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Steen, Marguerite: Die schwarze Sonne. Rezensiert von Hubertus Molln
[262]

"Die Erde ist flach"

Von Zeit zu Zeit rezensiert GeoWis antiquarische Bücher. Hubertus Molln hat Marguerite Steens Die schwarze Sonne wiederentdeckt.

Von Hubertus Molln (2007-10-15)

Als Marguerite Steens 1170 Seiten starker Roman unter dem Titel The Sun is my Undoing im Juni 1941 erschien, erreichte er im selben Jahr Platz 4 der US-Bestseller und lag damit einen Platz vor Ernest Hemingways For whom the Bell Tolls (dt.: Wem die Stunde schlägt). Zwar waren der Sklavenhandel und die Sklaverei längst abgeschafft (1807 in England, 1817 in Spanien, 1865 in den USA), aber Rassentrennung war in den meisten Regionen der USA, die sich noch nicht im Zweiten Weltkrieg befanden, obligatorisch.

 Die Britin Steen (1894-1975), die sich in jungen Jahren als Lehrerin, Tänzerin, Schauspielerin durchgeschlagen hatte, war 47 als das Buch auf den Markt kam. Zuvor hatte sie Matador (1934) veröffentlicht (1937 im Paul Zsolnay Verlag, Berlin, unter dem Titel Land der Liebe. Land der Leidenschaft. Spanien.) erschienen, einen Roman, der auf ihren Aufenthalt in Spanien zurückgeht, wo sie 1933 den mehr als 22 Jahre älteren britischen Maler William Nicholson (1872-1949) kennenlernte und mit ihm bis zu dessen Tod zusammenblieb.

In Die schwarze Sonne schildert sie schonungslos den Prunk und das teils illustre Leben der britischen Mittel- und Oberschicht, angesiedelt in der Sklavenhandelsmetropole Bristol ab 1760, festgemacht an der Kaufmannsfamilie Flood.

Als deren Oberhaupt Herkules Flood kurz vor seinem Ableben sein gesamtes Vermögen seinem draufgängerischen, rücksichtslosen und verschuldeten Enkel Matthew vermacht, ist das Entsetzen unter den anderen Familienmitgliedern und der Bristoler Gesellschaft groß.

Matthew steigt in den Sklavenhandel ein und riskiert, die Zuneigung seiner Geliebten, Pallas Burmester, einer entschiedenen Gegnerin des Sklavenhandels, zu verlieren. Getrieben von Gier, Stolz und Herrschsucht mehrt er seinen Reichtum auch auf Kosten seiner Liebe zur schönen und begehrten Pallas Burmester.

Nach abenteuerlichen glanzvollen Jahren, die ihn an die westafrikanische Goldküste (heute Ghana) führen, wo er seiner grossen Leidenschaft begegnet, der schönen Schwarzen ("Negerin") Sheba, die er mit nach Kuba nimmt, nach Zeiten des Elends und tiefster Erniedrigung in der Gefangenschaft der barbarischen Mauren, kehrt er nach Bristol zur einst Geliebten zurück und wird ein eifriger Verfechter der Sklavenbefreiung.

 Die schwarze Sonne ist ein Roman, wie er heute kaum noch verfaßt würde. Zweifellos gehört er in die Kategorie der 'großen Romane', wie sie etwa Fjodor Dostojewski, Boris Pasternak, Pearl S. Buck, Ernest Hemingway, Joseph Hayes, Maxim Gorki oder Bruno Apitz produzierten.

Zweifellos ist es ein zeitloser historischer Roman, einer, dem man sich widmen, in den man eintauchen und von dem man sich entführen lassen muß.

Es ist ebenso ein von Barberei und Blut getränker Roman, einer von menschlichem Größenwahn und Scheitern. Einsicht und Umkehrwille, Verzweiflung und Liebe fechten miteinander und am Ende gibt es - nach enormen Verlusten - mehr traurige als fröhliche Sieger.

© Hubertus Molln

© GeoWis (2007-10-15)

Titelbild entstammt der deutschen Ausgabe von 1956 (770 S.), erschienen bei Bertelsmann. Das Zitat "Die Erde ist flach" findet sich auf S. 404.

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