GEOWIS Logo
GeoWis ONLINE-MAGAZIN
28. Juni 2017
Home |  Login | Kontakt | Verlag | Links   
Download-Archiv
eBook/eText Downloads
Science & Technology
Selected Portraits
Artikel & Reportagen
Deutsche Sprache
Meinungen
Musik
Rezensionen
Unterhaltung
- Wissenschaft/Sachbuch
Film
Interviews
Schnellsuche
 
Verwenden Sie Stichworte, um einen Beitrag zu finden.
Erweiterte Suche
Ankündigung

Kostenlose Downloads (Auswahl)

Demographie: Que sera, sera. The future's not ours to see. Die BBR-Bevölkerungsprognose in Konfrontation mit der Realität. Von Hansjörg Bucher und Claus Schlömer

Stefan Z. Dmochowski - The Olowo of Owo

Klaus von Bröckel - Djibouti: 18. März 1987

Lesetipps

Tourismus

Wohin geht die Reise? >>

Reisen im Geburtsland Makesis >>

China-Reportagen

Chongqing - Stadt im Nebel >>

Chongqings Altstadt Ciqikou >>

Carrefour in China >>

Diaoyucheng, Hechuan >>

Beijing by Bike >>

Der chinesische Traum 1 >>

Der chinesische Traum 2 >>

Der chinesische Traum 3 >>

Spanien-Reportagen

Paxe Ryanair, Iberia! >>

High Speed Tag und Nacht >>

Der Tod kommt zweimal >>

Tarragona - Baila conmigo >>

Málaga - Glut des Südens >>

Japan-Reportagen

Hakone >>

Hakone Open Air Museum - Im Reich der Skulpturen >>

Frankreich-Reportagen

Nizza - Zwischen Arm und Reich >>

Vence - Kultort der Kultur ... >>

Nizza - Champagner muss sein >>

Côte Basque - Saint-Jean-de-Luz >>

Mauerfall-Reportagen

"Ich werd' bekloppt!" >>

"Keine Ahnung, wie die lebten" >>

"Wir wollen die D-Mark!" >>

Weitere Beiträge:
Pynchon, Thomas: Bleeding Edge. Rezensiert von Wolfgang Körner
Körner, Wolfgang: Nowack. Rezensiert von Jochen Henke
Bottländer, Reinhard: Infam - und tödlich. Rezensiert von Wolfgang Körner
Michener, James A.: Texas. Rezensiert von Tom Geddis
Earle, Steve - I'll Never Get Out Of This World Alive. Rezensiert von Hansjörg Bucher zum 90. Geburtstag von Hank Williams
Queen, Ellery: The American Gun Mystery. Empfohlen von Liz Bremer
einzlkind: Gretchen. Rezensiert von Wolfgang Körner
Treeck, Dieter: "und wieder zieht das Elchgespann" - das wahn-sinnige Weihnachtsbuch. Mit Zeichnungen von Henryk Bzdok. Rezensiert von Mariam Backes
Schramm, Julia: Klick mich. Bekenntnisse einer Internet-Exhibitionistin. Rezensiert von Hubertus Molln
Niven, John: Kill Your Friends. Rezensiert von Wolfgang Körner
Thompson, Hunter S.: Kingdom of Gonzo. Interviews. Rezensiert von Wolfgang Körner
Leuthner, Roman: Nackt duschen streng verboten. Die verrücktesten Gesetze der Welt. Rezensiert von Maja Neldner
Laing, Ronald D.: Liebst du mich? Rezensiert von Jochen Henke
Bittermann, Klaus: Möbel zu Hause, aber kein Geld für Alkohol. Rezensiert von Uwe Goerlitz
Denart, Klaus: Mr. Globetrotter - Meine Reisen, mein Leben. Rezensiert von Tom Geddis
Bittermann, Klaus: The Crazy Never Die - Amerikanische Rebellen in der populären Kultur. Rezensiert von Hubertus Molln
Korman, Gordon: Born to Rock. Rezensiert von Silke Reinhardt
Kunstler, James Howard: The Witch of Hebron. A World Made by Hand Novel. Rezensiert von Uwe Goerlitz
Göhre, Frank: Der Auserwählte. Rezensiert von Klaus Berthold
Karinthy, Ferenc: Das goldene Zeitalter. Rezensiert von Mariam Backes
