis-Reportage China 2014, Teil 2: Ya'an, Stadt der Gelassenheit
GeoWis-Reportage China 2014, Teil 1: Beim Friseur in Ya'an
China und Indien streiten weiter um Territorium in der Kaschmir- und Aksay-Qin-Region
China: In Fenghuang, Provinz Hunan, erhebt die Regionalregierung neuerdings Eintritt zum Weltkulturerbe. Im Netz formierte sich Protest. Doch es gibt auch Zustimmung
China zelebriert Lei-Feng-Day
GeoWis-Reportage China, Teil 5: Beijing by Bike, aber nicht by Bicycle. Komfortabler sitzt es sich auf dem oder im Gespann der Chang Jiang 750, vor über 70 Jahren BMWs Krad-Flaggschiff
Automobilindustrie: Volvo erleidet herbe Absatzverluste in China. Offenbar färbt das Image von Mehrheitseigner Geely negativ auf die renommierte Marke ab
GeoWis-Reportage China, Teil 4: Diaoyucheng in Chongqing hat Weltgeschichte geschrieben. Der Ort in Hechuan war die dauerhafteste Verteidigungslinie gegen die Mongolen
GeoWis-Reportage China, Teil 3: Carrefour hat sich neben Wal-Mart in China an die Spitze ausländischer Lebensmittelmärkte gesetzt
GeoWis-Reportage China, Teil 2: Chongqings Altstadt Ciqikou
GeoWis-Reportage China, Teil 1: Chongqing - Ein Blick auf die angeblich größte Stadt der Welt
China: White Paper läutet Justizreform ein
China: Neue Umweltstandards verteuern Seltene Erden
China: Flucht aus den Städten - Mit Beginn des Frühlingsfestes sind Abermillionen Chinesen auf dem Weg in ihre Dörfer, um das Jahr des Hasen zu feiern
China: Hainan soll sich zum Luxusresort wandeln. Ob das im Sinne der sozialen Entwicklung der Insulaner ist, muss bezweifelt werden
China: Exportreduktion für Seltene Erden kein diplomatisches Verhandlungsinstrument
China: Mondfest hat begonnen. Zeit, Kuchen zu essen
Bausparen in China: Schwäbisch Hall wollte in großem Stil Bausparverträge und Hypothekendarlehnen in China zeichnen. Noch ernährt man sich dort von Peanuts
China: Erdbeben in Qinghai: Nach und nach zeigt sich das Ausmaß des Erdbebens von Yushu. Die Rettungsmannschaften sind im Wettlauf mit der Zeit.
China: Die katastrophale Dürre im Süden und Südwesten des Landes hält an und treibt die Wasserpreise in ländlichen Regionen in unerschwingliche Höhen. Regional gibt es erste Anzeichen einer Hungersnot. Das westliche Ausland sieht tatenlos zu
China: Google liegt weiterhin im Clinch mit chinesischen Behörden und versucht nun, die öffentliche Meinung hinter sich zu scharen. Damit begibt sich das Unternehmen in die Sphären der Politik
China: Der Südwesten Chinas leidet unter anhaltender Dürre. Besonders betroffen ist die Provinz Guizhou
EU weitet Handelshemmnisse und Protektionismus gegen China aus. China wehrt sich
Architektur: Chinas Architekten - Trend und Setting
China: Die Hinrichtung des Briten Akmal Shaikh wegen Drogenschmuggels wirft ein Licht auf die Problematik, der sich China ausgesetzt sieht
Ernährung: China unterstützt Entwicklungsländer bei Hybridreisproduktion. Zum Leidwesen von Saatgut-Konzernen, zur Freude des Erfinders dieser Reissorte, Yuan Longping
China will Offshore-Gasfeld im Südchinesischen Meer ausbeuten und setzt dabei auf ausländische Hilfe
China: Ein-Kind-Politik soll auf den Prüfstand
Taiwan: Chen Shui-bian bleibt weiterhin in Haft
Obama beginnt Handelskonflikt mit China
Hainan: US-Spionage vor Chinas Haustür ist kein Zufall
China: Beijing und Tianjin vernetzen sich weiter
China trauert - weltweit
China: Erdbeben in Sichuan: Chinesen rücken zusammen
Brückenbau in China: Superlative Hangzhou Bay Bridge eröffnet
Architektur: Olympiastadion Beijing
Tibet: Wie westliche Medien Bilder manipulieren
China: Widersprüchliche Berichterstattungen
Selbstbewußte Chinesinnen ziehen blank
China: Moderates Wachstum im Jahr der Ratte?
China, Vogelgrippe: Infektion auch im Mutterleib möglich?
Wei, Wang: China drohen Dürren und Überschwemmungen
Wei, Wang: China führt neues DVD-Format ein
Goerlitz, Uwe: Ignoranz des Westens
Wei, Wang: Ende der Maydays
China kappt diplomatische Beziehungen zu St. Lucia
Wei, Wang: Chinas Wirtschaft wächst weiter


Selbstbewußte Chinesinnen ziehen blank
[239]

Erotik aus der Provinz

Nackte Körper, lange im als prüde geltenden China verpönt, finden nun über Performance und Kunst den Weg in die Öffentlichkeit.

