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Stiglitz, Joseph/Linda Bilmes: The Three Trillion Dollar War. Rezensiert von Uwe Goerlitz


Stiglitz, Joseph/Linda Bilmes: The Three Trillion Dollar War. Rezensiert von Uwe Goerlitz
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Schönrechner im Amt

Während die Bush-Administration die Kosten des immer noch andauernden Irakkriegs bisher mit 50 Milliarden Dollar beziffert, bilanzieren Joseph Stiglitz und Linda Bilmes in ihrem soeben erschienen Buch The Three Trillion Dollar War das Sechzigfache davon.

Von Uwe Goerlitz (2008-03-09)

Drei Billionen Dollar¹ sind kein Pappenstil. Sie entsprechen ziemlich genau dem Bruttoinlandsprodukt (BIP) Deutschlands (3,045 Bil; 2007), übersteigen Chinas BIP um 350 Milliarden (2007: 2,650 Bil), sind rund 3,6 mal so viel, was Mexiko im Jahr 2006 als BIP auswies (840 Mrd), sechsmal so viel wie die Türkei 2007 erwirtschaftete (510 Mrd), zehnmal so viel wie Griechenland (2007: 310 Mrd) oder knapp dreihundertmal so viel wie Jamaika im Jahr 2005 (10,3 Mrd). Drei Billionen Dollar sind eine Menge Geld.

 Offenbar hat die Bush-Administration nicht nur schlecht gerechnet und die Kriegskosten auf Mann- und Materialeinsatz begrenzt, sondern der amerikanischen Öffentlichkeit die wahren Kosten des Irakkriegs verschwiegen.

Denn Joseph Stiglitz, Nobelpreisträger in Ökonomie (2001), Professor an der Columbia University, jüngst 65 geworden, und Linda Bilmes, Finanzexpertin und Professorin an der John F. Kennedy School of Government der Harvard University, kommen zu einem um das Sechzigfache höherem Ergebnis als die Rechenkünstler des Weißen Hauses.

Stiglitz/Bilmes erweitern das Spektrum an Indikatoren, indem sie beispielsweise die Folgekosten für temporäre und dauerhafte medizinische wie psychologische Versorgung, Entschädigungs-, Berufsunfähigkeits-, Invalidenrenten- und Hinterbliebenenrente - subsumiert als soziale Kosten - aufzeigen.

24 Millionen Kriegsveteranen, so die Autoren, bezögen inzwischen Transferleistungen vom Staat, mithin acht Prozent der Bevölkerung. Die meisten Veteranen sind seit dem Vietnam- und dem Ersten Golfkrieg auf solche Leistungen angewiesen, mit denen sich nur beschwerlich über die Runden kommen lässt. Einige wenige beziehen seit ihrer Rückkehr aus dem Zweiten Weltkrieg und dem Koreakrieg Leistungen.

Auf die jungen Veteranen aus dem Krieg gegen den Terror, den die USA weltweit, vor allem aber in Afghanistan und dem Irak zu führen glauben, richten Stiglitz/Bilmes ihr Augenmerk. Bisher seien im Irak 4000 US-Soldaten ums Leben gekommen, mehr als 58.000 verletzt oder ernsthaft erkrankt. Hunderttausend seien mit psychischen Schäden aus ihren Einsätzen zurückgekehrt.

 Die Autoren nehmen in ihre Berechnungen neben den sozialen auch die makroökonomischen Auswirkungen des Krieges auf, die jeder US-Amerikaner zu spüren bekommt und für die "die Regierung nicht aufkommt."

Kursverfall des Dollars, exorbitante Staatsverschuldung, gestiegene Energiekosten, Verlust einiger zehntausend junger Leute mit Collegeabschluss, die auf Grund ihrer psychosozialen (PTSD/Post-traumatic stress disorder) Lage oder ihres Invalidenstatus dem Arbeitsmarkt nie wieder zur Verfügung stehen werden, sind nur einige der negativen Auswirkungen.

Vorbildlich benennen die Autoren gemäß ihres makroökonomischen Ansatzes den Produktivitätsverlust nicht mehr arbeitsfähiger und getöteter Soldaten. Während die Bush-Administration lediglich eine halbe Million Dollar an Kosten pro Kopf veranschlagt, beziffern Stiglitz/Bilmes sie auf das Vierzehn- bis Siebzehnfache.

Auch die Kosten für eine permanente Betreuung von zig tausenden Kriegsgeschädigten, "24 Stunden pro Tag, 365 Tage pro Jahr bis zum Tod", sprechen die Autoren an und weisen darauf hin, dass große Lasten von Hinterbliebenen getragen würden.

Obwohl das Buch eine schallende Ohrfeige gegen die Bush-Administration ist, ist es frei von Ideologie. Eher ist es pragmatisch gehalten, durchaus mit Patriotismus versetzt. Es ist zugleich eine Bestandsaufnahme, die mit dem weitverbreiteten Klischee aufräumt, Krieg schaffe Arbeitsplätze und sei gut für die Volkswirtschaft.

Das Gegenteil ist der Fall. "Heute glaubt kein ernstzunehmender Ökonom mehr, dass Krieg gut für die Wirtschaft ist", so die Autoren. Die in Krieg investierten Mittel brächten ihnen zufolge eine viel größere Rendite, investierte man sie in Ausbildung, Forschung, Gesundheitswesen, Infrastruktur und den Aufbau von Unternehmen und Produktionsanlagen.

¹ In den USA ist das Äquivalent zu einer (deutschen) Milliarde eine Billion (109); zu einer Billion eine Trillion (1012). Eine Trillion im Deutschen beziffert sich mit 1018.

© Uwe Goerlitz

© GeoWis (2008-03-09)

© Fotos: Webseiten der Autoren. Joseph Stiglitz; Linda Bilmes.

Joseph Stiglitz und Linda Bilmes: The Three Trillion Dollar War. The True Cost Of The Iraq Conflict. Amerikanisch. Hardcover, 312 S., ISBN 978-1-846-14128-7, Allen Lane, Penguin Group, New York, London. Februar 2008. In deutschen Buchhandlungen erhältlich.

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