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China: Erdbeben in Sichuan: Chinesen rücken zusammen
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Nationale Anteilnahme und schnelle Hilfe

Das Ausmaß der Zerstörung durch das Erdbeben in der chinesischen Provinz Sichuan hat eine Welle nationaler Hilfsbereitschaft ausgelöst, wie man sie zum Beispiel aus Europa kennt.

Von Wei Wang (2008-05-14)

Eine Erdbeben-Magnitude von 8,0 nach Richterskala ist mindestens so etwas wie ein mächtiger Kaventsmann gegenüber einer Jolle. Die ultimative Versenkung, im Falle des die chinesische Provinz Sichuan heimgesuchten Erdbebens vom vergangenen Montag bedeutet dies, daran lassen chinesische Medien keinen Zweifel, eine Katastrophe zunächst nicht abschätzbaren Ausmaßes.

 Zuletzt hatte China mit einem Erdbeben dieser Kategorie im Juli 1976 zu tun. Damals starben in der Region um die Metropole Tangshan, die heute mehr als 7 Millionen Einwohner zählt, nach offiziellen Angaben um 400.000 Menschen, nach inoffiziellen um 800.000.

Das Tangshan-Erdbeben war mit gemessenen Magnituden zwischen 7,8 und 8,2 so kolossal gewesen, daß es im 140 Kilometer entfernten Beijing so deutlich spürbar gewesen war, um die Hauptstädter tagelang im Freien kampieren zu lassen.

War Tangshan bis dahin eine nationale Naturkatastrophe unermeßlichen Leids, so dürfte die jüngste, unweit der 9-Millionen-Metropole Chengdu geschehene eine weitere sein, die flugs, bevor die Leichenzählungen abgeschlossen sind, die Nation ergriffen und neben Mitgefühl eine Hilfs- und Spendenbereitschaft ausgelöst hat, wie man sie hierzulande aus China kaum kannte.

Überall in der 9,5 Millionen Quadratkilometer großen Republik fahren die Blutspende-Busse vor und nehmen zig tausenden von Spendewilligen Blut ab. Zuhauf begeben sich die Chinesen auch in Krankenhäuser, um sich zum Blutspenden auf die Pritsche zu legen.

 Im ganzen Land werden Geldspenden-Aktionen abgehalten. Bereits die Jüngsten, aber auch Millionen Schüler zwacken von ihrem Taschengeld Fen und Yüan ab, um ihresgleichen damit helfen zu können.

Das chinesische Staatsfernsehen trommelt auf allen Kanälen zur Spendenbereitschaft. Auf allen chinesischen Online- und in den Printmedien ist im Moment nichts so wichtig, wie das Erdbeben, das die Provinz Sichuan erlebt hat.

Sie rücken zusammen, die Chinesen. Wie sie bereits zusammengerückt waren, als man ihnen im Ausland den olympischen Fackellauf mit unbilligen Protesten einsäuerte und die vor einem Monat marodierenden jugendlichen Horden in Lhasa als demonstrierende, unterdrückte Mönche und unschuldig Verfolgte verkaufte. Jetzt aber geht es nicht um Propaganda und Zurschaustellung, wie manch unverbesserliche Autoren insbesondere deutscher Medien verbreiten.

Chinas Premier Wen Jiabao begab sich nach Bekanntwerden der Katastrophe umgehend ins Krisengebiet. Präsident Hu Jintao, am Montag noch auf einer internationalen Konferenz, war - wie GeoWis erfuhr -, stets im Bilde. Sein Verteidigungsminister schickte umgehend mehrere Brigaden in die betroffenen Regionen Sichuans zum Helfen.

 Aufgrund des teils schwierig zugänglichen Geländes entsandte er auch Fallschirmspringer-Einheiten. Insgesamt sind chinesischen Angaben zufolge gut 60.000 Soldaten in den betroffenen Regionen im Einsatz. Wie zu erfahren war, werden weitere Truppen zur Katastrophenhilfe mobilisiert.

