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Tibet: Wie westliche Medien Bilder manipulieren
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Absicht oder Unvermögen?

Mit fragwürdigen Bildausschnitten, falschen Bildunterschriften und indifferenzierten Zuordnungen unterfüttern westliche Medien ihre Berichterstattung über die Unruhen in Tibet.

Von Hao Feng (2008-03-23)

Die manipulative Macht der Bilder ist spätestens seit den beiden Irakkriegen bekannt. In Deutschland waren der ehemalige Verteidigungsminister Rudolf Scharping und der Ex-Außenminister Joschka Fischer ihr so erlegen, daß sie daraufhin einem Bombardement auf dem Balkan zustimmten.

 Es sind längst nicht mehr nur Militärs und Geheimdienste, die Bilder, Bildausschnitte oder Bildinterpretationen so einsetzen, daß damit verfolgte Ziele - eines davon nennt sich Desinformation - erreicht werden. Weltweit machen sich auch TV-, Print- und Online-Medien diese Interpretationsfreiheit zu Nutze.

Wie jüngst die Berliner Morgenpost. Sie setzte zu einem Beitrag von Johnny Erling unter ein von einem angeblichen Reuters-Fotografen geschossenes Foto eine falsche Bildunterschrift (siehe Screenshot links).

Das Blatt, das seit Beginn der Unruhen in Lhasa mit einer Fülle von Beiträgen aufwartet, heute sogar das von chinesischen Intellektuellen verfaßte und unterzeichnete 12-Punkte-Manifest bietet und sich rühmt, es aus dem Chinesischen übersetzt zu haben, hätte es besser wissen können.

Denn eine Verhaftung sieht in China anders aus, besonders dann, wenn sie in einer Situation von Stress stattfindet. Auch hätte es sich die Frage stellen können, ob der Fotograf derart nahe einer Verhaftung hätte beiwohnen können.

Auf der chinesischen Webseite sina.com.cn kann man nachlesen, daß hier nicht "Sicherheitsbehörden einen Aufständischen abführen" ( Berliner Morgenpost), sondern die Polizei hilfreich ist.

Die gleiche Situation fängt ein angeblicher AFP-Fotograf aus einer anderen Perspektive ein. In seiner aktuellen Ausgabe druckt der Spiegel es ab und setzt darunter: Verhaftung eines tibetischen Jungen in Lhasa: "Volle Härte des Gesetzes" (S. 115).

 Betrachtet man die Bilder etwas genauer, dann fällt auf, daß es sich eher um rasches Verbringen in einen vielleicht irgendwo bereitstehenden Ambulanzwagen handelt.

Handschellen trägt der angeblich verhaftete tibetische Junge jedenfalls nicht. Links im - oberen - Bild steht recht unbeeindruckt ein Mann mit Fahrrad.

Tatsächlich sind die beiden hier in Rede stehenden Fotos weder von einem Reuters-, noch von einem AFP-Fotografen gemacht worden, sondern Videoaufzeichnungen von China Television, Kanal 4 (CCTV 4) entnommen.

Laut Reuters Informationen zum obigen Bild handelt es sich ums "Eskortieren eines Mannes" in Lhasa. Das Bild íst nicht für den Verkauf innerhalb Chinas zugelassen.

Die chinesische Führung beschwert sich seit Tagen über die einseitige Berichterstattung im Westen und hat ihre Kritik heute wiederholt. Vor allem amerikanische und deutsche Medien würden "verzerrt" berichten, darunter die Washington Post, CNN, die BBC, RTL TV, BILD, Berliner Morgenpost.

 Auf CNN.com wird der Propaganda- feldzug westlicher Medien pro Tibet am Beispiel eines Reuters-Fotos deutlich, von dem der Bild- redakteur CNNs nur einen Ausschnitt verwendet (siehe Screenshot links).

Die Online-Ausgabe der Washington Post (18.03.2008) setzt unter einen offenbar völlig erfundenen Bericht der Redakteurin Maureen Fan, die angeblich aus dem chinesischen Lanzhou berichtet, ein Foto, auf dem ein nepalesicher Polizist auf einen Tibeter einprügele. Fan schreibt hierzu, daß sich eine Gruppe tibetischer Studenten friedlich auf ein Fußballfeld begeben hätte. Es dürfte außer Frage stehen, ob sich die nepalesische Polizei in Lanzhou befindet.

Die Online-Ausgabe von RTL TV wartete ebenfalls mit falscher Bildunterschrift auf und bezeichnete nepalesische Sicherheitskräfte als chinesische. Möglicherweise tut ein Standardwerk über Polizei- und Militäruniformen in vielen Redaktionen Not.

 Immerhin entschuldigte der Sender sich heute auf seiner Webseite, wenn auch aufgrund schwarzen Textes auf dunkelblauem Hintergrund kaum lesbar.

Auszug: "Tatsächlich zeigt die Aufnahme Sicherheitskräfte in Nepal, einem Nachbarland der chinesischen Provinz Tibet. Das Bild entstand am 17. März in der Hauptstadt Kathmandu. Dort sind nepalesische Sicherheitskräfte mit Knüppeln gegen Demonstranten vorgegangen, die gegen die Politik Chinas in Tibet auf die Straße gegangen waren. Wir haben versehentlich den Eindruck erweckt, bei der Szene handele es sich um die Unruhen in Tibet und chinesische Sicherheitskräfte. Diesen Fehler bedauern wir und stellen gleichzeitig fest: RTLaktuell.de berichtet unabhängig."

Auch der deutsche Nachrichtensender n-tv hatte seine Schwierigkeiten mit der Zuordnung von Bildern und Uniformen (siehe Screenshot unten). Von ihm ist hingegen bis zur Stunde keine Entschuldigung gekommen. Stattdessen hält er online an seiner Einseitungkeit fest und druckt auch brav das Manifest ab, das keinem der Unterzeichner Nachteile bringen dürfte. "China fährt die harte Tour", so der Aufmacher der Online-Ausgabe des Senders.

Selbst auf die altehrwürdige British Broadcasting Corporation BBC scheint kein Verlaß mehr zu sein. In ihrer Online-Ausgabe BBC news beweist sie, daß ihre für China zuständigen Auslandsreporter und -fotografen des Chinesischen offenbar nicht mächtig sind.

 Anders erscheint kaum erklärbar, weshalb sie einen Ambulanz- wagen und Sanitäter nicht von einem Militär- fahrzeug bzw. die uniformier- ten Sanis nicht von Soldaten unterscheiden können (siehe Screenshot links).

Da erscheint dann selbst der Beitrag eines 'anonymen Tibeters aus dem Huangyan-Bezirk Sichuans' unglaubwürdig.

China protestiert zu Recht gegen die einseitigen Berichte westlicher Medien.

Es stellen sich aber auch Frage grundsätzlicher Natur: Was sind Medienberichte und Bilder zu politischen Ereignissen überhaupt wert, wenn sie wesentlich nur noch von Agenturen wie Reuters, AP, AFP, DPA und so weiter geliefert und weitgehend ungeprüft übernommen werden?

Wer fotografiert da wie und mit welcher Intention? Welche Motivation steckt hinter einseitiger Berichterstattung? Wem nutzt, wem schadet sie? Schon jetzt ist klar, daß sich renommierte wie arrivierte Medien mit ihrer Tibet-Berichterstattung ordentlich blamiert haben.

© Hao Feng

© GeoWis (2008-03-23)

Zu sina.com.cn >>

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