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Klinsmann und der FC Bayern: Logische Symbiose
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Logische Symbiose

Mit der Verpflichtung des ehemaligen Bundestrainers der deutschen Herren-Fußballnationalmannschaft, Jürgen Klinsmann, beweist der FC Bayern München vor allem eins: Mut zur Modernisierung.

Von Hubertus Molln (2008-01-17)

Gelobt und gelästert wurde reichlich, seit das Vorstandstrio des FC Bayern München bekanntgab, Jürgen Klinsmann werde als Nachfolger von Ottmar Hitzfeld ab der kommenden Bundesliga-Saison die erste Herrenmannschaft des gleichnamigen Fußballklubs trainieren.

Manches auf den ersten Blick schmeichelhafte Lob erweist sich bei näherer Betrachtung als recht emotional daherprognostiziert, wie etwa das des ehemaligen Bundestrainers und Nationalspielers Berti Vogts, der mittlerweile der nigerianischen Fußballnationalmannschaft der Herren als Übungsleiter vorsteht.

 Bayern München werde in den nächsten beiden Jahren die Champions League gewinnen, prognostizierte er in der Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung (13.01.2008) auf Nachfrage. Worauf er seine Prognose stützt, bleibt unerwähnt. Im Interview mit der FASZ fällt auf, daß Vogts recht allwissend scheint und kaum eine Gelegenheit ausläßt, sich neben und mit Allgemeinplätzen als Fußballvisionär in Erinnerung zu bringen. Ein großer Taktiker war er stets, ein Mann mit Charisma nie.

Wer andere lobt, lobt nicht selten auch sich selbst. Wer mäkelt, nölt oder bemängelt, läßt oft ein diffuses Licht auf sich selbst hinabscheinen (Für Journalisten gilt dies natürlich nicht. Mäkeln, Nölen, Bemängeln, und gelegentlich auch Loben, gehört zu ihrem Berufsbild). 

Der Trainer der ungarischen Fußballnationalmannschaft, Lothar Matthäus, nölt. Er, der er der Spieler mit den meisten Einsätzen (150) im DFB-Trikot ist, zweimal Vizeweltmeister (1982, 1986) und einmal Weltmeister (1990) war und dem deutschen Fußballfan auf ewig in Erinnerung ob seiner genielen Läufe durchs Mittelfeld mit zuweilen fulminantem Torabschluß bleibt, hat kaum das Format, das im modernen Jobprofil eines Trainers renommierter Vereine gefordert ist.

Bellen und Trietzen, Scheuchen und Lästern sind Verben, die im Trainerjob anachronistisch wirken und in der Praxis eine untergeordnete Rolle spielen. Intellekt ist gefragt, wie ihn etwa Hitzfeld beim FCB, Armin Veh beim VfB Stuttgart oder Michael Skibbe bei Bayer Leverkusen in ihre Arbeit einbringen. Ohne Intellekt keine intelligente Taktik, gar schon keine Strategie.

Motivationstechniken sind zusätzlich gefragt, gepaart mit Charisma und Glaubwürdigkeit, damit die jungen Leute auch so über den Platz rennen und ein effizientes und ansehnliches Stellungsspiel abliefern, wie es für die bestmögliche Ausbeute erforderlich ist. Persönlichkeit, sprich: Autorität, ist gleichfalls gefragt, damit neue Ideen durchgesetzt werden können.

 Alle diese Eigenschaften verkörpert Jürgen Klinsmann, wenn man sich seine sportliche Biographie anschaut. Er ist geradezu der Prototyp des modernen deutschen Fußballtrainers.

Zu anderen Zeiten hätte man ihn womöglich als Revolutionär bezeichnet. Nichts anderes aber war er, seit er seinerzeit die Nationalelf übernommen hatte und im Federationscup fulminant reüssierte.

Er kann begeistern. Ihn jedoch auf einen Sonnyboy im VW-Cabriolet reduziert zu haben, müßte spätestens seit dem Jahr 2006, als er in Verantwortung Dritter der WM im eigenen Land geworden war, von allen Kritikern als eine der kläglichsten Fehleinschätzungen erkannt worden sein, die je über einen Fußballbundestrainer gemacht wurden.