einzlkind: Harold. Rezensiert von Wolfgang Körner
Wiemer, Carl: Der Literaturverweser. Ein Stück über Vernichtungsgewinnler. Rezensiert von Klaus Berthold
Brook, Timothy: Vermeers Hut. Rezensiert von Wolfgang Körner
Tosches, Nick: Hellfire - Die Jerry Lee Lewis Story. Rezensiert von Hansjörg Bucher
Osborn, David: Jagdzeit (Open Season). Rezensiert von Hubertus Molln
Robbins, Tom: B Is for Beer. Rezensiert von Wolfgang Körner
Wenner/Seymour (Hg.): Gonzo: The Life of Hunter S. Thompson. Rezensiert von Liz Bremer
Zippert, Hans: Die 55 beliebtesten Krankheiten der Deutschen. Rezensiert von Klaus Berthold
Perry, Paul: Das sagenhafte Leben des Hunter S. Thompson. Rezensiert von Mariam Backes
Bunker, Edward: Lockruf der Nacht. Rezensiert von Hubertus Molln
Welt, Wolfgang: Doris hilft. Rezensiert von Klaus Berthold
Roncagliolo, Santiago: Roter April. Rezensiert von Hubertus Molln
Maier, Corinne: No Kid. Rezensiert von Wolfgang Körner
Pynchon, Thomas: Gegen den Tag. Rezensiert von Uwe Goerlitz
Walser, Martin: Ein liebender Mann. Rezensiert von Susanne Alberti
Sorokin, Vladimir: Der Tag des Opritschniks. Rezensiert von Wolfgang Körner
Steen, Marguerite: Die schwarze Sonne. Rezensiert von Hubertus Molln
Walker, Michael: Laurel Canyon. Rezensiert von Hansjörg Bucher
Schramm, Georg: Lassen Sie es mich so sagen ... Rezensiert von Mariam Backes
Faldbakken, Matias: Macht und Rebel. Rezensiert von Niels Baumgarten
Pincio, Tommaso: Die Außerirdischen. Rezensiert von Frank Simonis
Ratte, Günter: Der Grass. Rezensiert von Klaus Berthold
Dunning, John: Das Geheimnis des Buchhändlers. Rezensiert von Simone ten Breck
Lange, Sascha: DJ West Radio. Rezensiert von Maja Neldner
Havaii, Kai: Hart wie Marmelade. Rezensiert von Mariam Backes
Bräunig, Werner: Rummelplatz. Rezensiert von Mariam Backes
Reinerová, Lenka: Das Geheimnis der nächsten Minuten. Rezensiert von Mariam Backes
Lem, Stanislaw: Solaris (Hörspiel). Rezensiert von Martin Jasper
Pierre, DBC: Bunny und Blair. Rezensiert von Wolfgang Körner
Sittenfeld, Curtis: Eine Klasse für sich. Rezensiert von Mariam Backes


Robbins, Tom: B Is for Beer. Rezensiert von Wolfgang Körner
[457]

The Magician did it again

Seit Even Cowgirls get the Blues, deutsch unter dem ziemlich dämlichen Titel Sissy, Schicksalsjahre einer Tramperin, hat Tom Robbins weltweit eine ständig wachsende Zahl an Lesern gefunden. Nun liegt sein neues Buch B Is for Beer vor.

Von Wolfgang Körner (2009-04-24)

Erfreulicherweise sind sämtliche Titel des amerikanischen Kultautors Tom Robbins (*1936) auch hierzulande in Taschenbuchausgaben des Rowohlt Verlags nach wie vor lieferbar. Das überrascht, denn austauschbare Massenware, Bücher für Idioten, hat Robbins nie geschrieben.

Seine Protagonisten, stets unangepaßte Outsider, entziehen sich geschickt den Zwängen der Erwerbs- und Konsumgesellschaft. Von 'Sissy', die sich durch ihren übergroßen Daumen zum Leben als Anhalterin berufen fühlt bis hin zu Salome, Kellnerin in einem jüdisch-arabischen Restaurant, die den Nahostkonflikt durch ihren Schleiertanz zu lösen versucht, führen die Romanfiguren dieses Autors das puritanische Erwerbsstreben und die Lustfeindlichkeit in den USA ad absurdum.

