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Tourismus: Reisen im Geburtsland Makesis
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Reisen im Geburtsland Makesis

Immer mehr chinesische Touristen verbringen ihren Urlaub in Europa. Deutschland steht dabei auf der Agenda an vorderster Stelle.

Von Wang Wei (2007-08-22)

Aus chinesischer Perspektive liegen die Attraktionen in Europa nahe beieinander. Meist landen die wissbegierigen Kulturtouristen in Frankfurt, Paris oder London. Ganz gleich, wo sie aussteigen: Bis nach Wien, Madrid, Prag, Berlin, Barcelona, Stockholm, München oder Mailand beträgt die weitere Flugzeit zwischen 45 Minuten und zwei Stunden.

 Nicht jeder chinesische Europatourist nimmt für eine 500- bis 800-Kilometerstrecke den Flieger. Man weiß in Beijing, Shanghai oder andernorts in China längst, dass manche Ziele im Westen bequem und schnell mit Hochgeschwindig-keitszügen zu erreichen sind.

Vier Stunden von Frankfurt nach Berlin - von Dortmund gar nur drei - , drei nach München, knapp fünf nach Salzburg oder Hamburg sind im Vergleich zu den Entfernungen im Reich der Mitte geradezu ein Klacks, zumal Zugfahren in China bei Gutverdienern noch nicht besonders populär ist, sieht man von der kurzen Transrapidstrecke Shanghais einmal ab.

So ist allein eine Fahrt mit einem ICE, Thalys (Köln-Paris), Pendolino (Mailand-Rom), X2000 (Stockholm-Göteborg) oder Ave (Madrid-Sevilla) schon ein Erlebnis, von dem daheim dann nicht nur erzählt, sondern die Berichterstattung selbstverständlich auch mit Fotos ergänzt wird.

Noch stellen Gruppenarrangements das Gros der chinesischen Europatouristen. Binnen zehn oder vierzehn Tagen rauschen die Kollektive von Ziel zu Ziel, immer freundlich, oft mit staunendem Blick und meist mit großen Tüten bepackt, denn Freunde und Verwandte erwarten grundsätzlich ein Mitbringsel. Mehr und mehr kommen auch individuell reisende Chinesen nach Europa. Zwischen Stockholm und Lissabon leben bereits einige hunderttausend ihrer Landsleute, die hier studieren oder arbeiten und Besuchervisa für ihre Verwandten und Freunde beantragen können.

 Ein schon traditionelles Standing bei Chinesen hat Deutschland, nicht zuletzt durch seinen Ruf als Technologie-Nation. Made in Germany steht in China schon lange hoch im Kurs, und so sind die Autostädte Ingolstadt (Audi), Wolfsburg (VW), Stuttgart (Porsche, Mercedes Benz), München (BMW) für manche technikbegeisterte Chinesen geradezu Pflicht.

Ein Besuch im Münchner Hofbräuhaus - und wenn es nicht gerade in den chinesischen Nationalfeiertag (1. Oktober) fällt, auch einer auf dem Oktoberfest - ist oft so obligatorisch wie ein Tagestrip nach Hohenschongau, um Schloss Neuschwanstein zu besuchen.

Gerade jene Chinesen, die über etwas mehr Zeit verfügen und es sich leisten können - inzwischen nicht wenige -, planen ihre Reise individuell und nehmen neben den üblichen noch zwei, drei Ziele ins Visier, die mit Technik wenig, mit Made in Germany der anderen Art hingegen viel zu tun haben.

 Denn was zum Beispiel dem deutschen China-Besucher die Buddhastatuen, das Mao-Mausoleum und die Chinesische Mauer sind, sind dem geschichtsbewussten chinesischen Deutschland-Besucher Karl Marx, Friedrich Engels und die Reste der Berliner Mauer.