Klinsmann ist nicht nur der Beste, der dem FC Bayern München passieren konnte. Er ist eine Befruchtung für die gesamte Bundesliga. Fortan wird er seinem Ruf gerecht werden müssen, Angriffsfußball spielen zu lassen, ohne das Schachbrett als Grundmuster zu vernachlässigen.

Er wird Instinktfußballer wie Lukas Podolski, Sebastian Schweinsteiger, Frank Ribery brauchen und ansonsten auf Spieler setzen, die intellektuell ausreichend ausgestattet sind, seine Taktik und den dahintersteckenden Sinn zu erkennen und zu verinnerlichen.

Die Stürmer werden sich im vor und im Strafraum zu bewähren und das umzusetzen haben, was aus dem denkenden Mittelfeld kommt. Die Abwehr, nun ja, die Abwehr wird unter Klinsmann ihr bestes geben müssen und wohl genügend Gelegenheit haben, sich über Gegentore zu grämen. Und dann mitfeiern, wenn der Gegner des FCB ein Tor mehr kassiert hat.

Wesentlich ist - wenn Klinsmann das Traineramt angetreten haben wird -, daß Spielfluß und Spielfreude auf dem Platz erkennbar ist. Wenn moderner, nach vorne gerichteter, angriffslustiger Fußball geboten wird. Wenn ein frischer Wind weht, der den FCB, der im Ruhrgebiet und anderen, außerhalb Bayerns gelegenen Regionen Deutschlands nicht nur als abonnierten, mehr oder weniger gelittenen Deutschen Meister ausweist, sondern Maßstäbe setzt, an denen sich der Rest der 1. Bundesliga orientieren kann.

 Erstmals auch verdient ein Bundesligatrainer mehr als der Großteil der Spieler. Acht Millionen Euro pro Jahr sollen es sein. Wenn es stimmt, zeugt es nicht nur vom Verhandlungsgeschick Klinsmanns, sondern auch vom Respekt der Bayern-Verantwortlichen, den sie dem Trainer entgegenbringen. Zwar könnte es teuer werden, wenn Klinsmann vorzeitig gehen müßte. An eine Demontage aber, wie sie Hitzfeld widerfuhr, ist kaum zu denken.

Er ist der Trainer, für dessen Truppe sich während der WM 2006 die weiblichen Fans in knappste Outfits gezwängt und für die frivolste Fußballweltmeisterschaft gesorgt hatten, die es bisher gab. Läßt er im kommenden Sommer ebenso spielen, ist nicht ausgeschlossen, daß sich die weiblichen FCB-Fans ähnlich kleiden. Ganz neue Fanartikel könnten bei den Münchnern zum Verkauf stehen.

Mit Klinsmann könnte eine Aufbruchstimmung beim FCB entstehen, wie es sie einst in Dortmund gegeben hatte, als der damals vergleichsweise unbekannte junge Trainer Ottmar Hitzfeld das Traineramt beim BVB übernahm.

Fünf berauschende Jahre bescherte er den Dortmundern, Vizemeisterschaft, zweimal Deutscher Meister, Champios League-Gewinner, Weltpokalsieger. Dazu für damalige Ligaverhältnisse ein modernes und rasantes Spiel.

Den schwäbischen Wahlkalifornier nun unter Vertrag zu haben, könnte für den FCB - wenn alles gut läuft - noch viel mehr bedeuten, als nur ein neuer Trainer auf dem Platz. Klinsmann hat das Zeug, mittelfristig in die Chefetwage aufzusteigen. Uli Hoeneß will nicht ewig weitermachen, Franz Beckenbauer auch nicht. Ökonom Karl-Heinz Rummenigge, einst Nationalstürmer der Extraklasse wie Klinsmann, kann gut mit Gleichgesinnten.

Titel wird auch Klinsmann erst mal holen müssen. Vielleicht nicht jedes Jahr, dann aber wenigstens eine Plazierung, die die Teilnahme an der Champios League sichert und ausreichend Bimbes in die Kasse spült.

© Hubertus Molln

© GeoWis (2008-01-17; 11:07:11)

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