Dabei kämpfen sie nicht. Wie sich die Nadel eines Kompasses immer nach Norden richtet, steuern sie ihr Lebensschiff stets in Richtung größtmöglicher Lust. Kein Wunder, daß Robbins mit dieser Lebenshaltung zum Kultautor der Jungen und jung gebliebenen Alten wurde, die seine Lebensklugheit, literarische Kreativität und unübertrefflichen Sprachspiele schätzen.

Logisch, konventionell realistisch auf den ausgelatschten Mittelwegen der Literatur zu wandern, ist Robbins Sache so gut wie nie. Seine überschäumende Phantasie setzt die Schwerkraft des so Vertrauten wie Langweiligen regelmäßig außer Kraft.  Wenn eine Bohnenkonserve, ein Teelöffel und eine vereinsamte Socke Jerusalem erreichen wollen, dürften die meisten John Updike- und Philip Roth-Leser das Buch zur Seite legen. Bitte! Für sie schreibt Tom Robbins gewiß nicht.

Dabei soll nicht verschwiegen werden, daß auch diesem Magier ein Kunststück mal mißlingen kann. Sein Roman Villa incognito, durch den seltsame Halbaffen aus der japanischen Mythologie toben und desertierte US-GIs in Laos einen schwunghaften Handel mit Heroin betreiben, gilt auch unter Robbins-Fans als erheblich vermurkst.

Nunmehr ist diese schöpferische Krise offensichtlich überwunden. Mit B Is for Beer liegt ein schmales Werk vor, das die Befürchtung widerlegt, der Einfallsreichtum des Autors wäre inzwischen erschöpft.

Ein Kinderbuch für Erwachsene, ein Erwachsenenbuch für Kinder, nennt Tom Robbins im Untertitel diese Geschichte. Auf den ersten Blick - ziemlich ungewöhnlich für ein Kinderbuch - geht es dabei nahezu ausschließlich um Bier. Ein Thema für ein Sachbuch wäre derlei für andere Autoren. Tom Robbins gewinnt dem mit Hopfen vergorenen Gerstensaft faszinierende Bilder und Sprachspiele ab, was nicht zuletzt an der Zentralfigur Gracie Perkel liegt.

Fünfeinhalb Jahre ist diese Göre alt und besteht darauf, "fast sechs" zu sein. Ihr Onkel Moe läßt sie einen winzigen Schluck aus seiner Bierdose kosten, und die Neugier des intelligenten Kindes ist geweckt. Die geplante heimliche Besichtigung einer Brauerei muß leider verschoben werden, weil dem liebevollen Onkel eine riesige Bierdose auf den Fuß fällt. Doch wo ein Wille ist, findet sich für Gracie immer ein Weg.

Als sie sich an ihrem Geburtstag eine Dose Bier aus dem Kühlschrank angelt und sie austrinkt, fällt ihr zwar der Mageninhalt auf den Teppich, aber sie macht die Bekanntschaft mit der winzigen Bierfee, die sie mit auf eine Reise durch die Welt des Biers nimmt. Die Dialoge zwischen dieser Fee und dem wißbegierigen Kind sind die einfühlsamsten und liebevollsten, die ich seit langem gelesen habe.

Es ist keine Anmaßung und Robbins greift nicht zu hoch, wenn er in einem der Dialoge kurz auf Lewis Carrolls Alice in Wonderland verweist. Gracie in Beerland wäre auch ein treffender Titel für diese bezaubernde, intelligente Kindergeschichte gewesen. Leider liegt sie bislang in keiner deutschen Übersetzung vor.

© Wolfgang Körner

© GeoWis (2009-04-24)

Tom Robbins: B Is for Beer. A Children’s Book for Grown-ups. A Grown-up Book für Children. Hardcover ohne Schutzumschlag, 130 S., ISBN 978-0-06-168727-3. Ecco, Harper Collins, New York, 21. April 2009.


Anzeige