Von Hao Feng (2007-08-13)

Die handverlesene Schar von Fotografen staunte nicht schlecht, als sie am vorvergangenen Montag in der Hauptstadt der ostchinesischen Provinz Shandong - Jinan - einer Performance der in China eher selten Art beiwohnen durfte. Splitternackte, grazile junge Chinesinnen präsentierten sich in anmutender Pose auf einer mit feinem Tuch ausgelegten Bühne.

 Nacktsein vor Publikum galt in China bisher als frivol und anrüchig, anzureffen nur in entsprechenden Etablissements der Großstädte.

Daß nun in der ans Gelbe Meer reichenden Provinz Shandong, deren bekannteste Metropole das Ende der 1800er Jahre unter deutschem Einfluß gewesene Seebad Qingdao ist, einige Models zusammenkamen und sich ohne einen Fetzen Stoff am Leib in Grazie ablichten ließen, spricht für das gesteigerte Selbstbewußsein Maos moderner Urenkelinnen und erinnert an vergangene Zeiten.

Damals, in den 1920er und 1930er Jahren, war das weibliche Selbstbewußtsein junger, meist wohlhabender Chinesinnen in Shanghai und Hong Kong zuhause, wenngleich nicht barenaked.

Seitdem sich das Nach-Mao-China inzwischen als ökonomisch prosperiendste Nation des Globus versteht und immer mehr westliche Einflüsse in das Land diffundieren, dehnt sich auch die Toleranzgrenze im Kulturellen und Künstlerischen stetig aus.

 Waren noch vor wenigen Jahren die Pobacken der an den weitläufigen Stränden der chinesischen Küstenlinien urlaubenden jungen Damen mit zwar modischen, aber doch ausreichend Stoff bietenden Badeanzügen und Bikinis bedeckt, sind knappe Bikinis und Tangahöschen - dingziqu - mittlerweile keine Seltenheit mehr.

Man zeigt, was man kann - und gerade noch darf. Ausländische, vor allem freizügige Touristinnen aus Europa und Russland führen den Chinesen vor, wie knapp es sein kann.

Und diese - ganz besonders die weiblichen - registrieren genau, inwieweit es sich schickt, deart Haut zu zeigen. Genauso wie sie wahrnehmen, was ihre repatriierten Landsleute aus der Fremde an letztem Schrei mitbringen. Da geht es um die neuesten Schnitte und Farbkompositionen, um angesagte Accessoires, Schuhe und Unterwäsche.

Blickten Chinesinnen lange Jahre auf das, was aus Hong Kong aufs Festland schwappte oder in Shanghai getragen wurde, huldigten sie großen Mode-Designerinnen wie Vivienne Tam, Vera Wang, und der Modelheroine Ling Tang oder manchen Filmstars, etwa Zhang Ziyi, orientieren sie sich zunehmend an dem, was von in China aufgewachsenen Kreativen kommt.

Zwar genießen die Metropolen Paris, New York, Berlin, Mailand oder Tokio unter den gebildeten Chinesinnen immer noch einen hohen Stellenwert, doch ist es auch trendy, den China-look der Mottenkiste aufzupolieren. Nicht nur in den prominenten Städten. Der neue China-look macht stolz, selbst dann, wenn er nackig daherkommt.

 Beijing, Shanghai, Hong Kong, Guangzhou oder Shenzhen scheinen nicht mehr die Alleinherrschaft als Trendgeber einzunehmen. Eher werden die Metropolen inzwischen auf Bereiche festgelegt. So ist Beijing Regierungs- und Verwaltungszentrum Chinas, Hong Kong der Wilde Westen in allen Bereichen, Guangzhou und Shenzen die Werkbänke, Shanghai das chinesische New York, ein Schmelztiegel, in dem von allem etwas zu finden ist.

Die in den großen Städten der Provinzen lebenden Chinesinnen verfügen dank China Television (CCTV) und Internetanschlüssen nun auch schon seit einigen Jahren über den Zugang zu Informationen und bekommen die Trends mit.

Wenn es zu heiß wird, lassen sich junge Damen auch im Bikini über den Gelben Fluß flößen, ohne irgendeine Scheu, kokett kameragerechte Haltung einzunehmen.

Das offizielle China, wie auch die Masse der noch unter weniger modernen Zeiten aufgewachsenen Chinesen - und natürlich auch die Landbevölkerung - empört sich noch oder ist verhaftet in alten Mustern. Wo mitunter der gerade erstandene Fernseher schon als phänomenaler Anschluß an die Moderne gilt, müssen frei von Kleidung auftretende Grazien erst noch moralisch verarbeitet werden.

Insofern ist der mutige Auftritt der jungen Damen von Jinan gar nicht hoch genug einzuschätzen. Er hat etwas Revolutionares abseits jeglicher Politik. "In China Fotograf zu sein", sagt ein Kollege, "war nie zuvor so aufregend."

Das große Land wird das neu entstandene Selbstbewußtsein seiner jungen Generation nicht nur verkraften, sondern es wahrscheinlich bald so rasant kompensieren wie die Wirtschaft wächst.

© Hao Feng

© GeoWis (2007-08-13; 22:20:12)

Anzeige