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Wisnewski, Gerhard: Verheimlicht, vertuscht, vergessen. Rezensiert von Hubertus Molln
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"Zunehmender Verlust an Legitimation und Glaubwürdigkeit"

Gerhard Wisnewskis neues Buch Verheimlicht, vertuscht, vergessen hält den Leitmedien den Spiegel vors Gesicht.

Von Hubertus Molln (2008-03-14)

Es ist ein zwei Zentimeter dickes portmonnaiegroßes Minikompendium mit wasserbeständigem Vinylumschlag, in das der Knaur-Verlag Wisnewskis informations- und thesenreichen kritischen Jahresrückblick 2007 gepackt hat und dafür nur 6 Euro verlangt.

Auf gut 300 Seiten Text im 7- bis 8-Punktformat nebst einem sechseitigen Index läßt der Autor eine Reihe von Ereignissen Revue passieren, die seiner Ansicht nach entweder keine Erwähnung in den deutschen Standard-Leitmedien fanden, nicht ausreichend besprochen oder nicht umfangreich genug betrachtet wurden.

 Manche sehen in Wisnewski den deutschen Michael Moore oder Gordon Thomas, andere betiteln ihn als Verschwörungstheoretiker, wieder andere halten seine Sicht der Dinge für plausibel.

Er erläutert politisch-ökonomische Zusammenhänge genauso wie politisch-ökonomisch- kriminelle und nimmt sich dabei die Freiheit, nach vorn zu schauen, indem er auch zurückblickt.

Anders als Historiker, die allgemeinhin unter dem (wissenschaftlichen) Zwang stehen, auf Formalien zu achten - oder auf des Mittel- oder Drittmittelgebers Befindlichkeiten, verzichtet der Autor auf Fußnoten. Was als Fußnote geeignet wäre, baut er gut verständlich in den Fließtext ein.

Besonders für junge Leute, für gegenwärtige und kommende Erstwähler, kann der kompakte Politalmanach eine wichtige Orientierungshilfe sein. Aber auch für jene Bevölkerungsschichten, die glauben, die politisch-ökonomischen Verhältnisse und deren dazugehörige Strategien zu durchschauen. Für jene zum Beispiel, die gestern noch Gerhard Schröder huldigten, heute Angela Merkel gutfinden.

Für jene auch, die das Kesseltreiben um den etwas mißverständlich wirkenden SPD-Vorsitzenden Kurt Beck nicht in einen größeren Zusammenhang zu bringen vermögen und auf Nachfrage von Reportern oder Umfrageinstituten ihre mehr vom Gefühl und Leitmedien entstandene Meinung bekunden.

Wisnewski referiert zum Beispiel auf das deutsche Innenministerium. Das habe "Tradition mit umstrittenen Persönlichkeiten", so der Autor. Vor allem an der Spitze. Von Historikern wird dies keineswegs bestritten. Ex-Innenminister Hermann Höcherl (CSU; 1961-65; †1989) war Nazi. Ex-Innenminister Friedrich Zimmermann (CSU; 1982-89) war Nazi. Wolfgang Schäuble (CDU; 1989-91) ist zu jung, um Nazi gewesen zu sein. Ihm haftet jedoch an, vor einem Untersuchungsausschuß des Bundestages nicht ausreichend erklärt zu haben, wo ein ihm übergebener Koffer mit 100.000 D-Mark verblieb.

Schäubles Nachfolger Rudolf Seiters (CDU; 1991-93) gab das Amt ebenso unrühmlich ab, nachdem ein mutmaßlicher deutscher Terrorist auf dem Bahnsteig von Bad Kleinen hingerichtet worden war. Auf ihn folgte Manfred Kanther (CDU; 1993-98), der in die CDU-Parteispendenaffäre verwickelt war. Knapp 21 Millionen D-Mark Schwarzgeld soll er für die Christsozialen nach der Schweiz und Liechtenstein verbracht haben. Im September 2007 ist Kanther zu 300 Tagessätzen verurteilt worden.

