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Deutsche SchwimmerInnen: Zu Unrecht geschmäht?
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Sauber verloren

Die deutschen SchwimmerInnen sind in der ersten Woche der Olympischen Spiele in Beijing den Medaillienplätzen hinterhergeschwommen und vor allem in der Heimat mit Spott überhäuft worden. Weshalb eigentlich?

Von Simone ten Breck (2008-08-13)

Von einem "Absturz in die Drittklassigkeit" sprach die in München erscheinende Süddeutsche Zeitung (SZ-Online-Ausgabe vom 10.08.2008), nachdem etwa der Rückenschwimmer Helge Meeuw in den Vorläufen (100 Meter) ausgeschieden war und am Ende Platz 19 in dieser Disziplin belegte, die Brustschwimmerin Sarah Poewe die 100 Meter auf Platz 20 abhaken mußte oder die 4 x 100-Meter-Staffel der Frauen auf Rang fünf landete.

Auch die von Essen aus regierte Westdeutsche Allgemeine Zeitung (WAZ) stimmte ins Wehklagen und Schmähen über die deutschen SchwimmerInnen ein, sah "Enttäuschungen in Serie"; ebenso hart gingen ARD, ZDF, Eurosport (DE), Spiegel Online, stern.de, die Frankfurter Allgemeine Zeitung (FAZ) und zig andere deutsche Medien mit den in der ersten Woche sieg- und medaillenlosen deutschen Olympioniken um, vor allem mit den SchwimmerInnen.

Katharina Schiller, Annika Lurz, Antje Buschschulte - sie alle gingen regelrecht unter. Einige waren dabei erstaunlich weit von ihren Best-, manche von ihren Normalleistungen entfernt. Letzteres kam bei deutschen SchwimmerInnen immer wieder bei Olympischen Spielen vor, zuletzt in Athen 2004 und Sydney 2000.

"Ich kann ja nichts dafür, daß uns die Weltelite derart enteilt ist", zitierte die Deutsche Presseagentur (dpa) Antje Buschschulte, und Thomas Rupprath sagte laut SZ: "Das hat nichts mehr mit Sport zu tun. Die anderen gehen links und rechts weg."

Weltelite? Genau hier scheint der Hase im Pfeffer zu liegen, seziert man diese beiden Aussagen. Ausgerechnet in einer Sportart, in der neben der Leichtathletik, dem Skilanglauf und dem Radsport laut des mexikanischen, ehemaligen Drogen- und Dopingmitteldealers Angel Heredia "nichts zu retten" sei, wie er dem Spiegel (Printausgabe) in dieser Woche in einem Interview gestand, saufen die Deutschen ab.

Hingegen sammeln sie Medaillen in Sportarten, in denen es auf Doping gar nicht oder bestenfalls kaum ankommt. Bisher zwei Goldmedaillien im Reitsport (Pferde gedopt?), zwei im Klingensport (Degen gedopt?), eine im Wildwasserkanu (Kanu gedopt?), eine im Judo (Matte gedopt?).

Scheiterten also die SchwimmerInnen an ihrer Sauberkeit? Am Anti-Doping-Programm der WADA, das vor allem in Deutschland recht rigoros angewendet wird und lange vor derart bedeutenden internationalen Wettkämpfen wie den Olympics zu regelmäßigen Kontrollen führt? Oder an jenen Mitbewerbern, die es sich leisten können, mit Mitteln zu manipulieren, denen man bisher noch nicht auf die Schliche gekommen ist?

Wohl an beidem. Es gebe "Tabletten für die Nieren, die die Metaboliten von Steroiden abblocken", so Heredia gegenüber dem Spiegel. Und weiter: "Wenn Athleten dann ihre Urinprobe abgeben, scheiden sie die Metaboliten nicht mit aus und sind negativ."

Der Mexikaner, dessen Vater Chemie-Professor sei, ist Kronzeuge des amerikanischen FBI in Sachen Drogen an Athleten. Er habe die Elitesprinter der Welt versorgt und sei mit manchen Präparaten den Kontrolleuren stets voraus gewesen. Apotheker möchte der Dealer werden, wenn er ein neues Leben beginnen kann. Warum nur?

Daß ein Michael Phelps fabelhafte Weltrekorde erzielte, gibt medizinischen Experten lediglich bedingt Rätsel auf. Denn der menschliche Körper, egal, wie gut er austrainiert ist, stößt ohne pharmazeutische Hilfsmittel irgendwann an seine Leistungsgrenzen.

Besonders deutlich läßt sich dies am 100-Meter-Sprint ablesen. Armin Hary rannte sie als erster in 10,0 Sekunden, 1960 bei den Olympischen Sommerspielen in Rom. Auf Asche. Mit Handstoppung. Acht Jahre später unterbot der Amerikaner Jim Hines bei den Olympics in Mexico City Harys Rekord um fünf Hundertstel. Elektronisch gestoppt.

Seit Armin Harys Rekord brachte die Sprinterelite trotz häufig massiven Einsatzes von erlaubten wie auch unerlaubten pharmazeutischen Hilfsmitteln nicht mal eine vier Zehntel bessere Zeit zustande. Wie kann es da sein, daß etwa Michael Phelps und einige andere SchwimmerInnen geradezu an der austrainierten, offenbar nicht gedopten Konkurrenz vorbeischwimmen wie auf Jagd schwimmende Delphine oder Schwertfische?

Und wie kann es sein, daß diese Athleten ausgerechnet in deutschen Massenmedien gefeiert werden und gleichzeitig die eigenen Leute, die wohl sauber verloren haben, geschmäht werden? Die ehemalige Schwimmerin Franziska von Almsick etwa meinte in der Bild-Zeitung: "Weltweit hat es eine Leistungsexplosion gegeben, und wir haben den Knall nicht gehört."

Woher diese Leistungsexplosion kommt, erklärt sie den Lesern nicht. Stattdessen fabuliert von Almsick über ihren Job bei der ARD: "Es ist sehr interessant, Meinung machend zu sein. Was ich erzähle, glauben die Menschen." Aha!

Acht Jahre lang sollen die Dopingproben eingefroren werden. Für so manchen Medaillenträger könnte es während dieser Zeit noch eine Überraschung geben. Für die Verlierer von heute kann das dann nur noch Genugtuung sein. Die Medaillenträger, so sie zu Unrecht zu ihrer Medaille gekommen wären, würden bis zur Entlarvung ihren Schnitt gemacht haben.

Indes, viele deutsche Medien, die sich gern das Etikett kritischer, nicht selten auch investigativer Berichterstattung ans Revers heften, beflecken sich zunehmend mit dem Gegenteil ihres Anspruchs, wenn sie über Leistungssport berichten.

© Simone ten Breck

© GeoWis (2008-08-13)

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