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Perry, Paul: Das sagenhafte Leben des Hunter S. Thompson. Rezensiert von Mariam Backes
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Koksen in Kinshasa

Am 20. Februar 2005 verstarb Hunter S. Thompson, Autor des Kultbuches Fear and Loathing in Las Vegas. Ein halbes Jahr später erschien Paul Perrys 1992 im Original veröffentlichte Biographie über ihn erstmals auf Deutsch.

Von Mariam Backes (2009-04-16)

Die unautorisierte Biographie über Hunter S. Thompson ragt aus den vielen Berichten und Versuchen über ihn heraus. Was wohl auch daran liegt, dass Perry dem Autor richtig auf die Pelle gerückt war. Sie wurde bereits zu Lebzeiten des Gonzo-Journalisten Thompson von Paul Perry im Jahr 1992 auf den US-Buchmarkt gebracht und gewährt tiefen Einblick in das Leben des Kult-Autors Thompson.

Die beiden seien nicht die besten Freunde gewesen, äußerte Verleger Klaus Bittermann sinngemäß gegenüber GeoWis. Hunter sei "gegen das Buch" gewesen, wie Perry im Vorwort schreibt, denn es enthalte "provozierende Eskapaden, legendäre Geschichten aus dem Leben des einen wahren "Prince of Gonzo."

Perry traf 1980 auf Thompson. Er wollte ihn für eine Reportage zum Honolulu-Marathon für das Magazin Running engagieren, das vom Nike-Konzern ausgehalten wurde, und erlebte zunächst in Kurzform die journalistische Strategie Thompsons, mit der er hernach auch in Langform Bekanntschaft machte. Denn Thompson, so erschien es Perry, sei zwar ein begnadeter Schreiber, nicht zwangsläufig aber ein begnadeter Rechercheur gewesen.

Detailiert, wie bisher kaum ein anderer Autor, biographiert Perry den journalistischen Master of Desaster, der sich so subjektiv und teils fiktiv in seine Reportagen eingebracht hatte, dass ihm selbst das Bürgertum unter den Journalisten, das er offiziell verachtete, Respekt zollte.

Neben einem Säufer, der sich vorzugsweise Wild Turkey und Bier reinschüttete, einem Kiffer, Kokser, Pilzeliebhaber (Magic Mushrooms), LSD-Genießer und Aufputschmitteleinwerfer war Thompson vor allem eins: ein Sportjournalist. Und zwar der abgedrehteste, der bislang existierte. Ein seine Frauen drangsalierender Egomane. Und zwar der bekannteste in seinem Land. Und ein seine Umwelt zu jeder Gelegenheit brüskierendes Ekelpaket, dem die meisten, mit denen er beruflich zu tun hatte, wohl gerne eins in die Fresse gehauen hätten - folgt man Perry.

Der Autor, der laut eigener Aussage mit vielen Bekannten und Freunden des freakigen Gonzo-Journos gesprochen hatte, bevor er die Biographie zu Thompson verfasste, wartet mit einer Fülle an Details auf, die kaum eine Begegnung des kruden Sport-Journos mit seinen Interview- und Berichtsobjekten auslässt.

Neben den eher vernachlässigenswerten Sequenzen aus Thompsons Kindheit und Jugendzeit, die Perry der Vollständigkeit halber bringt, sind vor allem all jene seines Wirkens im Hinblick auf dessen Berufsauffassung und Vorgehensweise das Interessante an dieser Biographie. Hunter Thompson verhöhnte viele der in seinen Berichterstattungen vorkommenden Leute. Andere prügelte er verbal an die Wand. Lob verteilte er nicht so häufig.

Nebenbei - so erfahren wir - verschliss er jene, die stets zu ihm hielten. Seine Frau Sandy (heute: Sondi Wright), die es gegen Ende der 1970er Jahre nicht mehr mit ihm ausgehalten hatte. Auf sie folgte Laila Nabulsi, die einige Jahre mit ihm verbrachte.

Auch der Brite Ralph Steadman, heute über 70, konnte mit Thompson nicht mithalten. Er war eine wichtige Zeitlang Hunters großer Inspirator. Ohne ihn wäre so manche gutbezahlte Story nicht erschienen - und noch höher ausgefallene Spesenrechnungen nicht beglichen worden, wie Perry uns wissen lässt.

Neben Thompsons vielen Eskapaden und Schreibblockaden ragt bei den Eskapaden sicherlich sein Aufhenthalt in Las Vegas anlässlich des Mint 400-Motorradrennens heraus, bestens festgehalten in Thompsons Buch Fear and Loathing in Las Vegas (1971; verfilmt 1997 von Terry Gilliam).

Bei den Schreibblockaden muss Perrys Buch zufolge auf jeden Fall die Zeit Thompsons und Steadmans in Zaire notiert werden. Thompson sei dorthin geschickt worden, um über den Boxkampf im Schwergewicht zwischen Muhammad Ali und George Foreman zu berichten, und habe nichts zustande gebracht.

Eine Woche lang hatte er sich zugedröhnt, während Steadman immer wieder versuchte, ihn zum Schreiben zu bewegen. "In der ganzen Woche, in der wir zusammen waren, tat er einfach nichts", zitiert Perry den Karikaturisten Steadman. "Absolut nichts. Er war nur auf der Suche nach Kokain. Das war das einzige, was ihn beschäftigte."

Perrys Buch kratzt seit seinem Erscheinen kaum am Mythos des großen US-amerikanischen Autors aus Woody Creek, der in Aspen zur Wahl des Sherrifs antrat, eine politische Grassroots-Partei ins Leben gerufen hatte, und als eines der höchsten Freiheitsgüter benannte, unbehelligt nackig auf der Veranda zu stehen und ungestraft in seinen Vorgarten pissen zu können. Nein, eher bestärkt das Buch ihn, beschreibt es doch ein journalistisches Phänomen.

© Mariam Backes

© GeoWis (2009-04-16)

Paul Perry: Angst und Abscheu - Das sagenhafte Leben des Hunter S. Thompson. Aus dem Amerikanischen von Norbert Hofmann. Nachwort von Klaus Bittermann. Taschenbuch, 290 S., ISBN 3-89320-089-4. Edition Tiamat, Berlin, 2005. 

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