Trier, Geburtsstadt des großen Denkers Makesi, wie Marx auf Chinesisch genannt wird, hat sich ganz auf die Touristen aus dem Reich der Mitte eingestellt. Kaum irgendwo in Deutschland begegnet ihnen ihre Muttersprache häufiger. Preisauszeichnungen, Produktbeschreibungen, Speisenkarten und Informationsbroschüren gibt es auf Mandarin, die Webseite der Stadt längst auch. Obwohl noch etwas holprig, beherrschen dennoch viele der im Trierer Tourismus Angestellten einige Sätze Mandarin.

In Wuppertal ist man da noch nicht soweit. Das mag daran liegen, dass sich im Vergleich zu Trier noch nicht so viele Chinesen auf den Weg in den Stadtteil Barmen machen, wo das Geburtshaus Friedrich Engels' - Engelsi - steht, das gleichzeitig auch ein Museum beherbergt.

 Doch es werden mehr, und als imposantes Bauwerk wie aufregendes Verkehrsmittel wird gleich noch die Konstruktion der Mutter aller Sky Trains, die Schwebebahn, bestaunt, bevor man sich auf eine Probefahrt einlässt. Dem einen oder anderen ist es auch eine Ehre, die Friedrich-Engels-Allee vom Stadtteil Elberfeld nach Barmen entlang zu spazieren.

Nirgendwo in Deutschland sind inzwischen mehr Chinesen - zumindest für eine Reihe von Jahren - heimisch als in Nordrhein-Westfalen, schließlich verfügt kein Bundesland über mehr Hochschulen, über deren Studiengebühren Studenten aus China nur milde lächeln können. Sie wissen genau, dass es in England, den USA oder Frankreich teurer ist und schätzen die flächendeckend noch gute Ausbildung zwischen Bonn und Bielefeld.

Und sie nutzen ihren Studienaufenthalt, um das Land kennen zu lernen, weshalb sie neben dem Studententicket, das es ihnen ermöglicht, im Gebiet ihres jeweiligen Verkehrsverbundes kostenlos Bus, S- und Regionalbahn zu fahren, oft auch noch eine Bahncard besitzen, um in entferntere Regionen zu gelangen.

"Wir sind so etwas wie Bestandstouristen", sagt Miao Li, die seit drei Jahren BWL in Düsseldorf studiert, mit einem höflichen Lächeln. "Die meisten von uns gehen nach dem Studium wieder zurück. Aber es kommen ja ständig neue". Und sehen sich das Land an, in dem sie studieren.

Beinahe jede deutsche Großstadt unterhält eine Städtepartnerschaft mit chinesischen Metropolen: Hamburg mit Shanghai, Frankfurt am Main mit Guangzhou, Leipzig mit Nanjing, Nürnberg mit Shenzhen, Dortmund mit Xi'an, Düsseldorf mit Chongqing, Duisburg mit Wuhan, Bremen mit Dalian.

 Selbst die eher provinziellen Oberzentren Wolfsburg (mit Changchun) und Paderborn (mit Qingdao) pflegen städtepartnerschaftliche Beziehungen mit chinesischen Metropolen.

Das ist nicht nur gut fürs jeweilige Image, sondern auch für den gegenseitig sich befruchtenden Tourismus. Berlin muss sich hierbei mit Köln Beijing teilen.

Die Rheinländer unterschrieben das Abkommen bereits 1987, als die Mauer zwischen Ost und West noch stabil war, Berlin erst 1994. Eine der ersten China-Ausstellungen in Deutschland fand folgerichtig in den Köln-Deutzer Messehallen statt.

In der deutschen Hauptstadt gilt das Interesse zu allererst den Relikten jüngerer geschichtsträchtiger Epochen. Reichstag und Brandenburger Tor werden ehrfurchtsvoll registriert und dann geht es zu den monumentalen Überbleibseln der Berliner Mauer. Sie bieten ausreichend Motive, vor denen sich die Berlin-Touristen aufstellen und ablichten lassen, was leicht einen halben Tag dauern kann, bis die interessantesten Graffitis auf dem Chip sind.

