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Tischtennis: China knackt das Boll-Werk
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Das beste Silber

Im Endspiel um die olympische Goldmedaille unterlag das deutsche Tischtennis-Team mit dessen Star Timo Boll gegen China klarer als erwartet. Und doch kann es stolz auf sich und das wohl wertvollste Silber dieser olympischen Spiele sein.

Von Wang Wei (2008-08-18)

In der nach Jaialai wohl schnellsten Ballsportart überhaupt, in der bereits geringste Ablenkungen das Reaktionsvermögen beeinträchtigen, hatte es die deutsche Mannschaft - Timo Boll, Christian Süß, Dmitrij Ovtscharov - über den Überraschungs-Halbfinalisten Japan ins olympische Finale geschafft.

 Timo Boll hatte im fünften Spiel gegen einen über sich hinausgewachsenen Japaner ein Fünfsatzspiel benötigt, um mit seinen Teamkameraden ins Finale einzuziehen, und sich hernach erschöpft wie erleichtert zu Boden fallen und überwältigen lassen.

Kaum eine Sportart ist den Chinesen so heilig wie das angeblich in Großbritannien im 19. Jahrhundert erfundene Tischtennis, das in China Ping Pong heißt. Lord Croydon hatte sich zwar bereits 1907 das Markenrecht auf die Bezeichnung 'Ping Pong' gesichert, allerdings ist seit mehr als 50 Jahren China subsumiert der Dominator in dieser Disziplin.

Nachdem einer der chinesischen Stars dieser Olympischen Spiele - 110-Meter-Hürdenläufer Liu Xiang - wegen einer Verletzung am heutigen Montag aufgeben mußte und im Reich der Mitte für große Anteilnahme und Enttäuschung ob seines Dilemmas sorgte, durfte es in der Nationalsportart Tischtennis zu nichts weniger als der Goldmedaille kommen.

Mit 3:0 schoß der Weltranglistenerste Wang Hao seinen deutschen Kontrahenten Ovtscharov im ersten Spiel sodann auch gnadenlos ab. Und auch Timo Boll kam im ersten Satz seines Spiels gegen Ma Lin, Nummer 2 der Weltrangliste, nicht zum gewünschten Erfolg und verlor den Satz mit 7:11.

Dann gewinnt Deutschlands - neben der Fechterin Britta Heidemann - sportliches Aushängeschild in China den zweiten Satz mit 11:8. Alles sieht nach Ausgeglichenheit aus, und es stellt sich die Frage, ob Boll gegen einen Angstgegner spielt oder ob Ma Lin Boll als solchen betrachtet. Das chinesische Publikum jedenfalls feuert Ma frenetisch an und feiert ihn zwischendurch sogar.

 Auch Boll, der unverständlicherweise seinem Landsmann, dem in den USA Geld verdiendem Basketballer Dirk Nowitzki, den Vorrang als Flaggenträger bei der Eröffnungsfeier der Spiele hatte lassen müssen, bekommt im Vergleich zu anderen ausländischen Athleten, die gegen China im Wettbewerb stehen, für seine Punkte mehr als respektablen Beifall.

Viel mehr. Denn da sind sie fair, die TT-Fans aus dem Reich der Mitte; obwohl ihnen bange ist. Sie wissen, daß man bei Boll nie weiß.

2005, beim Worldcup im belgischen Lüttich, fegte der beliebte Deutsche Ma Lin und Wang Hao von der Platte, holte Gold. Seitdem, spätestens seit diesem Triumph - aus chinesischer Sicht eine Schmach -, ist Boll in China wer, zollt man ihm und seinem Spiel Respekt.Und achtet man ihn.

Er ist einer, der ihnen in ihre Domaine gefahren ist. Hong Kong-, Taiwan- und selbst Spieler aus Singapur - ja, nicht so schlimm, wenn diese mal gewinnen. Hierbei sähe es China ethnologisch. Gewissermaßen gewänne dann eine mannschaft, ein Spieler oder eine Spielerin, die zur großen Sino-Familie gehört.

Anders verhält es sich bei den deutschen Spielern, besonders bei Boll. Er hat - wenn auch temporal - den Chinesen bewiesen, daß er jeden ihrer Spieler auf die Plätze verweisen kann. Es ist wohl so einzuordnen, als hätte ihnen ein Europäer gezeigt, wie man mit Stäbchen ißt.

