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Walker, Michael: Laurel Canyon. Rezensiert von Hansjörg Bucher
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Es gab eine Zeit ...

Michael Walkers Buch Laurel Canyon beschreibt eine Neighbourhood, die ambitiös gestartet war und sich heute mit dem Niedergang abfindet.

Von Hansjörg Bucher (2007-12-11)

Los Angeles, die zweitgrößte Stadt der Vereinigten Staaten, liegt eingebettet zwischen der Küste des Pazifiks und einigen Hügelketten. Eine davon, die Santa Monica Mountains, wird vom Laurel Canyon durchzogen. Er bildet die Passage zum San Fernando Valley, in dem knapp ein Fünftel aller Einwohner des Los Angeles County leben.

 Laurel Canyon wurde 1923 zu Los Angeles eingemeindet, es hat indes eher den Charakter eines Feriendorfes als den eines Stadtteils einer Millionenstadt. Die Hauptverkehrsstraße hat Verzweigungen, die sich an den Bergflanken hochschlängeln und auf der einen Seite eine wunderschöne Aussicht auf Los Angeles bieten. Die Großstadt ist gut erreichbar, zumal frühzeitig eine Straßenbahn gelegt wurde.

Laurel Canyon ist berühmt geworden als ein Ort, an dem in den 1960er/70er Jahren wesentliche Elemente einer besonderen Musikform, des Folkrock entstand, dessen Einfluß weit über die Region hinaus und für lange Jahre - eigentlich bis heute spürbar - die Popkultur prägte. Michael Walker schrieb ein Buch über dieses "Legendäre Tal des Rock & Roll", das nunmehr in deutscher Übersetzung vorliegt.

Der Autor ist selbst Bewohner des Laurel Canyons, allerdings erlebte er diese von ihm beschriebene Phase nicht selbst dort mit. Er entwirft gleichwohl ein sehr lebhaftes, intensives und auch glaubwürdiges Bild jener Zeit. Wie macht er dies?

Er sammelte Aussagen von Personen, die selbst im Laurel Canyon wohnten und Akteure (Musiker, Produzenten, Manager, Tontechniker, Clubbesitzer, Roadies, ja sogar Groupies) jener Epoche waren. Er konzentriert sich dabei auf die Hintergründe und das Drumherum der Musikszene, die kulturellen und sozialen Auswirkungen. Er zieht den Schluß, daß dem Ort ein besonderer Zauber inne wohne, der jene Bewegung hervorbrachte.

 Dabei sieht er den Canyon mehr als Bewußtsein, denn als tatsächlich existenten Ort. In ihm herrschte ein verschwommener Existenzialismus, aber auch ein Mindestmaß an Arbeitsethos, um sich die dortigen Rahmenbedingungen auch leisten zu können.

Walker beschreibt in seinem Buch die Entstehung einer Popkultur im Zeitraffer, er charakterisiert die Anomalie des Canyons innerhalb einer - wie er selber sagt - gnadenlosen Stadtlandschaft, er erklärt den ökonomischen Erfolg der Protagonisten zu einem zufälligen Zusammentreffen glücklicher Umstände, und er - dies ist meines Erachtens die besondere Stärke des Buches - analysiert den fast autonomen Prozess des Niedergangs im Laurel Canyon.

Ein Ort, eine Zeit, ein paar junge Leute - sie erzeugten in Kombination so eine wunderbare Musik, daß man leicht einer guten alten Zeit nachhängen möchte. Walker will das ausdrücklich nicht, es gelingt ihm aber - vor allem im ersten Teil des Buches - nicht immer. Er scheint berauscht zu sein von den großen Namen. Und er läßt keine Gelegenheit aus, diese Namen auch zu nennen.

Der Leser, dem jene Musikszene vertraut ist, kann dies alles einigermaßen verdauen. Den anderen hilft auch der umfangreiche Index des Buches nur bedingt weiter, weil ja Zusammenhänge oft nur angedeutet werden. Trotzdem ist das Buch zu empfehlen.

 Denn es zeigt exemplarisch den Aufstieg und Niedergang des Folkrock in Los Angeles, erzählt von jungen Leuten, die nach der Schreckstarre der britischen Invasion den Drive des Rock & Roll aufgegriffen und die Harmonien des Folk hinzugefügt hatten, die vom Spaß an der Musik getrieben diese Musik zuerst einmal für sich selber, dann für die anderen gemacht hatten. "We are only in it for the money" - Frank Zappa, einst selbst Bewohner des Laurel Canyons, musikalisch aber nicht im Folkrock zuhause, blieb es vorbehalten, bereits 1968 seinen Nachbarn in die Suppe zu spucken.

Der Niedergang hatte mehrere Väter. Mit dem gewonnenen Reichtum einhergehende Veränderungen des Konsumverhaltens, dem Einfluß von Rauschmitteln, der Einkehr der Angst als Reaktion auf Gewalttaten wurde dem Canyon der Weg vom Hippie-Paradies in einen Ort der Dekadenz geebnet. Die Veränderung des Canyons durch Naturkatastrophen wie Erdbeben, Erdrutsche und Feuersbrünste tat ein Übriges.

Die Stadt Los Angeles hat eher karge Traditionen, ihr fehlt so etwas wie ein seelisches Zentrum. Deshalb sind die Ereignisse im Laurel Canyon jener Zeit von besonderer Bedeutung für ganz Los Angeles. Den kulturellen Aspekt dieser Bewegung festgehalten zu haben, ist das Verdienst von Michael Walker.

© Hansjörg Bucher

© GeoWis (2007-12-11; 15:52:21)

Dr. Hansjörg Bucher (* 1946) schreibt gelegentlich für GeoWis. Im Privaten machte er bereits als Zehnjähriger den Rock & Roll zum Soundtrack seines Lebens. Von ihm (zusammen mit Claus Schlömer) stehen auch wissenschaftliche Beiträge zum kostenlosen Download auf GeoWis bereit.

Michael Walker: Laurel Canyon. Im legendären Tal des Rock 'n' Roll. Aus dem Amerikanischen von Bernhard Schmid. 352 Seiten, Hardcover, 13 Abb., ISBN 978-3-8077-1033-4, Rogner & Berhardt, Berlin. Erschienen bei 2001, Frankfurt am Main, Oktober 2007.

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