Ihm folgte im Amt Otto Schily (SPD; 1998-2005). Er machte sich die Doktrin der US-Homeland-Security-Behörde und die der US-War-on-Terror-Strategie zu eigen und begann zweifelhafte Gesetze vorzuschlagen, von denen einige durch den Bundesrat und den Bundestag gewinkt wurden. Auf ihn folgte Wolfgang Schäuble (CDU; 2005- X). Diesmal im Rollstuhl, doch wach wie ein Fuchs des nachts auf der Pirsch.

 Weshalb schränken die Innenminister Deutschlands die Freiheit der Bürger etwa mit dem Argument der Terrorbedrohung ein? Um "vorzubeugen", so Wisneswki in seinem Buch. Nicht aber, um die Bevölkerung zu beschützen, sondern um sie in den Griff zu bekommen. Das Volk könnte ja irgendwann auf die Barrikaden gehen.

"Die Schäubles, Schilys, und wie sie alle heißen, bauen bloß vor. Sie wollen das Kind nur nicht beim Namen nennen. In Wirklichkeit meinen sie keine islamistischen, linken odere sonstigen Terroristen - in Wirklichkeit meinen sie uns." Diese These erscheint zunächst unglaublich, folgt man dem Autor aber in seiner Argumentation, weicht das Unglaubliche.

"In den Regierungen in Deutschland, aber auch anderswo, ist man mit den'Sozialreformen' und der Verfassungsdemontage noch lange nicht am Ende (...)." Diese These ist ebensowenig abwegig, betrachtet man die aktuelle deutsche - oder auch internationale - Politik und deren Folgen für die gemeine Bevölkerung.

Wisnewski beschränkt sich in seinem Buch nicht auf Deutschland. Er analysiert beispielsweise auch die politischen Hintergründe des Mordes am ehemaligen KGBler Alexander Litwinenko, der später in Diensten des inzwischen im Exil lebenden Raubritters Boris A. Beresowski stand. Beresowski war ein Gegner des russischen Präsidenten Putin.

Dieser verfolgte ihn, weil er sich in den Jahren des sowjetischen Umbruchs unverschämt an russischem Volksvermögen bereichert hat. Litwinenko kam durch Polonium ums Leben, und die internationalen Leitmedien verdächtigten Putin. Wisnewski ist der Ansicht, daß Beresowski den Überläufer Litwinenko als Mittel zum Zweck benutzt habe und ihn töten ließ, um Putin politisch zu schaden.

Es gibt eine Vielzahlt weiterer Themen, die der Autor behandelt und dazu eine nachvollziehbare Sicht der Dinge an den Tag legt. Etwa die Entlassung der ehemaligen Tagesschausprecherin Eva Herman, die Wisnewski zufolge auf Hörensagen und falscher Berichterstattung der Journalistin Barbara Möller (Hamburger Abendblatt zustande kam. Tatsächlich existiere ein Video-Audio-Mitschnitt, der verfälscht wiedergegeben worden sei.

Nicht alles, was 2007 nicht in den Zeitungen stand, verdient den Einzug in Wisnewskis Buch. Einiges davon allerdings unbedingt, ist es doch geeignet, im Umkehrschluß Desinformation zu generieren. In demokratischen Gesellschaften ist Desinformation das Virus, das die Bürgerrechte angreift.

Wisnewski hält der politischen Klasse und deutschen Leitmedien "zunehmenden Legitimations- und Glaubwürdigkeitsverlust" vor und begrüßt diesen. Ablesen läßt sich diese Erosion an der Zustimmung zur Linken, die inzwischen bundesweit auf 14 Prozent kommt. Man darf gespannt sein, wie des Autors kritischer Jahresrückblick 2008 ausfallen wird.

© Hubertus Molln

© GeoWis (2008-03-14)

Gerhard Wisnewski: Verheimlicht, vertuscht, vergessen. Was 2007 nicht in der Zeitung stand. Tb, Vinylcover, 320 S., ISBN: 978-3-426-78048-0, Knaur, München, Februar 2008.

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