GEOWIS Logo
GeoWis ONLINE-MAGAZIN
09. September 2010
Home |  Login | Kontakt | Verlag | Links | Banner   
Download-Archiv (52)
eBook/eText Downloads (11)
Fortsetzungsroman (17)
Science & Technology (77)
Selected Portraits (21)
WM-2010-Kolumne (18)
Artikel & Reportagen (419)
Rückblick 2009 (6)
Was noch? (56)
Meinungen (27)
Rezensionen (91)
Film (30)
Verstorben (9)
Interviews (7)
Schnellsuche
 
Verwenden Sie Stichworte, um einen Beitrag zu finden.
Erweiterte Suche
Ankündigung

Kostenlose Downloads (Auswahl)

Tom Geddis - Coahuila (Roman, Kapitel 1-17). Hier klicken >> 

Hansjörg Bucher: Regionale Auswirkungen der demographischen Alterung. Hier klicken >>

Demographie: Que sera, sera. The future's not ours to see. Die BBR-Bevölkerungsprognose in Konfrontation mit der Realität. Von Hansjörg Bucher und Claus Schlömer. Hier klicken >>

Stefan Z. Dmochowski - The Olowo of Owo. Hier klicken >>

Klaus von Bröckel - Djibouti: 18. März 1987. Hier klicken >>

Spanien-Reportage

Teil 1: Paxe Ryanair, Iberia! Hier klicken >>

Teil 2: High Speed Tag und Nacht. Hier klicken >>

Teil 3: Der Tod kommt zweimal. Hier klicken >>

Teil 4: Tarragona - Baila conmigo. Hier klicken >>

Teil 5: Málaga - Glut des Südens. Hier klicken >>

Japan-Reportage

Teil 1: Hakone. Hier klicken >>

Teil 2: Hakone Open Air Museum - Im Reich der Skulpturen. Hier klicken >>

Mauerfall-Reportage (9. November - Der Tag, der die Welt veränderte)

Teil 1: "Ich werd' bekloppt!" Hier klicken >>

Teil 2: "Keine Ahnung, wie die lebten" Hier klicken >>

Teil 3: "Wir wollen die D-Mark!" Hier klicken >>

Lese-Empfehlungen

Interview mit Tom Geddis, Teil 1: Hier klicken >>

Interview mit Tom Geddis, Teil 2: Hier klicken >> 

Weitere Beiträge:
Der Film zur Denke in Konzernen, Beratungsfirmen und vielfliegenden Managern: Up in the Air von Jason Reitman
Geld korrumpiert und macht nicht glücklich. Oder doch? Stephen Milburn Andersons Film Ca$h gibt darauf eine Antwort
Paul Grignon: Money as Debt - Aussteiger erklärt das Geldsystem
Radio Rock Revolution von Richard Curtis
Politisch inkorrekt: Gran Torino von und mit Clint Eastwood
Jason Kohn: Manda Bala/Send a Bullet/Schick eine Kugel
Maria Teresa Camoglio: Die dünnen Mädchen
Marie-Monique Robin: Monsanto, mit Gift und Genen
Filmfest ueber Macht
TV-Kritik: Kommissarin Lund
GeoWis-Serie Politischer Film (4): Syriana
GeoWis-Serie Politischer Film (3): Dr. Strangelove
GeoWis-Serie Politischer Film (2): Papillon
GeoWis-Serie Politischer Film (1): The Dancer Upstairs
Berlinale: Seltsame Eröffnungszeremonie
TV-Kritik: Die Schattenmacht
"Welcome to the Sixties": Neues Kult-Musical Hairspray?
Bremer, Liz/Jonas Littfers: "Hairspray" 2007
Manel Mayol: Abschalten!
Behind the Couch von Veit Helmer
Des Wahnsinns letzter Schrei von B. Schönafinger/T. v. Dahlem
Bremer, Liz: Major 'Hot Lips' ist 70
Littfers, Jonas: Wiederentdeckt: Silkwood
Littfers, Jonas: Arthur Penn - Alice & Bonnie ...
Littfers, Jonas: Der Western atmet noch
Schwarzes Gold von Marc & Nick Francis
Bundesweites Filmfest zu Arbeit, Wirtschaft, Globalisierung
Appelt, Henning: Mein Führer
Micha Peled: China Blue
Alex Gibney: ENRON - The Smartest Guys in the Room
Anzeige


Paul Grignon: Money as Debt - Aussteiger erklärt das Geldsystem
[473]

Klevere Masche

Während seit zwei Jahren weltweit Banken mit schier unglaublich hohen Summen gerettet werden, hat der kanadische Künstler Paul Grignon sich Gedanken über das Bankensystem gemacht und im Herbst 2007 die animierte Dokumentation Money as Debt auf den Markt gebracht.