Im Zentrum von Chengdu nächtigte laut Angaben der Nachrichtenagentur Xinhua beinahe die gesamte Stadtbevölkerung außerhalb ihrer Wohnungen und Häuser, immerhin knapp vier Millionen Menschen. Niemand, außer den Betroffenen, kann sich Derartiges bildlich ins Bewußtsein rufen. Es ist unfaßbar.

China macht keinen Hehl daraus, gerne Hilfe aus dem Ausland willkommen zu heißen. Je mehr, desto besser.

Anders als in Myanmar, wo Hilfslieferungen des Auslands von einer von allen Sinnen losgelösten Soldateska konfisziert werden, deren Handlungen offenbar von hypersenilen Apparatschiks gedeckt werden, geht es China um das Helfen an sich. Die Machthaber Myanmars haben daraus und insgesamt noch viel zu lernen.

Klar, es macht sich gut, wenn hohe Politiker vor Ort erscheinen und Anteilnahme zeigen, wie etwa 'Opa' Wen Jiabao. Auch des deutschen Ex-Bundeskanzlers medial begleiteter Auftritt während der Oder-Flut machte sich gut. Deutschland solidarisierte sich mit den Betroffenen. Doch so wichtig, wie Schröders Präsenz am Ort des damaligen Geschehens war, so wichtig ist die Präsenz Wen Jiabaos in den Katastrophengebieten von Sichuan.

 Anders auch als in Deutschland damals, als Wahlen anstanden und der Haudrauf Schröder wiedergewählt werden wollte, hat Wen Jiabao dieses niedere Ziel nicht nötig.

Die KP Chinas funktioniert anders, sogar klarer, muß gesagt werden, als die deutsche Parteienlandschaft, die sich noch immer in Demokratie übt, dennoch seit Jahrzehnten im Monotropen verharrt.

China handelt auch differenter als Schröder damals an der Oder zu handeln imstande war, schon allein deshalb, weil das Erdbeben von Sichuan ein um Potenzen höher einzustufendes, katastrophales Ereignis war, das sich mit einer Überschwemmung in Deutschland erst gar nicht zu messen braucht. Todesofer im fünfstelligen Bereich gab es hier zuletzt im Zweiten Weltkrieg.

Neben den materiellen Schäden, insbesondere Gebäudeschäden, die sich auf die mittelgroßen und großen Städte der Provinz erstrecken, sind vor allem jene zu beklagen, die sich in Geld nicht aufwiegen lassen. Zig Dörfer sind dem Erdboden gleichgemacht oder - wenn sie in Höhenlagen angesiedelt waren - zu Geröll geworden.

 In Sichuan, das nicht nur für seine beispielsweise an Tibet oder Qinghai grenzenden Höhenlagen, sondern auch für seine subtropischen Landschaften und Gefilde bekannt ist, liegen noch viele Leichen.

Doch anders als etwa während und nach der Heimsuchung der US-Küste zum Golf von Mexiko, als etwa über New Orleans und viele andere Städte Hurricane Katrina eine Spur von meteorologisch bedingter Verwüstung hinterließ und der damalige wie Noch-Präsident George W. Bush nur wie ein kleiner Junge zusah, was da geschah und erst spät reagierte, war Beijing von vornherein klar, daß unmittelbar gehandelt werden müsse.

Man sollte Naturkatastrophen sicherlich nicht gegeneinander abwägen. Jede ist schlimm und zieht menschliches Leid nach sich. Gelegentlich aber eignen sich die Dinge, wenn sie eingetreten sind, die Maßstäbe zurechtzurücken.

Nicht immer für alle, zuvörderst jedoch seien angesprochen: Meinungsmacher, die sich einer 'Unterstellungs-Berichterstattung' und/oder leichtfertiger Propaganda verpflichtet sehen. Naturkatastrophen haben erst mal gar nichts mit politischen Lagern zu tun. Das gehört zum Journo-ABC.

© Wei Wang

© GeoWis (2008-05-14)

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