 Viel Zeit für jene, die in einer Gruppe angereist sind, kein Problem für Individual-Touristen. Letztere erkunden oft noch den ehemaligen Grenzübergang Checkpoint Charly, zu Zeiten des Kalten Krieges ein Brennpunkt, und besuchen das gleichnamige Museum.

Sie unternehmen auch gerne eine Bootsfahrt auf der Spree und betrachten etwa das Bundeskanzleramt aus tiefer gelegener Perspektive. Oder sie machen sich auf den Weg nach Potsdam, um im Park von Sanssouci zu spazieren und die Anlagen zu bewundern.

Chinesische Touristen in Deutschland verhalten sich ähnlich wie deutsche Kulturtouristen im Ausland. Alles ist zunächst neu und wird mit der Heimat verglichen. Durchweg schneidet Deutschland bei chinesischen Touristen gut ab, wenn es ums Organisatorische, ums Gepflegte und Sauberkeit, ums Gemütliche und - bereits erwähnt - Technologische geht. Mäßiger sieht es aus, sobald es ums Verhalten geht.

Da wird der burschikose Umgangston der Bajuwaren schon mal bemängelt, ebenso der Genuss von Alkoholika in der Öffentlichkeit. Und dass es in Deutschland - wie im übrigen Westeuropa - keine Garküchen am Wegesrand gibt, erscheint vielen Erstbesuchern seltsam.

Das Erstaunen steht im Vordergrund. Vor allem, wenn es um Details und Kuriositäten geht. Das betrifft ganze Städte. Etwa Rothenburg ob der Tauber, traditionell ein beliebter Spot amerikanischer und japanischer Touristen. Oder Rüdesheim am Rhein, von wo aus gerne eine Schiffahrt bis nach Koblenz unternommen wird, um die Burgen, Weinberge und die Loreley zu betrachten.

 Der mittelalterlich wirkende Charakter deutscher Kleinstädte und Ortskerne scheint auf chinesische Besucher geradezu magisch zu wirken. Wohl mit ein Grund, weshalb am Rande einiger chinesischer Metropolen Entlastungsstädte nach deutschem Ortskern- und Wohngebietsvorbildern entstehen.

Schaufensterdekorationen werden abfotografiert, ebenso Lokalkolorit, wo es sich zeigt, und sowieso alles, was es in der Heimat nicht gibt. Souvernirs zu kaufen, besonders jene, hinter denen Tradion und Geschichte stecken oder jene, die weit über Deutschlands Grenzen hinaus bekannt sind - Originale - ist vielen Pflicht.

Lebkuchen aus Nürnberg, Bayerische Bierkrüge, Schwarzwälder Kuckucksuhren, Westfälischer Schinken, ein Stück oder einen Kiesel der Berliner Mauer, einen Düsseldorfer Radschläger aus Guß, eine Marx-Büste, ein Poster von Ludwig dem XIV.

Rund 90 Euro geben chinesische Touristen im Ausland einer Untersuchung der Deutschen Handelskammer zufolge täglich aus, wobei die Ausgaben für Einkäufe - etwa hochpreisige Uhren - nicht berücksichtigt sind. Knapp 800.000 chinesische Touristen kamen nach Angaben der Deutschen Zentrale für Tourismus im Jahr 2005 nach Deutschland.

Selbst bei einem nur kurzfristigen Aufenthalt von fünf Tagen pro Tourist lassen sie im Mittel 360 Millionen Euro hier. Ohne Einkäufe. Bei durchschnittlich 145 Euro Ausgaben pro Tag für kleinere Einkäufe sind es zusätzliche 580 Millionen Euro. Konservativ gerechnet. Chinesische Touristen bescheren der deutschen Volkswirtschaft - insbesondere der Tourismusbranche - danach schon jetzt mindestens eine Milliarde Euro pro Jahr.

Die Zeit ist reif, neben Englisch auch Chinesisch auf den Speisenkarten zu haben.

© Wang Wei

© GeoWis (2007-08-22)

© Fotos, soweit nicht anders angegeben: Stadtarchiv Wuppertal (Engelshaus)

 

 

 

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