Von Jochen Henke (2009-05-23)

Er hatte schon früh die Nase voll von der Stadt und reiste mit Rucksack und Lebensgefährtin per Daumen auf die kleine Insel Gabriola, die zwischen Vancouver Island und dem Festland der kanadischen Pazifikküste liegt und zum Bundesstaat British-Columbia gehört. Erst wohnten die beiden im Zelt, dann in einer Hütte, und später - als vier Kinder da waren - im selbstgebauten Haus.

 Er sei nicht den üblichen Finanzierungsweg gegangen, zumal er kein regelmäßiges Einkommen gehabt habe, so Paul Grignon (*1948). Jahrelang habe er als saisonaler Baumpflanzer in der kanadischen Holzindustrie gearbeitet, bevor er sich so verletzte, daß er die Tätigkeit nicht mehr ausüben konnte. Danach habe er jeden nur denkbaren Job angenommen und sich der Landschaftsmalerei gewidmet. Dem monetären System stehe er seit seiner Jugend skeptisch gegenüber.

Eine Erbschaft ermöglichte es Grignon 1997, sich professionell mit Videoprojekten zu beschäftigen. Meist waren es kleinere Clips für Organisationen und Werbung. Fünf Jahre später erhielt er von der Organisation United Financial Consumers den Auftrag, einen Film über die "räuberischen Praktiken von Banken" zu machen, wie er auf seiner Webseite schreibt. 

Herausgekommen ist eine denkbar kritische, erhellend wie erheiternde, gleichermaßen auch erschreckende Dokumentation von gut 45 Minuten Länge, die vor allem das Zins- und Verschuldungssystem und die damit einhergehende Erschaffung von Geld kritisch erläutert. Dabei setzt Grignan rigoros Animationen ein, die von einer Stimme aus dem Off - von seinem Nachbarn Bob Bossoms - begleitet werden und mit Untertiteln versehen sind. 

 Die Kernbotschaft lautet: "Ohne Schulden gäbe es überhaupt kein Geld." Ohne Geld allerdings gibt es Schulden.

Eine Bank kann - vereinfacht - das Mehrfache ihres Stammkapitals verleihen. Aus diesem mit wenigen Fingerbewegungen auf der Tastatur generierten virtuellen Geldreservoir schöpfen Kreditgeber kellenweise neues virtuelles Geld, das Kreditnehmer dann ebenso virtuell oder in Papierform erhalten. 

Längst nehmen sich angesichts der globalen Finanz- und Wirtschaftssystemkrise allerlei Medien und Politiker dieser Zinsknechtschaft und ungezügelten Geldwirtschaft an, indes es mangelt an gut verständlicher, anschaulicher Darstellung ebenso wie an frühzeitiger, ideologiefreier Aufklärung in den Schulen.

Grignon begegnet diesem Mangel, indem er mit seinem Film den Sachverhalt auf seine Kernelemente reduziert und die Parabel vom Goldschmied (The Goldsmith's Tale) erzählt, dem Vorläufer des Bankwesens wie wir es kennen. Der findige, für die Münzprägung zuständige Goldschmied hat zum Problem, daß er sein Gold sicher aufbewahren muß. Also baut er einen Tresor, in dem er gegen Quittung bald auch das Gold seiner Mitbürger lagern darf.

Als er herausfindet, daß seine Mitbürger sich nicht ständig und vor allem nicht gleichzeitig danach erkundigten, ob ihr Gold noch im Tresor sei und Papier als Geld akzeptierten, beginnt er es in Papierform zu verleihen und dafür eine Gebühr zu nehmen, den Zins. Sein Trick, dem ihm die Regierung zugesteht, ist dabei, mehr zu verleihen als er an Gold als Gegenwert im Tresor hat.

 Daß immer mehr Menschen an klarer, allgemeinverständlicher Erläuterung des Weltfinanzsystems Interesse haben, zeigen die inzwischen im Netz verfügbaren Downloads, die fleißig genutzt werden.

Mehr als zwei Millionen sollen es bisher sein. Auf Grignons Webseite sind "unautorisierte " Links zu Versionen mit deutscher, spanischer, russischer, italienischer, niederländischer, slowenischer und tschechischer Untertitelung gesetzt.

Bis jetzt gibt es den auch als Unterrichtsmaterial bestens geeigneten Film nur auf Englisch und Französisch. Kommerzielle Versionen mit spanischem und deutschem Ton seien in Vorbereitung.

© Jochen Henke

© GeoWis (2009-05-23)

Transkript Deutsch >>

Transcript English >>

Webseite >>

Anzeige