Von Oktober 2005 bis Oktober 2006 führte er die monatlich aktualisierte Weltrangliste zehn Monate lang an. Danach begann sein relatives Formtief, das allerdings nicht so kraß war, als daß es ihn aus den weltbesten zehn Spielernotierungen herauszukatapultieren vermochte.

 Zu Beginn der Olympiade in Beijing stand er auf Rang 6 der globalen Rangliste. Seit Steffen Fetzner und Jörg Roßkopf hat kein deutscher Tischtennisspieler den chinesischen mehr zugesetzt als Timo Boll, weshalb Drill und Training von Ma Lin und Wang Hao geradezu apodiktische Ausmaße angenommen hatten, um nur ja nicht Boll und Co. obsiegen zu lassen.

Bei Ma Lin hatte es funktioniert. Er putze Deutschlands besten Tischtennisspieler letztlich mit 3:1 Sätzen von der Platte und besorgte China eine 2:0-Führung. Auch im Doppel der heutigen Begegnung zwischen Deutschland - in persona Boll und Süß - gegen China war nichts zu holen. Die Goldmedaille ging an China.

Gegen Japan hatte es sich vielleicht schon abgezeichnet: die Weltelite rückt noch näher zusammen. Niemand kann sich auf das vewlassen, was war. Alle müssen dem ohnehin schnellen und schweren Spiel immer mehr abverlangen - und damit sich selbst.

Timo Boll gelang dies, ebenso Christian Süß und Ovtscharov. Aber es gelang zumindest in diesem olympischen Finale den Chinesen mit ihren Ausnahmespielern Ma Lin und Wang Hao besser, denn selten war in jüngerer Zeit ein deutsches Tischtennisteam so schnell und so deutlich gegen China unterlegen. 

Und dennoch ist es ein grandioser Erfolg für das deutsche Tischtennisteam, das sich im Verlauf des olympischen Turniers gegen starke Gegner durchzusetzen wußte. Als Europas bestes Team und als das zweitbeste der Welt hat es dieser in Deutschland, vorzugsweise in deutschen Medien immer noch als Nischen-Sportart verstandenen Disziplin einen veritablen Dienst erwiesen - und Deutschland die Silbermedaille beschert.

Niemand mehr als die Chinesen wissen dies zu schätzen. Sie dürfen sich nun auf die Einzel freuen. Klar ist: vor Timo Boll haben sie nicht nur Respekt. Er wird auch bewundert. Und eine gehörige Portion Angst wird auch mitschwingen, sollte es wieder ein chinesisch-deutsches Finale geben.

Vielleicht sind - aus deutscher Sicht - die einstmaligen Paradedisziplinen wie Rudern, Reiten, Schwimmen im 21. Jahrhundert nicht weiter derart herauszustellen, wie es ihnen in den vergangenen 80 Jahren zuteil geworden war. Zumal sie lediglich pure Kraft und zuweilen einen gepflegten Elitarismus verkörpern.

 Weltlicher, weniger abgehoben, hingegen ungleich schneller, positionierter und aufs Höchste angespannter ist jene Sportart mit dem kleinsten Ball, für die sich sogar Microsoft-Tycoon Bill Gates begeistert: Tischtennis. Wie Timo Boll den Nachrichtenagenturen in die Mikrophone sprach: "Das ist die schönste Medaille, die bei mir zu Hause hängen wird."

Die Chinesen werden es nachempfinden können, und nach dem gestrigen Gold im 4er-Skull, eine der die Gefühle überwältigsten Goldmedaillien feiern. Denn darum geht es ja bei Olympia: abseits des gewohnt Sicheren auf unsicherem Terrain zu wandeln und am Ende zu obsiegen.

Ganz klar: die deutsche Tischtennis-Mannschaft hat das prestigeträchstigste Silber in Beijing geholt, das es bisher zu holen gab. Offenbar - leider - nur aus chinesischer Sicht. Allerdings sei aus deutscher Sicht eine vernünftige Einschätzung empfohlen: Olympisches Mannschaftssilber im Tischtennis kommt in etwa dem zweiten Platz in der europäischen Fußball-Champions-League gleich.

Boll, Ovtscharov, Süß haben Großartiges geleistet, das beste Silber geholt. Nichts weniger als das.

© Wang Wei

© GeoWis (2008-08-18)

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